Nun das Wochenthema vom Mitmachblog „Schwarz-weiß“ ist, wollte ich einmal sehen, ob sich so etwas wie Weiß und Schwarz überhaupt darstellen lässt? Wir leben ja nicht in einer Welt des weißen Lichts und der lichtlosen Finsternis, sondern in einer Welt der Brechungen. Nichts ist ganz gut, nichts nur schlecht. Wenn sich Licht und Dunkelheit begegnen, kommt es zu allerlei farbigen Rändern und Schatteneffekten. Unsere Welt ist farbig, weil die Oberflächenstrukturen der Materie einen Teil des weißen Lichts schlucken. Den Rest des Spektrums reflektieren sie – das ist dann die „Lokalfarbe“, die wir sehen, so dass wir sagen können: o wie schön rot ist die Tomate, wie grün die Gurke.
Dies wissend, nahm ich dennoch ein weißes Blatt Zeichenpapier und legte es auf einen schwarzen Karton. Und fotografierte es bei Lampenlicht.

Schau selbst: Das Schwarz mag ja einigermaßen als schwarz durchgehen, aber Weiß ist was anderes als diese leicht rötlich-schmutzige Fläche. Als gar meine Hand einen Schatten auf die weiße Fläche warf, war es gänzlich aus mit dem Schwarz-weiß. Eine bläuliche Schattenhand überschnitt sich mit einer rötlichen, und im Überschneidungsbereich bildete sich eine dunkle Form, die aber durchaus nicht schwarz war. Dabei ist meine Hand doch nicht durchsichtig – oder?

Aufgeben tue ich nicht so schnell. Also nahm ich ein Stück Kohle und zeichnete eine Form auf das weiße Blatt. Aha! Durch die vermittelnden Grautöne erscheint das Weiß nun weißer als zuvor.

Auf die Kohlezeichung legte ich dann meine farbig bemalten Papierfetzen und bastelte mir ein Bild zusammen. Und mir scheint fast, als seien nun, vermittelt durch die Farben und in Kontrast dazu, das Schwarz und das Weiß tatsächlich in reiner Form vorhanden.

Und die Moral von der Geschicht? Und der Titel des Bildes? Vielleicht fällt dir etwas dazu ein. Mir reicht es für heute. Gute Nacht!
nachträglicher Zusatz für Ulli: das gedrehte Bild, damit du dir nicht den Hals verrenkst, liebe Ulli. 
Die Queen würde nicht davor zurückschrecken, es als Hut zu benutzen.. (huhu, kleiner Scherz, verzeih) Tatsächlich ist diese Wandlung sehr spannend. Freche Grüße aus dem närrischen Köln….die vielen Schnapsleichen, die gestern meinten Karneval feiern zu müssen, tun mir nicht leid.
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o, ein Hut für die Queen! Grad las ich von Ilse Aichinger, wie eine Krone einen königlichen Kopf suchte, der dann geköpft wurde, so dass die Krone nun erneut ein Haupt sucht. Den genauen Wortlaut finde ich nicht wieder, leider.
Die Krone ist halt langlebiger als ihr Träger. Das allen Regierenden ins Stammbuch. Liebe Grüße dir.
Gehts denn wieder besser?
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Guten Morgen, liebe Gerda, dein Bild löst bei den Reflex aus den Kopf schief zu halten, ich würde es drehen, damit man die Schildkröte, den Käfer oder was weiss ich, besser sehen kann 😉
und die Moral von der Geschicht? Nichts ist, wie es scheint oder wie man es uns versucht glauben zu machen …
liebe Grüsse vor der Abfahrt, noch im Schlafzeug beim Kaffee
Ulli
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ich hab dir den „Käfer“ gedreht – damit du dir nicht den Hals verdrehst – hoffentlich richtig herum. Und nun: reise mal schön!
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Liebe Gerda,
wieder mal beeindruckst Du uns mit Deinen tollen Ideen und Experimenten (Schattenhand), toll!
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War noch nicht fertig!
Dein letztes Bild macht auf mich den Eindruck, als wenn etwas komprimiert und als Paket verschlossen wurde! Sozusagen, dass Paket der Erkenntnisse!
Es ist nur meine Deutung’sweise, ja alles in der Betrachtungsweise ist subjektiv, gell!😉
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o, ein verschlossenes Paket mit komprimierter Erkenntnis ! danke, sehr schön. Nun sind es schon Königshut, Käfer und Kompro-Paket (dreimal K), mal sehen, was noch an Kafkaeskem kommt.
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ich würde es „die aufbegehrenden“ nennen.
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Tut mir leid, liebe Eulenschwinge, dass deine comments mmer im Spam landen.Magst du diesen Titel noch ein wenig erläutern?
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danke für’s wiederholte befreien! – und ja, gern:
ich sehe aufbegehrende, sie kommen auf den betrachter zu. vielleicht begehren sie auf gegen schwarz-weiß-sichtweisen. vielleicht begehren sie gegen etwas auf, weil sie selbst schwarz-weiß-sichtweisen haben… wer weiß…
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danke dir, Eulenschwinge, für deine Geduld mit dem Spamfilter. Ich finde, in der gedrehten Fassung kann man solche „Aufbegehrenden“ sehr gut erkennen. Mir gefällt, dass du zwei Sorten unterscheidest: diejenigen, die gegen Schwarz-Weiß-Denken protestieren, und diejenigen, die protestieren, weil sie selbst schwarz-weiß denken. 😉
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ja, in der gedrehten fassung – hab vergessen, das zu sagen… bei der quer-fassung bin ich noch nicht „fertig“ mit dem sehen… da arbeitet es noch in mir.
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ja, in der gedrehten fassung – das vergaß ich zu sagen.
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(sieh an, wenn ich über meinen blog antworte, wandert es nicht in den spam…)
bei der quer-fassung bin ich noch nicht „fertig“ mit dem sehen, da arbeitet es noch in mir…
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Aha gut zu wissen: wenn du über deinen Blog kommentierst, tritt die Spampolizei nicht auf den Plan. Ist ja eigentlich logisch. Liebe Grüße!
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Eine anarchische Möglichkeit, die Zensur zu umgehen 😉 . Liebe Grüße in die Nacht!
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Liebe Gerda,
der Text, meines Kommentars ging heute Vormittag verloren. Ich konnte ihn nicht speichern und ob es jetzt geht weiß ich auch noch nicht. Ich war nur ärgerlich, da ich den Inhalt nicht mehr wiedergeben konnte. Es sind die Unterbrechungen, die auch bei längeren Texten als störend empfunden werden, und alles ist unwiderruflich verloren. Nun gut, der Gedanke ist dahin, also ein anderer.
Gestern hatte ich mich schon mit der Farbe “ Schwarz“ beschäftigt. Ich fragte mich, warum ist
– schwarz – so wichtig, bedeutend. Und ich fragte mich auch, was passiert mit mir.
Eine ganze Menge. Da ich mich fallen ließ, quasi in die Farbe, hatte ich das Gefühl ich verschwinde. Die Farbe – schwarz- saugt, nimmt mich auf. Schwups weg bin ich.
Na gut, gut – weiß -, so glaubte ich, die Farbe – Weiß – lässt mich nicht hinein, oder
durch sie hindurch. Tat sie auch nicht. Sie ist wie eine harte Wand. Eigentlich voll, von was denn? Voll von Farben. Ich blätterte weiter im Internet und ich entdeckte einen noch lebenden Künstler Namens: Pierre Soulages, du wirst schon von ihm gehört haben. Er malt – Schwarz -. Ich
bin auf der untersten Stufe zu verstehen, warum, weshalb, die Farbe – schwarz -, so einzigartig ist.
Und dann kamen deine Bilder, mein Herz hüpfte. Ich dachte genau so ist es. Erst im
Zusammenspiel mit hell und dunkel, kann ich die Farben erkennen. Mir wurde bewusster das
Kunst und die Darstellung dessen nicht unbedingt vordergründig in Erscheinung treten sondern,
ins Unterbewusste absinken. Dort ihre Prozesse des Denkens in Gang bringen.
Mein Laptop, streikt. Hoffentlich kann mein Mann ihn wieder umstimmen (in Ordnung bringen)
LG. Monika
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ich freu mich, wieder so viel Bedenkenswertes, Anregendes von dir zu lesen! Ich kann jetzt nicht drauf eingehen, später vielleicht. DANKE!
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