Karnevalistische Kata-Strophen (abc-etüde)

Karnevalistische Kata-Strophen, erdichtet und bebildert nach einer Wortspende von Anna-Lena, auf Anregung von Christiane und eingeladen von lz ! Die Schnipsel für das Legebild sind von Jürgen Küster. Wie schon zuvor habe ich mich  von den lesbaren Wörtern (sichtbar, bekleidet, Schatten) des Materials, das ursprünglich vom verstorbenen Künstler Peter Maschke stammt, inspirieren lassen.

Αuf geht’s zum Picasso-Ball

„Du willst doch nicht etwa dein Outfit selber machen?“

„Warum denn nicht? Es wäre doch zum Lachen

wenn ich’s nicht könnt! Kostümverleih,  du meine Güte!

Ich bau mir aus der Abendzeitung eine Riesentüte,

die stülpe ich mir übern Kopf, die Haare ungekämmt,

Du leihst mir sicher gern ein buntes Unterhemd

Von denen die du liebst, das bildet herrlich ab

Die femininen Kurven, die ich gottlob hab.“

„Und unten rum, was willst du da dran kleben?“

„Muss da was sein? man sieht ja mein Gesicht

Hinter der Riesen-Abendzeitungstüte nicht.“

„Du hast ja wohl nen Schatten, das hats noch nie gegeben!

Da werd ich auf den Faschingsball verzichten müssen

Da wird es nix mit tanzen und mit küssen –

So kann ich, will ich mich vor Freunden nicht blamieren.“

„O  toll, du kleinkarierter Affe du, du willst nicht tolerieren

Die Freiheit einer Frau, die Freiheit auch der Kunst

Denkst gleich an fickificki, denkst an deine Brunst!

Ich will nur knallvergnügt und wunderlich maskiert

Zum Tanz erscheinen –  selbst schuld, wenn es wen brüskiert!“

Ich glaub, ich sah die beiden doch

Masken unter Masken noch.

Köstlich wars auf jeden Fall

auf dem Picasso-Maskenball.

 

 

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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21 Antworten zu Karnevalistische Kata-Strophen (abc-etüde)

  1. TeggyTiggs schreibt:

    knallvergnügt
    aufs Unterhemd
    verzichten

    …oder vielleicht besser:

    verzichten
    aufs Unterhemd
    knallvergnügt

    Gefällt 3 Personen

  2. finbarsgift schreibt:

    Karnevalistischer
    Katastrophen-Hiphop! 😁

    Gefällt 3 Personen

  3. violaetcetera schreibt:

    „„Muss da was sein? man sieht ja mein Gesicht

    Hinter der Riesen-Abendzeitungstüte nicht.“ ist einfach großartig. 😁

    Gefällt 3 Personen

  4. christahartwig schreibt:

    Ohlala! Und da bin ich als Blaustrumpf in blauer Strumpfhose mit Oberhemd und Krawatte zum Fasching gegangen. Mit der Abendzeitungstüte hätte ich doch auf das Oberhemd verzichten können!

    Gefällt 2 Personen

  5. kunstschaffende schreibt:

    Einfach Gerda genial, hab mich gebogen vor Lachen! Super Text und super Legearbeiten dazu! 👏👏👏😂😂😂😂👌👍😁

    Gefällt 2 Personen

  6. Elke H. Speidel schreibt:

    Super getextet und illustriert! Echter Lese- und Augenschmaus!

    Gefällt 1 Person

  7. www.wortbehagen.de schreibt:

    Nicht sehr ernsthaft hab ich von Deinen Maskenideen gelesen, liebe Gerda, und die Idee mit der
    Riesen-Abendzeitungstüte fand ich vorzüglich und mehr als vergnüglich 🙂

    Ich möcht so gern zu Deinem Picassomaskenball gehen und hoffe sehr, Du hilfst mir beim Aussuchen der passenden Picassomaskerade. Zu lückenhaft sollte sie aber vielleicht doch nicht sein 🙂 , aber bitte so knallbunt, wie die zweitletzte Bild-Bearbeitung, denn DIE passt gut zu mir *g*

    Gefällt 1 Person

  8. Beat(e)s Welten schreibt:

    Als Mann kann ich seine Gefühle schon etwas nachvollziehen, wobei es von der Qualität der Abendzeitung abhängen würde, was mir peinlicher wäre: des was fehlt oder diese riesen Abendzeitungstüte 😅😉

    Gefällt 1 Person

  9. Ulli schreibt:

    Die Metamorphose der linken Gestalt ist enorm! Und hat man einmal den „Hundekopf“ gesehen, sieht man ihn immer…
    wie auch immer noch, ich hoffe doch sehr, dass sie viel Spaß hatten, trotz aller anfänglichen Prüderie des Einen – ich hatte ihn auf alle Fälle!

    Gefällt mir

    • gkazakou schreibt:

      Hund mit geflecktem Bein, ich lach mich weg. Tja, ich denke doch, dass sie Spaß hatten, soweit man bei solchen Bällen Spaß haben kann….Immerhin finde ich ihre Aufmachung durchaus passender für den Picasso-Ball, als all die Hübschheiten und Nettigkeiten, die man dazu noch im Netz findet.

      Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      Es gibt wohl nix, was es nicht gibt. Ehrlich gesagt wusste ich das nicht, als ich mein Poem schrieb und das Bild legte. Aber dann wollte ich passende Picasso-Bilder dazu veröffentlichen (ich dachte an die Demoiselles von Avignon und die Frauen von Alger), googelte und fand die Seite, die lauter süße Nettigkeiten a la Picasso zeigt.

      Gefällt 1 Person

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