Besonders attaktiv sind die Zeichnungen nicht, die ich mache, um mich noch mehr mit den im Juni durchgenommenen Lektionen in Paul Klees „Pädagogischem Skizzenbuch“ vertraut zu machen. Ich weiß auch nicht, ob ichs richtig treffe, aber für mich ist es eine Übung in Disziplin: was ich mir vorgenommen habe, führe ich möglichst auch durch. Immer lerne ich dabei.
In den Lektionen vom 4.-5. Juni (hier und hier) ging es u.a. um parallele Linien und wie sie sich bei Draufsicht, Seitenansicht und seitwärts verschobenem Standpunkt verhalten.
Ich setzte mich in den Hof und zeichnete die Fliesen einmal in Zentralperspektive, dann in schräger Seitenansicht, von der umlaufenden Mauer aus. Die in der Sonne hellen Fliesen waren teilweise durch Bäume beschattet, was mir sehr zustatten kam: denn so brauchte ich mich nicht auf das geometrische Muster zu beschränken, sondern konnte es mit freien Linien überzeichnen.
Am 6. Juni ging es um Augenlinie und um Ober- und Untersicht von Räumen. Ich schaute von meinem Sitzplatz auf der Ummauerung hinauf zu unserer Turmterrasse mit dem Gestell, das unser Bett beschattet. Es handelt sich also um eine „Untersicht“ aufs Gebäude, das über mir aufragt. Die Augenlinie liegt ungefähr auf dem unteren Rand.
Müssten die blauen Pfeiler oben auf dem Turm nicht schräg zusammenlaufen? Ja, genau genommen schon. Aber wie Klee in der dann folgenden Lektion sagt, sei das zwar physisch richtig, aber psychologisch falsch. Doch dazu dann mehr auf dem nächsten Kalenderblatt.
Auch sonst sind meine Zeichnungen nur annähernd korrekt. Ich bin keine technische Zeichnerin, sondern nehme mir Freiheiten heraus. Oder, wie ich mal jemandem antwortete, der meinte, er könne nicht malen, denn er brächte nicht mal eine gerade Linie zustande: Ich könne auch keine geraden Linien zeichnen, aber das sei mir egal. Gerade Linien seien eh der Tod der Malerei.

Einzeln sehen die Zeichnungen nach nichts aus. Aber insgesamt finde ich Deine Zeichnung wieder künstlerisch sehr ansprechend. Woran liegt das nur? Jedenfalls wirken Deine Linien, gerade weil sie nicht gerade sind, insgesamt sehr sensibel.
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