Mandelbäume – Weinreben. Zwei Bewegungsstudien

Wir haben in unserem Stadtwald eine Plantage mit alten Mandelbäumen, die schon bessere Tage gesehen haben. Vor etlichen Jahren wollte man ihnen den Garaus machen, um eine Hauptverkehrsstraße zu begradigen, die wegen des Waldes einen Bogen machen muss. Es regte sich Bürgerwiderstand, der schließlich auch erfolgreich war, zumal einer der protestierenden Anlieger Richter am Obersten Gerichtshof war. Aber die Mandelbäume hatte man schon in einer Nacht- und Nebenaktion bis auf einen etwa einen Meter hohen Stumpf abgesägt.

In der Folge wuchsen sie wieder – allerdings zweigen nun oberhalb des Stumpfes dicke Hauptäste ab. Meistens sind es zwei Äste, die eine Art V bilden. Nun sind die Bäume schon sehr alt und bilden nur noch wenige Blüten und Blätter aus.

Heute habe ich dort mit Bleistift und fineliner eine lineare Skizze gemacht.

Auf dem Rückweg machte ich mal wieder beim Weinfeld mit den „Wurzelmännchen“ halt. Die Tür im Zaun war offen, und so ging ich nahe heran und zeichnete zwei dieser verknorzten Figuren, dazu auch andeutungsweise ihre Kumpanen weiter weg. Auch diese Formen sind durch menschlichen Eingriff entstanden: die Reben werden jedes Jahr abgeschnitten, damit mehr Früchte gebildet werden.

Ich finde die Gegenüberstellung der beiden Wachstumsformen interessant.  Wie verschieden doch ihre Charaktere sind! Um dies noch mehr zu betonen, habe ich mal wieder ein bisschen mit fotoshop-Filtern herumgespielt.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, alte Kulturen, elektronische Spielereien, Leben, Meine Kunst, Natur, Umwelt, Zeichnung abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Antworten zu Mandelbäume – Weinreben. Zwei Bewegungsstudien

  1. violaetcetera schreibt:

    Im rechten Bild sehe ich einen Drachen und einen Vogel… In deinen Bildern finde ich immer sehr viel Leben.

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  2. finbarsgift schreibt:

    Feine Zeichnungen, wilde Metamorfosen davon …
    Die knorzigen Wurzelbäume sind immer wieder eine Augenweide, liebe Gerda 🤗
    Liebe Abendgrüße vom Lu

    Gefällt 2 Personen

  3. tontoeppe schreibt:

    Unterschiedlicher können beide Pflanzen kaum sein… schnörkellos und schnörkelig… fein, Gerda. Liebe Grüße. Birgit

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  4. wechselweib schreibt:

    Die Mandelbäume sind sehr stolze und elegante Zeitgenossen. Die Wurzelmännchen dagegen haben den Schabernack im Nacken. Mir gefallen beide.

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  5. kowkla123 schreibt:

    möge es ein guter Tag für uns sein

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  6. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Die Mandelbäume haben ihre einstige Schönheit verloren, während die Weinreben – Wurzelmännchen sich ihren Humor und die Lebenslust erhalten konnten *schmunzel*

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