Das Abaton von Skitsofrenis

Ihr kennt ihn, habe ihn schon verschiedentlich vorgestellt, den Wandmaler Skitsofrenis. Heute sah ich ein paar seiner Bilder – oder besser seiner gemalten Wandzeitung  –  gegenüber einer gemütlichen Taverne mit dem Namen Therapeutirion (Heilanstalt). Die Bilder seien schon da gewesen, als das Lokal aufmachte, sagte mir der Wirt. Überschrieben sind sie mit dem Wort „Abaton“ – das Unbetretbare.

„Abaton“ – das „Nicht-Betretbare“ – hieß der Raum im Asklepion von Epidaurus, in dem Heilung Suchende in tiefen Schlaf versetzt wurden.

Nach intensiver, reinigender Vorbereitung, zu der außer Fasten, Gymnastik und heilenden Kräutern auch spezielle Musik gehörte, wurde der Kranke in einen Raum in der Erde geführt, der war eng wie die Gebärmutter. Dort versenkte ihn der Priester  in tiefen Schlaf (Hypnose bedeutet in Schlaf versetzen). Wenn der Kranke Glück hatte, würde ihm der Gott (Asklepios) im Traum erscheinen, das erkrankte Organ berühren und die geeignete Therapie nennen. Am folgende Tag würden dann die Ärzte entsprechend den Anweisungen des Traums tätig werden.

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Ich betrachtete die Traumbilder des Skitsofrenis durch die Fenster des Therapeutirio und fragte mich, welche Therapie das Land wohl von der „ethnischen Schizophrenie“ heilen könnte, die im Text an der Wand behauptet wird.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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12 Antworten zu Das Abaton von Skitsofrenis

  1. Ulli schreibt:

    ich kann die Sprache nicht lesen, das Leiden ist universell, und bedarf der Wortsprache nicht … heilen? das, liebe Gerda, ist ein wahrlich großes Thema, das weißt du und das weiß ich…

    Gefällt 1 Person

  2. Christiane schreibt:

    Off Topic: „Abaton“ heißt hier DAS Hamburger Programmkino. Ich war bisher immer zu faul, nach der Bedeutung des Namens zu forschen, ich danke dir dafür, mir die Bedeutung jetzt so en passant geliefert zu haben …
    Liebe Grüße
    Christiane

    Gefällt 2 Personen

  3. www.wortbehagen.de schreibt:

    ich fürchte, dafür gibt es keine Heilung, nur die unsinnige Hoffnung, daß sich die Menschen doch noch ändern werden…

    Gefällt 1 Person

  4. Pingback: Griechenlandfotos 05 |

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