Jeder weiß, dass Bilder je nach umgebendem Raum und Beleuchtung verschieden wirken. Das viel belächelte „Über meinem Sofa ist noch Platz für ein Bild 30 mal 70 cm, haben Sie da was Passendes?“ ist so verrückt gar nicht, wie es sich anhört. Ich müsste sogar noch weiterfragen: „Welche Farbe hat Ihr Sofa, was befindet sich links und rechts, wo ist die Beleuchtung, welchen Abstand haben Sie gewöhnlich von der Wand, aus welchem Winkel betrachten Sie es…“, um „was Passendes“ zu empfehlen.
Doch wie ist es eigentlich bei der Herstellung eines Bildes? Wirkt der Raum, in dem der Maler arbeitet, nicht ebenso kräftig bei seinen Entscheidungen mit? Der Maler malt ja nicht nur, sondern ist zugleich auch ein ständiger Betrachter seines Werks, und ich vermute, dass er sein Tun, meist ohne sich dessen voll bewusst zu sein, in die Gegebenheiten des Raums einfügt.
Das wurde mir heute sehr bewusst, als ich eine Farbskizze des Widders fotografierte. Ich zeige euch die Skizze ohne Umgebung und dann, immer weiter mich entfernend, mitsamt dem umgebenden Raum. Schaut selbst: welche Elemente des Raums haben sich im Bild niedergeschlagen? (Zum Vergrößern bitte anklicken).
Für mich ist dieses Bild extrem aggressiv geworden …..
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Huch, find ich gar nicht! Ausdrucksstark, ja, intensiviert durch die Farbgebung. Interessant, die unterschiedliche Sicht!
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ehrlich, ich war nicht gar aggressiv gestimmt. Aber Absicht ist ja nicht gleich Wirkung.
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So ein Bild ist eben vielschichtig ….. Ich seh da zwei Wesen, die mit vereinter Spitze und vollen Einsatz auf ein drittes einstechen
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interessant. ich sehe natürlich nur das, was ich meinte gemalt zu haben. Und dieser meine Meinung wirkt auf das Sehen als Vorurteil. Aber wenn ich die Brille meiner Vormeinung ablege, kann ich durchaus auch das sehen, was du wahrnimmst.
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Sehr interessant! Ich finde es auch wichtig, Bilder in Korrespondenz zum Raum und benachbarten Werken zu hängen. Der Einfluss der Umgebung im kreativen Prozess ist einleuchtend – ich finde in deinem Bild Farben und die Form des Baums wieder – spannend!
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das fiel mir auch zuerst auf. diese dunkle aufgerichtete gespaltene Doppelform vor dem Fenster spiegelt das Gehörn wieder
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Dein Widder gefällt mir sehr, sehr gut. Mir kommt er auch ein bisschen gefährlich … etwas kämpferisch entgegen. Na ja, kämpferisch ist er ja auch, da kenne ich mich aus 😉
Die Umgebung, in der ich selbst male, ist mir sehr wichtig. Bevor ich mit dem Malen beginne, „richte ich mich ein“ und sorge auch für passende Musik … dann macht es mir Freude 🙂
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Ich freue mich besonders über dein Echo, Chrinolo, denn du hast den Widder zu deinem Totem gewählt. Musik höre ich übrigens nicht beim Malen, denn der Einfluss wäre mir zu bestimmend. Ich kann meinen eigenen Rhythmus nicht finden, wenn ich einen anderen höre. Musik höre ich nur, wenn ich sonst nichts tue: nur zuhören, sonst nichts.
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Ich bin im Sternzeichen Widder geboren, liebe Gerda. Daher habe ich zu diesem eine ganz besondere Beziehung 😉
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Frühlingsanfang, eine schöne Zeit, um mit dem Leben zu beginnen. 🙂
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Ich sehe die Granatäpfel und das blaue Licht vor deiner Türe …
herzliche Grüße
Ulli
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o, schön! (zwei Granatäpfel, das Gelbe ist eine Quitte)
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Ich finde dieses Bild strahlt die Stärke des Widders aus, es ist voller Energie! Die Farbgebung gefällt mir sehr gut!
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Die Affinität zum Baum viel mir auch gleich auf!
Wenn man Werke alter Meister ansieht, stellt man oft fest, dass diese in dunkler oder weniger freundlicher Umgebung entstanden sind, sie spiegeln auch die Düsternis ihrer Zeit wider!
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… oder es liegt daran, dass es damals kein elektrisches Licht gab, also bei Kerzenlicht oder Öllampe gemalt wurde. Alles, was in Innenräumen gemalt wurde, ist in solchem Schummerlicht entstanden, auch die Fresken in den Kirchen. Wenn wir sie heute bei voller Beleuchtung sehen, wirken sie auf uns dunkel.
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Ja das stimmt natürlich!😉👍
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na ja, wozu hat der Widder seine Hörner 😉 ?
ich finde den Blick in dein Atelier toll … sowas hätte ich auch mal gerne :)))
LG
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Kommt Zeit, kommt Atelier, liebe Mikesch! Bei mir hats auch etwas gedauert. 🙂
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Und wieder dieser herrliche Tür, da zieht Charakter rein und raus…
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ja, nich? Und diesmal herrlich blau.
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Ich bin verblüfft. Schaue mir zuerst Deinen Widderkopf an und mir geht durch den Kopf, der Widder, der mit dem Kopf durch die Wand will ( *g* meine jüngere Tochter ist auch Widder)
Ich sehe mir den Widderkopf also genau an, erkenne aber keinerlei Aggresivität, nur eine große Ernsthaftigkeit, sehe die wundervoll passenden Farben, mit denen Du gearbeitet hast und klicke mich weiter. Mein Erstaunen wird größer, je weiter ich mich klicke, denn ich sehe fast alle ihn hier umgebenden Farben versammelt. Auch das leicht wässerige Blau von draußen sehe ich und nie hätte ich es bemerkt, hättest Du nicht darauf hingewiesen, liebe Gerda
Liebe Abendgrüße von Bruni
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Ich freu mich über dein Schauen, liebe Bruni! auch ich entdeckte diesen Zusammenhang erst beim Betrachten der Fotos. Ich hatte zwar auch früher schon manchmal eine Affinität zwischen Bild und Umfeld festgestellt, aber so deutlich wurde mir nie, wie sehr das Umfeld das Malen beeinflusst – Formen, Farben, Komposition, Gesamtausdruck – , alles ist eingebettet in den Raum, in dem es stattfindet.
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*lächel*, und hier ist es ganz auffällig. Aber von mir aus hätte ich es nicht entdeckt, liebe Gerda
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