Oxi-Tag. Über Krieg und Frieden (mit Dora)

KRIEG:

Gestern war griechischer Nationalfeiertag, der sogenannte Ochi-Tag. Οχι (ochi) bedeutet Nein. Gesagt hat es am 28. Oktober 1940 der autoritär regierende Ministerpräsident Joannis Metaxas 1871-1941), als der italienische Botschafter ihm frühmorgens an der Haustür eine Depesche überreichte. Musolini verlangte darin ultimativ die Erlaubnis zur Errichtung italienischer Stützpunkte. Metaxas wies die Zumutung entschieden zurück.  

Vermutlich sagte Metaxas nicht ΌΧΙ , sondern NON, um traurig hinzuzufügen: C’est la guerre. Krieg also, den er, der Politiker im Generalsrang, keinesfalls wollte.  

Zwei Nächte zuvor hatte der italienische Botschafter zu einer Operngala mit Puccinis Oper „Madame Butterfly“ geladen. Seine Exzellenz hatte mit Metaxas und dem griechischen König Georg auf die griechisch-italienische Freundschaft angestoßen und eine Torte mit der Inschrift „Lang lebe Griechenland“ auftragen lassen. Tja. Im Morgengrauen des übernächsten Tags war es mit der Freundschaft leider schon vorbei.

Für Joannis Metaxas wird das eine traurige Entwicklung gewesen sein, denn er stammte von den Ionischen Inseln (*1871 auf Ithaka), liebte schon deshalb Italien, und auch für die deutsche Kultur und Sprache hegte er Sympathien, zumal er an der preußischen Militärakademie in Berlin studiert und 1902 mit Auszeichnung abgeschlossen hatte. Aber Landesverrat kam für ihn nicht in Frage. Außerdem verabscheute er die Nazis wegen ihres Antisemitismus. „Besser wir sterben alle, als dass wir Hitler untergeordnet sind“, hatte er in sein Tagebuch notiert.  Also sagte er zum italienischen Botschafter „Non“, und schon begann der längst geplante italienische Einmarsch. Zum großen Erstaunen der Welt aber schlugen die zahlen- und waffenmäßig unterlegenen griechischen Verbände den Angriff zurück. Das wiederum „zwang“ Hitler, das neutrale Griechenland zu überfallen und vier furchtbare Jahre lang zu drangsalieren. Metaxas erlebte es nicht mehr, er starb drei Monate vor dem Einmarsch der Deutschen. (Näheres zum OXI auch hier oder auch hier)

Legearbeit ΟΧΙ 2. Weltkrieg

Gestern also war OCHI-Tag, und in Thessaloniki fand die alljährliche Parade und Waffenschau statt, auf dass jeder, der sich anmaßt, die Souveränität des Landes und die Unverletzlichkeit seiner Grenzen in Frage zu stellen, sich eines Besseren besinne.  NO – Ochi – Nein – Hayir! 

Trotz des martialischen Gepräges ist diese Veranstaltung übrigens eine recht friedliche Angelegenheit. Ein paar stills von der Übertragung im TV mögen das dokumentieren.

FRIEDEN:

Das Fest fiel auf einen Freitag, herrliches Wetter war auch, und so begaben sich die Menschen, die das konnten, zu einem freien „TRIMERO“ (DreiTag) an einen der beliebten Orte in den Gebirgen oder an der See – die Hoteliers und Gastronomen freuten sich.

Wir trafen uns mit einem befreundeten Paar zum Essen in einem Garten, der von einem befreundeten Koch als ad hoc Restaurant und Kochschule betrieben wird. Diesmal hatte er zu einem Menue geladen.  Wir waren zunächst die einzigen Gäste, plauderten unter weißem Zeltdach im weitläufigen Garten bei dezenter Hintergrundmusik, wurden vom Meister und seinen Gehilfinnen fürstlich bedient und genossen das Ambiente, die Speisen und den exzellenten Hauswein. Unerschwinglich? Nö. Pro Person 25E .

Hab ich schon erwähnt, dass Dora mit von der Partie war? Nein? Sie bot sich sogar an, mithilfe ihrer Latüchte die Speisen warm zu halten. Hier seht ihr sie in Aktion. Die Bunten sind unsere Freunde und mein Mann in festlicher Verkleidung.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Collage, Dora, Erziehung, events, Feiern, Fotocollage, Geschichte, Krieg, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst, Politik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Oxi-Tag. Über Krieg und Frieden (mit Dora)

  1. Peter Klopp schreibt:

    Vielen Dank! Das ist ein beeindruckender Post zum Frieden und ein deutliches Nein zum Krieg.

    Gefällt 1 Person

  2. Jaaaaa, möge Frieden sein, liebe Gerda.
    Mögen endlich alle Waffen ruhen und die Liebe zwischen den Menschen machtvoll durch alle Länder ziehen❣️

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..