Baumwurzel-Skizze und Bauhütte

Heute kam ich wieder an dem umgestürzten Baum mit dem offen liegenden Wurzelballen vorbei. Den Stamm hatte ich bereits gezeichnet (schau mal hier, da gibt es auch Fotos vom Baum), doch den Wurzelballen hatte ich ausgespart. Um beides mit dem weichen Bleistift einigermaßen detailliert zu zeichnen, ist mein Skizzenbuch definitiv zu klein – vielleicht ginge es mit Tinte und Feder. Jedenfalls wollte ich diesmal die im Untergrund ausgebildeten und nun am Tageslicht liegenden Wurzeln des Baumes skizzieren. Was würden sie mir verraten?

Durch Fotoshop in einen Schwarzweiß- bzw. Farbdruck verwandelt, tritt die Morphologie des Wurzelballens vielleicht deutlicher in Erscheinung, dessen einer Teil am dunklen Erdreich festhält, während ein anderer nach oben strebt und sich zu einem neuen Bäumchen entwickeln will (links). Im Hintergrund, nicht erkennbar, der gestürzte Stamm.

Beim Weitergehen stieß ich auf ein sonderbares Gebilde, das ich neugierig von allen Seiten beäugte. Für mich nenne ich es „Bauhütte“. Oder hast du einen besseren Vorschlag?

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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31 Antworten zu Baumwurzel-Skizze und Bauhütte

  1. wildgans schreibt:

    …hat sich vielleicht ein Land-Art-Anfänger ausprobiert…
    Sieht schön aus, so naturig erdig wunderbar!
    Gruß von Sonja

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  2. Ulli schreibt:

    ein Unterstand von einer/einem, die/der noch üben darf 😉

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    • gerda kazakou schreibt:

      ich finde diese Hütte außerordentlich poetisch. Alles ist an ihr im Werden begriffen, alles ist Andeutung, nichts stört diesen Eindruck durch Fertigstellung…. Ganz verliebt bin ich in die nagellose Verbindung von lebendigem Baum und abgeschnittenen Ästen, in das Dach, das den Himmel nicht aussperrt, in die frei schwingenden Wände aus Luft. Seine vollkommene Nutzlosigkeit macht sie mir wertvoll.

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    • gerda kazakou schreibt:

      ja, ja, ich weiß schon, dass dus witzig meintest. Ich hab gar nichts dagegen. aber wenn du ein zweites mal hinschaust, verstehst du den Zauber, der in diesem Gebilde liegt. Wie auch in Kinderzeichnungen. Oder in Klees Zeichnungen. in Picassos Spontan-Skulpturen aus gefundenem Zeugs. Sogar in manchem von Miro oder Tinguely oder Debuffet…

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      • Ulli schreibt:

        Liebe Gerda, ich kenne solche „Hütten“ hier aus den Wäldern und aus meiner Draußenzeit in Schwedisch Lappland, vielleicht liegt es daran, dass ich nicht mehr ganz so verzaubert bin, wie ich es einst gewesen bin …

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    • gerda kazakou schreibt:

      Also wirklich, Ulli, du erstaunst mich nun wirklich! „Solche Hütten“ kennst du? Sind solche Windhütten (Random) denn eine verbreitete Form des Wohnens, und nur mir sind sie bisher nicht untergekommen? 😉

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    • gerda kazakou schreibt:

      Bitte, erzähl ein wenig mehr davon!

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      • Ulli schreibt:

        Solche Räume baut man sich, wenn man entweder draußen übernachten, oder sich vor Wetter schützen will. Menschen, die „outdoor-mäßig“ unterwegs sind haben oft noch eine Plane dabei, neben Stricken, sodass sich recht flugs solch eine Schutzhütte bauen lässt, es geht aber genauso gut ohne Plane, dann braucht man viele Äste, die man zur Wetterseite und als Dach miteinander verschrenkt und dann mit Laub, Grassoden und ähnlichem dicht macht – einen prasselnden Dauerregen hält dies allerdings nicht ewig stand. Okay?!

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    • gerda kazakou schreibt:

      danke, sehr instruktiv, und auch meine Fantasie anregend. Wie es sich wohl unter einem solchen Moos- und Blätterdach schlafen lässt? Ich kenne Behausungen aus Tannenzweigen. Es war üblich (und ist es teilweise noch) für die Bewohner des Dorfes meiner Schwiegermutter (Raum Korinth), in den heißen Sommermonaten auf den Berg zu ziehen. Dort gibt es eine Quelle und ein uraltes christliches Heiligtum. Man zog mit Esel, Hausrat und Proviant hoch und baute sich Hütten aus Tannenzweigen. Ich war mal in einer solchen recht geräumigen Hütte, es duftete wundervoll.

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      • Ulli schreibt:

        das klingt jetzt wirklich zauberhaft 🐻
        eine Freundin baute mal eine nur aus Ästen und deckte diese mit Farnblättern, diese Hütte glich einem Zelt, man musste hineinkriechen, die hat mich auch nachhaltig beeindruckt

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  3. wechselweib schreibt:

    Der Wurzelballen gefällt mir sehr gut. Hat was von einem Gesicht.

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  4. puzzleblume schreibt:

    Die Wurzeln deiner Zeichnung wirken lebendig, laden zum Hineinphantasieren ein.
    Das Schirm-Dach mit seinem Gestell könnte ein Naturbeobachter gut mit einer Plane umhängen und immer wieder gut zum Fotografieren und Filmen nutzen, wenn die Stelle geeignet ist (ein Jäger auch, aber das will ich nicht hoffen).

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  5. Random Randomsen schreibt:

    Das scheint mir ein klassisches Windhaus zu sein. Typisch ist die eher offene Bauweise, damit der Wind auch einZIEHEN kann. Praktisch gedacht und liebevoll gemacht. 😀

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  6. pflanzwas schreibt:

    Wenn ich es nicht als zweckgebundene From eines Unterstands betrachte, sehe ich darin die Form eines großen Pilzes. Durch deine Zeichnungen bekam ich schon Lust im Wald zu skizzieren, aber bei 4 Grad wurden mir bereits beim Fotografieren die Finger so klamm, daß ich es nicht geschafft habe. Schön wieder, deine Wurzelskizzen. Gibt es denn auch welche von dem „Bauwerk“?

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  7. juergenkuester schreibt:

    Liebe Gerda, dieser Unterstand ist ein Knaller, sehr anregend! Liebe Grüße

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  8. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Ganz wundervoll und akribisch ist Deine Skizze von der Wurzel, liebe Gerda.
    Wie kann man überhaupt in diesem Wirrwarr von Würzelchen eine so tolle Skizze machen, liebe Gerda? Mir würde der Kopf schwirren und ich würde entnervt aufgeben.
    Das Windhaus (den Begriff habe ich jetzt bei Random gelesen) ist tatsächlich zauberhaft. In seiner Unvollkommenheit so vollkommen, denn vollkommen in einer Kindlichkeit, die unbeabsichtigt etwas Wunderschönes geschaffen hat, etwas Klares und Reines. Ich weiß gerade nicht, wie ich es besser ausdrücken soll.
    Liebe Grüße in die Nacht von Bruni

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    • gerda kazakou schreibt:

      Liebe Bruni, Wurzeln haben – wie Äste – durchaus eine .erkennbare Struktur. Es gibt da die dicken haltenden und die dünnen nährenden , man muss sie ja nicht alle zeichnen. 🙂
      Wichtig war mir, auch das zu zeichnen, was sich als neues Bäumchen aus dem Wurzelballen nach oben arbeitet und ein neuer Baum werden will. Das habe ich eigentlich erst beim Zeichnen deutlich gesehen.
      Heute will ich mal sehen, ob ich die Windhütte wiederfinde. Gestern war das Wetter zu unangenehm.

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      • Bei der elektronischen Bearbeitung konnte man es dann ganz deutlich erkennen, daß sich da etwas Neues entwickeln möchte und nach oben drängt. Vorher hätte ich es nicht erkannt, liebe Gerda.
        Langsam tauche ich aus dem Dunst des Bücherumräumens und -aussortierens wieder auf, aber so etwas dauert und dauert, weil man fast jedes Buch hin- und herdreht, bevor man sich entscheidet…Und am Ende konnte ich mich nur von sehr wenigen trennen 🙂
        Bei uns ist das Wetter trübe und regnerisch, nicht sehr einlandend, um nach drsußen zu gehen. Du wirst da wohl mehr Glück haben.

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