Im Laufe der Zeit (3): Wo setze ich den Anfang? Naturgeschichtliche Variante

Niemand soll mir nachsagen, dass ich Darwin und seine einst revolutionäre Theorie über die Entwicklung der Arten nicht ehre. Also habe ich zu dieser kleinen Reihe noch eine naturgeschichtliche Variante gemacht. Das Paar von Gottesanbeter und Gottesanbeterin habe ich einem Foto entnommen, das ich im November 2019 in der Ausstellung eines chinesischen Malers namens Qi Baishi  machte. Vielleicht erinnerst du dich an die fantastischen Tuschzeichnungen von Insekten. Der Maler lebte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, aber die Technik seiner Malerei ist uralt. Nun ja, was heißt schon uralt. Verglichen mit der Entwicklung der Arten von den Insekten bis zum Menschen ein Klacks. Der geographische und zeitliche Abstand von China um 1910 und Athen heute ist freilich auch nicht zu verachten.

Und damit du nun nicht immer zwischen den verschiedenen Einträgen hin- und herblättern musst, zeige ich die vier „Anfänge“ noch mal im Überblick. Vielleicht möchtest du mir noch andere Anfänge vorschlagen?

a) Klassisches Griechenland: Philosophie und Kunst Europas (Geist)

b) Deutsches Hochmittelalter:  Christentum  (Ich)                   

c) Afrikanisches Geisterreich: Archetypen (Seele)

d) Allgemeine Naturgeschichte: Entwicklung der Arten (Körper)

Die Inhalte der Galerie, an der die Leute vorbeiziehen, habe ich nicht angepasst.  Sie repräsentieren die Gegenwart, obgleich die gezeigten Bilder ebenfalls große Zeiträume und sogar ein Stück Natur (die Fische im letzten Bild) umfassen.  Den Leuten aber ist es schnurz. Bilder halt. Der Künstler wird sich was bei gedacht haben, aber er ist nicht da, um ihn zu befragen.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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20 Antworten zu Im Laufe der Zeit (3): Wo setze ich den Anfang? Naturgeschichtliche Variante

  1. Gisela Benseler schreibt:

    Da bin ich nun doch noch mal. Ich glaube, ich sollte mir die Bilder noch mal genauer betrachten. Leider sind sie zu klein.

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  2. Myriade schreibt:

    Wie wär´s mit „Höhlenmalerei, Neolothikum (Kunst)“. Ich habe kürzlich eine Doku gesehen, in der es darum ging, dass die Höhlenmalerei nicht wie immer angenommen eine ausschließliche Domaine der Männer war, ebensowenig wie die Jagd. Durch Analyse der Proportionen der Hände, deren Abdrücke man an den Höhlenwänden findet, hat man festgestellt, dass es zumindest sehr viele Künstlerinnen gegeben hat

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    • gkazakou schreibt:

      Danke für den Vorschlag, den auch Ulli bereits machte.
      Ich nehme schon an, Myriade, dass die geschlechtsspezifischen Eigenschaften sich erst mit Ackerbau und Viehzucht, die eine gewisse Spezialisierung erforderten, verfestigten. Jagen konnten auch Frauen, und es gibt in den Mythen Beispiele dafür. Eine berühmte Jägerin war die arkadische Prinzessin Atalante. Freilich wurde auch ihr bereits die Trophäe streitig gemacht. Oder nimm Medea, die am Ende mit dem Pferdegespann zu Helios, ihrem Vater, rast. Künstlerinnen gab es ganz sicher, denn wer Töpfe aus Ton formt, kommt auch bald auf die Idee, sie zu bemalen. Und warum nicht auch die Wände? Ich vermute, es gibt da auch Kinderhände drunter.

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  3. Rainer Hartwich schreibt:

    Liebe Gerda, ich bin immer wieder fasziniert von Deinem Wissen und Deiner Fähigkeit das sprachlich und bildlich umzusetzen. Ehrlich, ein kleines bisschen Neid ist auch dabei, nimm es mir nicht übel. Lg. aus dem Nachtdienst aus der Klinik, es ist gerade ruhig. R.

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    • gkazakou schreibt:

      Herzlichen Dank, Rainer. Neid ist natürlich Blödsinn. Du arbeitest noch in der Klinik? Als ich jung war, wollte ich Ärztin weren, das wurde dann mein älterer Bruder, Für noch ein so langes Studium fehlte das Geld. Na ja, ich hab mich wohl auch sehr schnell freiwillig umorientiert. –

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      • Rainer Hartwich schreibt:

        Liebe Gerda. ja, ich habe meine Beruf immer – 45 Jahre – gern ausgeübt und zum Glück(!) nie gravierende Fehler gemacht. Ich betrachte dies als Glück. Aber mit den nachfolgenden Generationen und ihrem Internet-„Wissen“, welches sie mit richtigem Wissen verwechseln, vergeht mir zunehmend die Freude an der Arbeit. Wenn ich am Tag vielleicht 20 x erklärt bekomme, dass am eigenen Elend nur und ausschließlich die Anderen schuld sind und man selbst natürlich alles richtig macht und um Himmelswillen über Veränderungen gar nicht nachzudenken braucht, dann wird meine Arbeit … sinnlos. Dir einen schönen Tag. Lg. R.

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  4. TeggyTiggs schreibt:

    …und ich komme von dem Gedanken nicht los, dass die linke Gruppe vor dem jeweiligen Anfang zurückschreckt, während die rechte Reißaus nimmt…wie auch immer, die Stellung des Menschen dazu scheint wenig positiv zu sein oder irre ich mich da?

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    • gkazakou schreibt:

      Jetzt, wo du es sagst….Ist ja möglich, dass wir vor unseren Anfängen weglaufen, Augen zu und marsch in die Zukunft! Unser Glaube an den Fortschritt ungebrochen. Oder? Ist uns der jetzt auch abhanden gekommen und wir schrecken jetzt auch vor der Zukunft zurück und denken, damals in der Höhle war es eigentlich auch ganz gemütlich?

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      • TeggyTiggs schreibt:

        …grins, da scheint mir was dran zu sein, es heißt aber Fort-schritt! …also wovor laufen wir das fort? …vor dem Ur-sprung oder vor der Zukunft?
        …nur warum?
        …vielleicht gleichen sich Ur-sprung und Zukunft auf eine unheimliche Weise?
        …vor lauter Fragen, auf die ich keine Antwort weiß, schwirrt mir der Kopf…

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    • gkazakou schreibt:

      Ich habe vorhin eine doppelte Schattenhand im Rückspiegel des Autos gepostet und dachte dabei an die Handabdrücke in den Höhlen, von denen Myriade im Kommentar sprach („Uranfänge“). Mir schien, als ob sich da ein Kreis schlösse – aber eben nicht am Ausgangspunkt, wo der Mensch noch voll in die Naturvorgänge eingebettet war, sondern auf einer viel abstrakteren Ebene, in der er nur noch seinen Schatten in einen Spiegel (Reflexion) wirft. Vom direkten Licht der Sonne, sozusagen, zum indirekten Licht des Mondes. Die in diesem Symbol enthaltenen Gedanken will ich versuchen, auseinanderzufalten. Danke für all deine Anregungen und Nachfragen!

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  5. kowkla123 schreibt:

    hoffe, der Start in die Woche hat gut geklappt, Klaus

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  6. Ulli schreibt:

    Wie schon geschrieben: die Höhlenmalereien als Anfangspunkte … vielleicht magst du ja damit auch noch ein Bild gestalten?

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