Denn der Regen, der regnet alle Tage, so lässt Shakespeare den Narren im Schlusslied von „Was ihr wollt“ singen. Der Narr hat mit diesem Lied den Oktober beendet und singt nun im November die nächste Strophe mitsamt seinem Refrain. Es ist düster und kalt, und es regnet und regnet. Das Heizöfchen habe ich aus dem Atelier geholt, um mir die Füße zu wärmen. Bei solchem Regen qualmt der Kamin, er ist dann nutzlos. Und für die Ölzentralheizung ist es noch zu früh.
So mit dem Heizöfchen ist es gemütlich. So mag ich dem Regen da draußen zuhören, wie er mal plätschert, mal trommelt. Wenn er pausiert, ist es auch schön, dann kann ich eine Runde ums Haus und auf die Straße machen.
Gegen Mittag machte der Regen eine etwas längere Pause, da schien die liebe Sonne auf die flachen Seen und Rinnsale, die sich unter den Olivenbäumen gebildet haben. Tropf tropf tropft es von den Zweigen hinunter auf die glänzenden Wasserflächen, bildet sich Ring um Ring, und schenkt mir ein Bild, um über Ursache und Wirkung zu filosofieren: Der Tropfen löst eine ringförmige Welle aus, die verbreitert sich, stößt auf Widerstände in Form einer anderen Welle oder eines Grashalms, Interferenzen und neue Tropfen, neue Ringe, ein Steinchen löst sich ab, plum, plutsch und neue Ringe … Wer will das Ergebnis berechnen? So auch jede menschliche Tat: winzig ist ihre Auswirkung aufs Ganze, unberechenbar und ist doch real. Einfache Ursache-Wirkungs-Modelle sind da nicht sehr brauchbar.
Inzwischen plätschert der Regen leise weiter, und der Kater wünscht, meine tippenden Finger zu stoppen, damit sie ihn streicheln. Gleich, gleich! Noch zwei Fotos von heute Mittag! Ist das nicht herrlich? Die Oliven trinken begeistert das Nass, und so werden wir (mein Vertrauen in einfache Ursache-Wirkungs-Schlüsse ist wieder hergestellt!) eine reiche Ernte haben.


Es gab ja ein Erdalter, da regnete es Millionen Jahre lang.
Wie es überhaupt schon vieles merkwürdige und abwechslungsreiche auf dieser Erde gab.
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Ja, und es gibt auch einen Roman von Gabriel García Márquez : „Hundert Jahre Einsamkeit“, da regnet es jahrelang in den Anden , bis alles vermodert ist und sich auflöst. (Das ist natürlich eine Parabel für politische Stagnation und Vermoderung).
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Es gab ja auch ein Erdzeitalter, in dem nichts vermoderte. Da gab es noch keine Bakterien, die etwas mit Holz anfangen konnten. Also schichtete sich alles nach und nach, wurde zusammengedrückt und bescherte uns das schwarze Gold!
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Was für ein wundervoller Regen-und Ruhebeitrag von dir, liebe gerda❣️
Man kann deine Stimmung fühlen und wärmt sich in ihr.
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So ist es ja doch richtig romantisch bei Euch.
Hier ist es auch den ganzen Tag lang schon dermaßen grau,
daß man etwas tun muß, sich an Aufmunterndes zu erinnern
bzw. das dann auch – als neue Ursache –
in die Welt der Empfindungen und Gedanken zu setzen.
Von da aus gehen dann entsprechende reinstoffliche Kreise aus,
die auch anderen spürbar werden, die dafür offen sind.
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