Farben zeichnen 3: Weihnachtsdeko bei Lampenlicht / Kleine Beobachtungen

Meine „Weihnachtsdeko“ besteht aus Boot, Schwan, Eule und Christstern. Ich habe mich daran, wie ich bereits zeigte, mit Wachskreiden zeichnend, abgearbeitet. Diese Übungen machte ich bei Tageslicht:

 

In der vergangenen Nacht machte ich einen weiteren Anlauf bei Lampenlicht.

Dabei fiel mir auf, wie viel „schwerer“ die Dingwelt bei Kunstlicht ist: die Konturen sind härter, die Schatten tiefer als bei Tageslicht (zumindest dann, wenn wie dieser Tage trübes Wetter herrscht. Das attische Licht ist meist sehr stark konturierend). Meine Absicht, mich ganz dem feinen Spiel der Farben hinzugeben, ohne die Konturen der Dinge groß zu beachten, wurde dadurch konterkatiert. Es packte mich mal wieder das Bedürfnis, den Dingen durch Umrisslinien und Steigerung der Hell-Dunkel-Kontraste mehr Stabilität und Dauer zu verleihen.

Ein Vergleich der Fotografien desselben Motivs bestätigt die Beobachtung: das Tageslicht ist „weicher“, der Kontrast geringer. Auch sieht man hier gut, wie „blaustichig“ das Tageslicht ist – verglichen mit dem „gelbstichigen“ Lampenlicht.

Ein Bildausschnitt des zweiten Fotos verdeutlicht den Unterschied zwischen dem bläulichen nächtlichen Außenlicht und dem gelblichen elektrischen Licht im Innenraum.

Dass sich Farben im Außen- und Innenraum unterschiedlich verhalten, ist Malern schon früh aufgefallen. Dazu ein anderes mal.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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13 Antworten zu Farben zeichnen 3: Weihnachtsdeko bei Lampenlicht / Kleine Beobachtungen

  1. Gisela Benseler schreibt:

    Wieder sehr schöne zeichnerische Beobachtungen über das Tageslicht und das Kunstlicht. Dies alles zusammen macht es vielseitig und lebendig, und Du bleibst in Übung und entdeckst immer Neues, Gerda.

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  2. Alexander Carmele schreibt:

    Ich verspüre eine seltsame Vorliebe für diese vorwitzige Eule. Im übrigen mag ich sehr deine Farbwahl!! Guten Start in die Woche!

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  3. Die Eule ist ganz wundervoll. Ich mag sie sehr, so wie auch Dein Foto von ihr mit dem
    geheimnisvollen Hintergrund.

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  4. pflanzwas schreibt:

    Ja, die verschiedenen Lichtsituationen sind schon interessant. Wieviel anders die Farben beim Malen ausfallen müßten, kann man sich vorstellen. Deine farbigen Zeichnungen gefallen mir gut!

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Almuth. Nicht nur die Farben, auch das Zeichnerische, die Kontraste, wirken anders. Bei Vergleichen von Kunst früher und heute vergisst man allzu oft, unter welchen Lichtverhältnissen gemalt wurde. Bei der Präsentation der Bilder gilt dies natürlich umso mehr. Sehr beeindruckte mich die Tageslicht-Beleuchtung in einem Berliner Museum mit Alter Kunst (Mittelalter).

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      • pflanzwas schreibt:

        Das kann ich mir gut vorstellen. Unter Tageslicht sieht man alte Kunst ja selten. Jedenfalls noch mal ein guter Hinweis von dir! Ja, wer weiß, was das für sparsame Lichtquellen waren, unter denen gemalt wurde. Lichtverwöhnt wie ich bin, kann ich mir das kaum vorstellen.

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