Mittwochs-Etüde No. 1: Mit spitzem Bleistift

Dieser Tage krame ich viel in alten Dossiers, um zu sichten und zu sehen, was sich aufzuheben lohnt. Aus der ersten Zeit, als ich noch mit Feuereifer Etüden machte in der Meinung, dass man sein Instrument beherrschen muss, bevor man das große Konzert gibt – aus jener frühen Zeit also habe ich massenhaft Zeichnungen jeder Art. Fleißig war ich, das muss ich schon sagen, sehr fleißig.

Heute und jeden Mittwoch möchte ich euch jeweils eine Art von Übungen zeigen. Ich beginne mit dem Beginn: Zeichne mit spitzem hartem Bleistift ein Stillleben mit Obst, Kanne und Krug.

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Warum nicht mit weichem Bleistift? O nein, Disziplin muss sein. Feiner Strich muss neben feinen Strich gesetzt werden, bis sich der Gegenstand rundet. Radieren gilt nicht. Zum Glück rühren sich die Äpfel und Orangen nicht von der Stelle. Nur manchmal flimmerte es mir vor den Augen, denn dies Zeichnen mit hartem Bleistift, unter künstlichem Licht, geschah meist nachts.Tagsüber war keine Zeit.

Doch gab es Sonntage, und wenn dann das Licht durchs Fenster fiel und die Dinge weich umarmte, wurden auch die Formen ein wenig weicher.

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Hier noch einmal ein Ausschnitt der ersten Zeichnung, um besser zu erkennen, wie Licht und Schatten wieder gegeben werden …

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Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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17 Antworten zu Mittwochs-Etüde No. 1: Mit spitzem Bleistift

  1. mmandarin schreibt:

    immer wieder verblüffend, was ein Bleistift so alles kann – mit dem entsprechendem Künstler dran, versteht sich. Fein !

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  2. mannigfaltiges schreibt:

    Der Fleiß hat gelohnt. Die Äpfel – zum reinbeißen.
    Chapeau!

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  3. teggytiggs schreibt:

    …ein schöner Unterschied zwischen beiden Zeichnungen, Du hast das Licht sehr schön eingefangen…und fleißig warst Du, unglaublich fleißig, wahrscheinlich aus Begeisterung, nehme ich an…

    liebe Grüße

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    • gkazakou schreibt:

      O ja, begeistert war ich. Das Zeichnen war damals eine Art Lebensrettung für mich, nur so ertrug ich die täglichen Schwierigkeiten. danke teggytiggs!

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      • Monika Bartel schreibt:

        Das kenne ich „sich“ das Leben retten. Danke, dass Du Deine Bilder ins „Netz“ stellst. Sagt man doch so, oder? Sie – Deine Schätze – sind für mich eine Aufforderung, anders zu denken. Lernen zu erkennen, verstehen. Glaube mir, ich bin von allem weit entfernt. Das Einzige, ich kann Dein Geschenk auf mich wirken lassen.
        LG. Monika

        PS. unter Literatur steht. „Juttareichert“, die Seite kann nicht geöffnet werden.

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      • gkazakou schreibt:

        Liebe Monika, Danke für den Hinweis, wg Jutta. Ich weiß, ich habe da was falsch gemacht, weiß aber nicht, wie ich es korrigieren könnte. Jutta heißt Reichelt (nicht Reichert),du findest ihren Blog direkt oder durch Anklicken des Links am Anfang meiner Geschichten.
        Im übrigen: Du hast dich schon oft „gerettet“ und wirst es wieder tun. Liebe Grüße von Gerda

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      • teggytiggs schreibt:

        …ich habe es fast vermutut, den Anker…aber schöne Resultate hat es hervorgebracht…

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  4. haluise schreibt:

    UFF … ~~~~~~~~~ … värry mucho verehrung meinerseits — LUISE

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  5. bruni8wortbehagen schreibt:

    Wundervoll, Deine Zeichnungen in schwarz/weiß mit Deinen Erklärungen dazu.
    Der harte Bleistift wunderte mich zuerst, aber dann begann ich ihn zu verstehen.
    Mit dem Beginn zu beginnen *schmunzel* erfordert Klarheit der Gedanken und sie teilst Du dem Papier mit, aber es muß wissen, was Du genau möchtest und SO setzt Dich ihm gegenüber durch, wenigstens kommt es mir so vor… Sehe ich es falsch, liebe Gerda?
    Toll, der Lichteinfall, der alles in weiches Licht taucht, der die Konturen sanfter und zarter erscheinen läßt.
    Wie groß sind denn Deine Bilder?

    Liebe Abendgrüße von Bruni

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  6. gkazakou schreibt:

    Die Zeichnungen dieser Art sind meistens DIN A3 (so auch diese beiden), sonst manchmal auch A2 oder A4. Später machte ich dann sehr große Kohlezeichnungen. Sich gegenüber dem Papier durchsetzen – eine interessante Vorstellung. Stimmt schon, so eine leere weiße Fläche kann einen anfangs ganz schön einschüchtern, und ein harter Bleistift wird sich dem Papier nur mitteilen, wenn er entschlossen eingesetzt wird. Zum Glück ich bin kein besonders ängstlicher Mensch🙂 Gute Nachtgüße von einer triefend nassen Regennacht in der Mani.

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  7. bruni8wortbehagen schreibt:

    *lächel*, Es war win spontaner Einfall von mir und so ganz falsch scheint er ja nicht zu sein.

    Liebe Morgengrüße zu Dir. Hier scheint die Sonne, aber wärmend ist sie noch nicht…

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  8. bruni8wortbehagen schreibt:

    Ich glaube, hier wird die Sonne Gewinner sein!

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