Morgens mit Filzi im Olivenhain (Zwei Skizzen, acht Bearbeitungen)

Kein Kuli aufzutreiben, alle sind ausgemalt oder vertrocknet. Nur der dicke blaue Filzi gibt noch Farbe von sich. Also muss er genügen.

Ich steige die steinernen Stufen in unserem Olivenhain hinunter und suche mir einen schattigen Platz, von dem ich mit der Hand Laub und Ameisen fege. Mir gefällt, was ich sehe: noch sehr dunkle Olivenstämme und die obere Umfassungsmauer zeichnen dunkle Linien und Flächen in das Gewirr aus Licht und Laub und hohem Gras. Meine Zeichnungen sind weniger perfekt, dafür aber kann ich sie reintragen und mir „hohe Kunst“ per Computer erzeugen.

Hier die erste Zeichnung mit drei Bearbeitungen.

Und die zweite Zeichnung mit fünf Bearbeitungen.

Ach! Wozu dich mit Farben und Leinwänden quälen, wozu dein Portemonnai mit dem Kauf von Kunstdrucken belasten … wenn du mit ein paar Klicks eine Filzi-Zeichnung in ein prächtiges Ögemälde oder in einen kostbaren Holzdruck verwandeln kannst?

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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20 Antworten zu Morgens mit Filzi im Olivenhain (Zwei Skizzen, acht Bearbeitungen)

  1. Myriade schreibt:

    Diese Van Gogh-artigen Linien , wo doch auf dem Original weißer Untergrund ist ….. ist das vorhersehbar oder sind die Bearbeitungen Glücksspiel ?

    Gefällt 6 Personen

    • gerda kazakou schreibt:

      Inzwischen kann ich ziemlich gut kalkulieren, was beim Einsatz welcher Filter herauskommt. Manche Überraschungen gibt es freilich immer noch, insbesondere wenn ich mehrere Filter hintereinander schalte, und so bleibt es spannend.
      Die Lineamente entstehen durch den Ölfarbenfilter, der auf verschiedendste Weise genutzt werden kann – so kannst du zB die Dicke der „Pinselstriche“, ihre Richtung, ihre Größe etc bestimmen. Die Farben entstehen durch das Foto der Zeichnung. Auch ein Foto einer SW-Zeichnung ist ja latent farbig, Diese Farbigkeit verstärke oder verschiebe ich, bis mir das Ergebnis passt.

      Gefällt 3 Personen

    • wechselweib schreibt:

      Ja, ist wirklich wie bei Van Gogh, sieht toll aus.

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  2. kowkla123 schreibt:

    alles Gute für die Woche wünsche ich, Klaus

    Gefällt 1 Person

  3. Ule Rolff schreibt:

    Wunderbar finde ich beide Zeichnungen, liebe Gerda, der Filzer gibt deinem Strich etwas mehr Stärke, was dem Charakter der Linien etwas Gravurartiges gibt.
    Das Blau gibt den Zeichnungen einen Hauch Nachtstimmung.
    In deinen Bearbeitungen finde ich, wie Myriade, bei der ersten das van-Gogh’sche und bei der dritten die Anklänge an Munch frappierend. Wie sie frage ich mich, wie viel Überraschung auch für dich in der Bearbeitung steckt bzw. wie gut du deine Filter inzwischen kennst, dass du ihre Wirkung planst.
    Jedenfalls ist das mal wieder ein sehr anregender Beitrag mit meinen (deinen, natürlich) lieben Olivenbäumen.

    Gefällt 3 Personen

    • gerda kazakou schreibt:

      Danke, Ule. Ich finde den Filzi interessanter als ich dachte, besonders das etwas Zerhackte des Strichs gefällt mir, dazu auch das Gravourartige und Nächtliche, das du anmerkst.
      Die Filter kenne ich nun recht gut (ich habe ja nur ein sehr geringes Arsenal), das meiste gelingt mir gleich beim ersten Anlauf so (ich hatte van Gogh on my mind), wie ich es mir vorstelle, aber manches bleibt auch überraschend.
      Und ja, die Olivenbäume sind und bleiben ein hervorragendes Sujet….

      Gefällt 4 Personen

      • Ule Rolff schreibt:

        Wie merkwürdig, dass uns manchmal der Mangel an vertrautem Material zu neuen und fruchtbaren Erfahrungen nötigt.
        Wenn die Arbeit mit den Filtern im ersten Anlauf eine vorhandene Vorstellung erreicht, bist du wirklich sehr versiert im Umgang damit. Bei so viel Übung ist das aber vielleicht auch kein Wunder. Danke jedenfalls für deine Antwort auf meine Neugier 🙂!

        Gefällt 2 Personen

    • gerda kazakou schreibt:

      Liebe Ule, ich hab den Mund viellleicht doch in bisschen zu voll genommen. Einzelheiten kann ich nicht sicher voraussehen, sondern nur die Richtung, in die ich mich bewegen will. Normalerweise setze ich einen Filter auf den anderen, gehe auch vor- und rückwärts, um zu vergleichen. Besonders viel arbeite ich mit dem Regler, der eine Wirkung verstärkt odr abschwächt. Und da schaue ich natürlich bei jedem Schritt genau hin, was ich möchte. Nicht immer habe ich die Mittel, um die Wirkungen zu erzeugen, die ich gerne hätte, und muss mich mit dem bescheiden, was als Instrumente verfügbar ist.

      Gefällt 2 Personen

    • gerda kazakou schreibt:

      Unbedingt, Ule! Wenn ich nichts Neues mehr entdecken kann, hör ich mit dem Bearbeiten auf – oder lege mir ein anderes Instrumentarium zu. Routine ist mir verhasst.

      Gefällt 1 Person

  4. kowkla123 schreibt:

    hoffe, du bist gut in die Woche gestartet?

    Gefällt 1 Person

  5. puzzleblume schreibt:

    Bei der ersten Zeichnung gefällt mir die erste, heiter tanzende Bearbeitung als besonders angenehm empfunden, die letzte, dramatische, in der rechts auf einmal zwei kleine, zusammengekauerte Tierchen Schutz zu suchen scheinen, wegen der hineinzuphantasierenden Geschichte.
    Bei der zweiten Zeichnung fasziniert mich das Original mit den vielen Ansatz-Tupfen am meisten, als hätten Blicke verschiedener Geschwindigkeit Marken hinterlassen, gefolgt von dem gelb-blauen, weicheren Tanz der Baumgestalten vom Bild IMG_9186 web ddd, das mir ein anderes Zeitgefühl vermittelt, und die Bäume als Handelnde erscheinen lässt.

    Gefällt 2 Personen

  6. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Du schaffst Kunst mit links und mit rechts, liebe Gerda, und hast Du sie gescháffen, dann bearbeitest Du noch und ich, die ich anfangs gar keine Bearbeitungen mochte, beguckt sich nun fasziniert das, was mich oft genug total verblüfft,
    Die Bearbeitung der 1. Zeichnung, direkt darunter links, finde ich am feinsten, sie leuchtet mich an. Das Van Gogh Ähnliche scheint ihm in meinen Augen zu ähnlich, es mindert Dein eigenes Schaffen, DAS brauche ich in der Bearbeitung, damit ich sie mögen kann.
    Die 2. Zeichnung ist schon für sich, im Original, wie eine besondere Bearbeitung, mit den originellenTupfen. Die mag ich nur pur 🙂 , liebe Gerda.
    Tja, so verschieden sind die Geschmäcker *schmunzel*

    Gefällt 1 Person

  7. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Ich hab Dich schon gut verstanden, liebe Gerda *schmunzel*

    Gefällt 1 Person

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