Happy days

Diese Legearbeit hat es gerade auf die Oberfläche meines Computers geschafft. Damit ich die einfachen Freuden des Sommers, denen sich die hiesige Menschheit dieser Tage hingibt, nicht aus dem Auge verliere: Geselligkeit, Bötchen fahren, Ball spielen, und eine Sonne wie ein Spiegelei.

Happy days (c) Gerda Kazakou

In Wahrheit ist dieses von den Athenern lang ersehnte Wochenende bös verregnet. Erst zog schwarzes Gewölk auf, dann begann Herr Zeus zu kegeln, und wenig später pladderte es vom Himmel. Herrlich! Die ausgedörrte Natur atmete auf und ich mit ihr. Jetzt duftet die Luft nach feuchter Erde und einer Vielzahl von Kräutern. Gibt es Schöneres als einen tüchtigen Sommerregen? fragte ich vergnügt und begann,  für meinen im Topf groß gewordenen Basilikum ein Loch zu graben. Nun steht er im noch feuchten Erdreich an einer Mauer.

Ich freu mich über den Regen und die Abkühlung, die er mitgebracht hat – aber ich möchte darüber nicht die Menschen vergessen, denen ihr kurzer Urlaub verregnet ist. Drum das Bild.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Leben, Legearbeiten, Natur, Psyche, Reisen, Vom Meere, Zwischen Himmel und Meer abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

20 Antworten zu Happy days

  1. teggytiggs schreibt:

    …Du hast ihnen wohlbedacht einen Schutz gegeben, so dass ihnen ein tüchtiger Regen nichts anhaben kann…doch auf mich wirken die Bootspassagiere seltsam in sich gekehrt, jeder für sich und nachdenklich, nur das Kind in der Mitte weist auf das schöne Meer…

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  2. Ulli schreibt:

    Bötchen fahren … wie lange habe ich das weder gehört, gelesen, noch gedacht! Dabei gehört es doch zum Sommer, wie Recht du hast.
    Ich freue mich mit dir über den Regenguss, Erd- und Kräuterduft ist so unerlässlich auf Dauer!
    liebe Grüsse
    Ulli

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  3. mmandarin schreibt:

    Und wieder greift mein Lieblingszenspruch „Vorteil ist Nachteil, Nachteil ist Vorteil“ Regen, für die einen ein Ärgernis, für die anderen pure Lebensfreude. Hier im Allgäu, wo ich mich gerade aufhalte, war herrlichster Sonnenschein und es tat so gut. Liebe Grüße nach Griechenland, Marie

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    • gkazakou schreibt:

      Und ich sage, ganz griechisch: alles im rechten Maß. Der Regen war herrlich, hat Erde und Luft lebendig werden lassen. Nun aber ist er vorbei, und die Sterne stehen wieder über meinem Bett. Wie schön, dass du den Allgäu im Sonnenschein erleben durftest. Hab weiter eine gute Zeit! Gerda

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  4. Monika schreibt:

    Für mich ist dieses Bild ein gleiten in ein inaktive, destruktives Wochenende. Der Regen, das Gewitter, lähmt zusätzlich die Gemüter. Wochenenden unterbrechen den Arbeitsrhythmus, den klaren Aufgabenbereich. Die Anforderungen im privaten, sind einfach anders gelagert. Die Menschen sind nicht wirklich lebendig.
    LG. Monika

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    • gkazakou schreibt:

      Sagst du das über das Bild oder generell über Wochenenden? Ich bin jedenfalls nicht einverstanden. „Lebendigkeit“ und „klarer Aufgabenbereich“ sind für mich keine Synonyme. Und warum sollte Inaktivität destruktiv sein? Auch finde ich Gewitter belebend und nicht lähmend. Vielleicht magst du mir deinen Gedanken erläutern?

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      • Monika schreibt:

        Für mich Gerda, ist dein Bild unanfechtbar, ohne Zweifel. Das erst einmal vor weg. Dennoch assoziiert es. Es sind nur meine Gedanken, die aus meinem Unterbewusstsein empor steigen und mir zeigen, so war es für mich, bei anderen und so ist es noch bei vielen, heute.
        Ein Gewitter und da gebe ich dir recht, hat eine reinigende Komponente. Eine Spannung entlädt sich, manchmal verheerend, manchmal einfach nur laufend, fließend. Ohne Katastrophen, anzurichten. Eine entladene Gewitterluft kann, ich betone, kann erfrischend sein, ist aber nicht immer.
        Dieses dein Boot, kommt mir vor, wie ein Fährboot. Menschen werden von einem Ort zu einem anderen gebracht.
        Für mich steht dort eine Familie. Unbeteiligt von allen und jeden, seiner Aufgabe gerecht werdend, der Fährmann. Dann die (Oma) oder Schwiegermutter, die Alte, Weise. Das Kleinkind mit der sich zuwendenden Mutter, der übermächtige Vater und dahinter der Sohn in gleicher Größe wie die Mutter (Ehefrau).
        Über allem die Ziegel der Gedanken, sie scheinen sich zu verbinden, um eine Abdeckung zu bilden, aber sie sind nur aneinander gereiht. Wenn ein Wind käme, würden sie auf sie hinunter fallen und die Menschen, wären ihrer Wünsche entblößt, oder aber aus ihrer Starre erwacht.
        Dieses Boot versinnbildlicht für mich eine Reise ins Wochenende. Also die Unterbrechung des Alltags. So wie ein Gewitter, die Schwüle unterbricht. Nicht nur bereinigt.
        Inaktivität kann und in den meisten Fällen ist es auch so, eine Bereicherung sein. Aber nun stelle ich mir einen Vater / Ehemann vor, der inaktiv im Sessel sitzend Zeitung liest, das Wochenende verbringt. Eine Mutter die das Kleinkind in seiner beginnenden Bewegungsmotivation ausbremst, weil die Schwiegermutter, ihre Ruhe haben will und soll. Ganz zu schweigen von dem Erbprinz, Stammhalter „Sohn“, der seinen Vater im Verhalten, gleicht.
        Destruktiv, zerstörerisch deshalb, wenn die gesicherten Werte, die dieses Wochenende auszeichnet, angegriffen werden, um es zu ändern.
        Das Wochenende hat Rituale, um zu überstehen. Unbeschadet. Man sehnt sich nach den eingefrästen Gewohnheiten, des Alltags.
        Der Aufgabenbereich, ist für mich die notwendige Betätigung unter der Woche. Ich weiß, was ich zu erledigen habe, die Erwartungen an mich sind klar gestellt. Es spielt eine Befriedigung bei Erfüllung der Dinge bei mir ein. Ich bin zufrieden, vielleicht glücklich, weil erbrachte Leistung eine gestellte Herausforderung an mich ist. ICH habe geleistet. In meiner Arbeit spüre ich mich, in einer Herausforderung, lerne ich meine Begrenztheit kennen.
        Wir alle, zumindest ich, sind in unseren Ritualen gebunden, mehr oder weniger. Nicht frei.
        Nur dann, wenn jemand uns bewusst macht, mit Hilfe eines Bildes, reflektieren wir.
        Danke.
        LG. Monika

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    • gkazakou schreibt:

      Danke herzlich, Monika, für deine ausführliche Stellungnahme. Jetzt verstehe ich. Du hast den Figuren Rollen zugeordnet – hast fast eine „Familienaufstellung“ gemacht, was gar nicht so abwegig ist, denn damit beschäftige ich mich, wenn ich nicht male oder blogge, hauptsächlich. Und recht hast du: was sich im Alltag an Spannungen aufbaut, hat die Neigung, sich am Wochenende oder an Feiertagen (zB Weihnachten) zu entladen. Die Schwüle wird zum Gewitter, etwas wird vielleicht bereinigt, aber wahrscheinlicher ist es, dass die gegeneinander stehenden Energien sich destruktiv entladen. Deshalb ist bei familiären Wochenendausflügen sorgfältig auf die Einhaltung von eingespielten Ritualen zu achten, um ohne Krach über die Runden zu kommen. Doch entsprechen diese Rituale eben nicht dem alltäglichen Arrangement, in dem jeder, einigermaßen geschützt vor den Attacken und Grenzüberschreitungen seine „Lieben“, selbstgesetzten Aufgaben nachgehen kann. Die Untätigkeit wird zur Gefahr. Hinzu kommen die Erwartungen an solche Ausflüge, die fast zwangsläufig enttäuscht werden. Wenn der Streit (das Gewitter) ausblieb, kehrt jeder ein wenig frustriert, aber aufatmend in seinen Alltag zurück, und die Ehefrau zeigt ihren Freundinnen stolz die Fotos von ihrem beneidenswerten Familienleben.
      So kannst du das Bild lesen. Danke für diese Erweiterung. Und komm gut über das Wochenende, liebe Monika!

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  5. Maren Wulf schreibt:

    Bö(ö)tchen fahren – wie ich den Ausdruck liebe! Und mehr noch das Tun. An einem der raren Hamburger Spiegeleier-Tage dieses Sommers haben wir kürzlich in multinationalen Kanu- und Tretboot-Teams die Alster erobert, dass es eine Lust war.

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  6. bruni8wortbehagen schreibt:

    Nach drei Mann in einem Boot klingt es nicht, liebe Gerda,
    es klingt nach viel mehr. Nach Familiengeselligkeit, nach Menschengeselligkeit und in Deiner Lebearbeit kommt es wundervoll zum Ausdruck. Sie schaukelt sie alle mitten in die gute Laune hinein.

    Ja, alles hat seine Zeit, donnernder Zeus, der lautstarkt von folgendem Regen kündet und dann endlich das, was sich zum Wachstum dringend übrer die Erde ergießen muß, das heilende Nass,
    das nach einer Zeit getan hatte, was sinnvoll war und dann den Sternen, dem halben Mond und danach dem hellen Morgen das Feld überläßt.

    Nun ist er da, der helle Morgen und die Sonne eilt sich, uns ihre Strahlen zu schenken.
    Ein kleiner Kater kommt von der Seite und ich muß achtgeben, daß er sich nicht wieder an meinen nackten Beinen emporhangelt, denn das gibt die vielen kleinen Stellen, die so leicht bluten bei mir. Dabei nutzt er die Beine doch nur wie den Kletterbaum zum ersehnten Schoß 🙂

    Liebe sonnige Grüße von mir

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