„Der umherziehende Samariter“: Sonntag in Koroni

Wir fuhren am Sonntag zu einer Buchvorstellung nach Koroni – oder hier …(Korona bedeutet auf griechisch Krone und hat nichts, aber auch gar nichts mit dem neumodischen C-Phänomen zu tun). Das Buch „Der umherziehende Samariter“, das Eleni Tagonidi-Maniataki in jahrelanger Arbeit zusammengetragen hat, ist ein mit den verfügbaren historischen und architektonischen Daten bestücktes Register der Kirchen im Verwaltungsbezirk von Pylos-Nestoras, zu dem auch Koroni gehört (der westlichste „Finger“ der Peloponnes). Wieviele Objekte das sind?  Nun, 415 Kirchen und Kapellen hat Eleni erfasst und dokumentiert. Eine Heidenarbeit … ahäm, eine mühevolle christliche Arbeit, meine ich natürlich.

Zur Vorstellung des Buches stiegen wir im Schweiße unseres Angesichts viele viele Stufen empor…

denn das Ereignis fand auf dem Vorplatz der schönsten Kirche oberhalb des Städtchens  statt. Man schaut von dort einerseits auf das Gemäuer der gewaltigen mittelalterlichen Burg, die im Laufe der Geschichte oft die Herrscher wechselte, dann zu zerfallen begann und nun in einer gewaltigen Anstrengung der Gemeinde restauriert wurde …

und auf der anderen Seite aufs offene glitzernde Meer.

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Was Rang und Namen hat – ob Kommunalverwaltung, Geistlichkeit oder Akademie – versammelte sich und genoss, so hoffe ich, das musikalische Programm (Arien und Solostücke für Violine und Mezzosopran) sowie die wohlgesetzten Worte des Nomarchen des Peloponnes, der Bürgermeister, des Bischofs, des Archäologen, der Kulturwissenschaftlerin … und der Autorin selbst. Für mich war es ein Erlebnis, diesem Kaleidoskop der höflichen und sachkundigen Rhetorik in schönstem Umfeld  zu lauschen.

Das Buch selbst kann mir als Leitfaden bei eigenen Ausflügen in die Region von Pylos-Nestoras dienen. Unser „Finger“ – die Mani – ist zwar reicher an byzantinischen Kirchlein, aber auch in der Nachbarregion von Pylos-Nestoras  gibt es einige lohnenswerte kirchliche Ziele.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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14 Antworten zu „Der umherziehende Samariter“: Sonntag in Koroni

  1. Gisela Benseler schreibt:

    Das war sicher für Dich ein in vieler Hinsicht schönes Erlebnis, Gerda! Die Photos beeindrucken ja schon.

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  2. mikesch1234 schreibt:

    Klar, corona = Krone … aber so wird das neumodische C-Virus eben auch … optisch … dargestellt

    ein alter Name, neu vergeben …
    Umarme dich, Hille

    Gefällt 1 Person

  3. Ingrid Spieker schreibt:

    Liebe Gerda * Deine Blickwinkel auf Koroni sind wieder etwas ganz Besonderes * Für mich ist es Kunst * Danke *
    UND
    Ein System ohne Kunst ist nicht relevant 🦉

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  4. Mitzi Irsaj schreibt:

    Das Blau auf den Fotos ist wunderschön. Aber auch der Rest des Tages den du beschrieben hast klingt spannend und schön. Mir fällt das Blau heute wahrscheinlich so in die Augen, weil es einerseits wirklich traumhaft ist, und ich andererseits heute ein bisschen zu viel grau von Häusern und Straßen gesehen habe.

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  5. Peter Klopp schreibt:

    Da wäre ich gerne dabei gewesen. In Kanada auf dem Lande sind solche kulturellen Ereignisse sehr selten.

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  6. hanneweb schreibt:

    Diese Buchvorstellung an diesem so fantastischen historischen Ort war offensichtlich mit Erfolg gekrönt, Gerda und am meisten beeindruckt mich hier gerade diese sehr imposante Burg auf dem Berg, bei dem sich augenscheinlich ein großes Stück Fels losgelöst hat.
    Dankeschön fürs daran teilhaben lassen und liebe Grüße von Hanne🤗

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    • gkazakou schreibt:

      Die Burg ist wirklich sehr imposant. So wie hier sieht man sie freilich nicht vom Kirchplatz, sondern unten von einem befestigten Pfad am Meer. Man kann hineingehen, es ist ein großes Areal mit vielen Kirchen, Klöstern und Ruinen.

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  7. Jetzt verstehe ich den Kurztrip, s. Komi von eben…
    Eine Lesung und die an einem Ort, wie er schöner kaum sein könnte.
    Ein ganz besonderes Erlebnis für Euch.

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