Dem Teufel ins Auge sehen (tägliche Zeichnung, Kopie)

Warum wegschauen? Wenn einen etwas ängstigt, ist es doch besser genauer hinzuschauen und zu prüfen, was an der Sache dran ist. Also schaute ich mit heute Dürers Teufel an, der mit dem Ritter und dem Tod dahergeritten kommt. So ein witziger Kerl! Ein herziger Teufel, fürwahr! Ich hab mich drangemacht, ihn zu kopieren, und gewann ihn mitsamt seinen Kugelaugen, Lefzen, Hörnern und Schweineschnauze richtig lieb.

Möchtest du ihn vielleicht farbig (farbverstärkt), um dich zu gruseln? Aber nein, er bleibt harmlos.

Den Original-Teufel siehst du in den Collagen, die ich mit dem Blumennarr gemacht habe.

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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17 Antworten zu Dem Teufel ins Auge sehen (tägliche Zeichnung, Kopie)

  1. Ulli schreibt:

    Das liegt an seinem Blick, der ja nahezu herzig zu nennen ist 🙂
    Zu deinen Gedanken, wie man mit Tod und Teufel und allerhand Unbill umgehen kann (sollte), kann ich dir nur zustimmen.

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  2. gkazakou schreibt:

    genau, Ulli, ein herzig-treuherziger Teufel….

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  3. bimatter schreibt:

    etwas, das dem Gemüt und Denken die Schranken des Irdischen und Endlichen setzt – fein bis grob schraffiert gestaltend ins Bild gesetzt. Mit Schrecken und Schaudern soll es verbunden sein, um „Ehrfurcht“ zu nehmen oder zu geben?

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  4. Ule Rolff schreibt:

    Ziemlich gut getarnt ist dieser Teufel in all der Schraffur, ich musste ihn regelrecht suchen. Aber einmal gefunden, schaut er so „liab“ aus dem felligen Gestrichel, dass man ihn fast streicheln möchte. Oder lauert da doch ein tückisches Restchen in seinem Blick? Zum Fürchten jedenfalls scheint er mir nicht.

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    • gkazakou schreibt:

      Bei Dürer ist er freilich weniger „getarnt“, und sein Blick ist ein wenig hinterhältiger. Aber mir begegnete er halt freundlich. Ein armer Teufel und durchaus kein Bösewicht. Er erfüllt ja auch nur seine Pflicht im Weltenplan. Liebe Grüße zur Nacht!

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  5. pflanzwas schreibt:

    Er sieht nicht wirklich finster aus 🙂 Und man sollte sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Es ist witzig, was du schreibst und gemacht hast. Kürzlich habe ich in einem Kurs den „Fleischfressenden Geier“ von Goya als Vorlage benutzt, dann verfremdet und mit Collagen gearbeitet. Der gruselige Todesgeier ist ziemlich schnell zur Witzfigur geworden und es kamen immer schrägere Sachen dabei heraus 🙂 Vielleicht zeige ich demnächst mal was. Mir hat es jedenfalls viel Spaß gemacht. Ich fand es interessant, daß du in letzter Zeit so viel mit Collagen gemacht hast. Bei mir war es lange her, aber ich bin zuletzt sehr angetan gewesen. – Was den Schrecken angeht: er macht vieles sichtbar, was wir sonst verdrängen. Eine Gelegenheit, sich mit unseren Ängsten auseinanderzusetzen.

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Almuth, ja, zeig doch bitte was du da gemacht hast. Ich stimme dir im übrigen zu, dass es eine Zeit ist, sich mit den inneren Gespenstern und Dämonen (Ängsten) zu befassen. Drum auch der Titel. Wenn wir das nicht tun, können die Herren dieser Welt mit uns machen, was sie wollen. Dann sind wir voll manipulierbar und verlieren unser eigentlich Menschliches: den freien Willen. LiebeGrüße und einen schönentag wünsche ich dir!

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    • gkazakou schreibt:

      Für dich ist immer alles so sonnenklar, liebe Gisela. Was ich als Gedanken ins Spiel bringe, wird bei dir zu einer Wahrheit oder zu einem Irrtum.

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  6. Gisela Benseler schreibt:

    Ich glaube, was „pflanzwas“ schreibt, entspricht auch am meisten dem, was ich schreiben möchte. Aber besser sagen kann ich es auch nicht.

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  7. Gisela Benseler schreibt:

    Eine „Pflicht im Weltenplan“ erfüllt der Teufel aber nicht. In Goethes „Faust“ sagt er (Mephisto an dessen Stelle) zwar, sich selbst überschätzend: „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft“. Insofern könnte man von einem „Sinn“ sprechen. Das zeigt aber nur an, wie wir Menschen erst durch das Herausfordernde anfangen, uns wirklich zu bewegen. Das ist eigentlich nur ein Armutszeugnis für uns.

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    • gkazakou schreibt:

      und was ist mit Hiob?

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      • Gisela Benseler schreibt:

        Goethe hat sich ja auf Hiob bezogen. Ja, darin scheint es so. Ich glaube aber, es ist auch schon Dichtung. Und im „Prolog im Himmel“ hat Goethe es aufgenommen. Ich fühle mich von dem Prolog,sehr angesprochen. Doch ein „Versucher“ war nicht vorgesehen. Darüber kann man auch in der Bibel einiges finden. Luzifer war zuerst ein Engel und hätte als Engel viel Gutes tun können und sollen. Doch in dieser Sonderaufgabe auf Erden, Menschen zum Erkenntnislicht zu führen, überschätzte er sich selbst und stürzte in die GOTTFERNE. Aus dieser dunklen Tiefe heraus versucht er sich an den Menschen zu rächen; denn den Menschen gibt er die Schuld dafür, daß er zum „Versucher“ wurde.

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  8. Verwandlerin schreibt:

    Ich sehe meinen Ängsten auch am lìebsten Mittels Kunst ins Auge… Schreiben, Musik, Videos mit meiner Tochter drehen.

    Gefällt 2 Personen

  9. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Toll, wie Du ihm auf den Leib gerückt bist, liebe Gerda. Er ist nicht wirklich teuflisch, sondern Dürer läßt ihn im Hintergrund zum Vorschein kommen und nahm ihn wohl auch nicht so recht ernst,
    Es wird wohl wirklich nur ein armer Teufel sein, zu mehr reicht seine Kraft nicht aus. Das wirklich Böse verkörpert er hier nicht.
    Er ist Dir wohl gelungen und ich gegucke ihn nun ziemlich zufrieden. und grusele mich überhaupt nicht 🙂

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