Reminiszenzen (Zeichnungen aus der Schulzeit)

Sie kamen mir dieser Tage ins Haus geflattert: Reminiszenzen aus meiner Jugend. Zeichnungen, die ich in den 50er Jahren gemacht habe und die mich erstaunten: Ich war ja doch talentiert, viel mehr als ich dachte. Unsere Mutter hatte all diese Arbeiten in einer Mappe verwahrt, und nun kamen sie bei einer Aufräumaktion zum Vorschein.

Besonders interessant finde ich die Vielzahl von Selbstportraits, entstanden im Alter zwischen 13 und 18.

Mehrere Blätter geben Zeugnis von meiner Auseinandersetzung mit dem toten Vater und mit mir selbst: Wer war er? Wer bin  ich? Ähnele ich ihm?

Und sonst? Welche Themen kommen vor? Da gibt es einen Linolschnitt von meiner Heimatstadt, vermutlich nach einer Vorlage …

ferner Kohlezeichnungen und Aquarelle von Landstreichern. Landstreicher mochte ich,  Zigeuner waren meine Freunde. „Drei Zigeuner fand ich einmal“ ist ein Lied, das mir damals nahe war – selbstverständlich hielt ich es mit den Zigeunern und nicht mit dem sorgevollen Fuhrmann.

Drei Zigeuner fand ich einmal
Liegen an einer Weide,
Als mein Fuhrwerk mit müder Qual
Schlich durch sandige Heide.
Hielt der eine für sich allein
In den Händen die Fiedel,
Spielt, umglüht vom Abendschein,
Sich ein lustiges Liedel.
Hielt der zweite die Pfeif’ im Mund,
Blickte nach seinem Rauche,
Froh, als ob er vom Erdenrund
Nichts zum Glücke mehr brauche.
Und der dritte behaglich schlief,
Und sein Zimbal am Baum hing,
Über die Saiten der Windhauch lief,
Über sein Herz ein Traum ging.
An den Kleidern trugen die drei
Löcher und bunte Flicken,
Aber sie boten trotzig frei
Spott den Erdengeschicken.
Dreifach haben sie mir gezeigt,
Wenn das Leben uns nachtet,
Wie man’s verraucht, verschläft, vergeigt
Und es dreimal verachtet.
Nach den Zigeunern lang noch
Mußt’ ich schaun im Weiterfahren,
Nach den Gesichtern dunkelbraun,
Nach den schwarzlockigen Haaren.

Ich wusste nicht, dass mich Ikarus und Dädalus schon als Kind beschäftigten. Damals war er im verstrauensvoll-sehnsüchtigen Anflug zur Sonne, zur Freiheit, heute befindet er sich im nächtlichen Sinkflug.

Pfanzen und Insekten, eine Hausecke mit Brennholz, meine Hand – auch solche Themen interessieren mich bis heute.

Oder auch der Hund, den ich mit 16 bekam und der Ajax hieß – wie der schnelle Held vor Troja. Es war ein junger Schäferhund, ein Schulfreund hatte ihn mir aus Kiel gebracht. Er wurde nur zwei Jahre alt – ein Jäger erschoss ihn. Erst 45 Jahre später traute ich mich, erneut einen Hund zu haben. Das war dann Tito, den die meisten von euch kennen.

Farbiges versuchte ich auch: ein Stillleben und ein Kratzbild in Ölkreide haben überlebt, außerdem zwei  Kopien: „Komposition mit schwarzem Punkt“ von Klee und „Rhonebarken“ von Van Gogh. Optimistisches Orange.

Und Skulpturen habe ich gezeichnet. Diese müssen (außer dem Rodinkopf, der eine Schülerarbeit ist) aus meinem ersten Studienjahr 1961 stammen, denn da besuchte ich Italien. Endlich sah ich wirkliche Kunst und nicht nur Reproduktionen! Die Strichführung ist ganz anders, sie ist nun bemerkenswert sensibel und sicher.

Es brauchte dann zwanzig Jahre, den Umzug nach Athen und den Kunstunterricht unseres Sohnes, damit ich wieder zeichnete. Mir sind diese alten Blätter, von denen ich nichts mehr wusste, wertvoll, um die Kontinuität des Lebens zu fühlen, aber auch, um mich zu fragen: Habe ich mit meinen Talenten gewuchert? Das Malen und Zeichnen wurde mir nie Hauptbeschäftigung, aber es sind ständige Begleiter meines Alltags geworden.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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42 Antworten zu Reminiszenzen (Zeichnungen aus der Schulzeit)

  1. OIKOS™-Editorial schreibt:

    Toll! Man muss wirklich das Talent haben, so zeichnen zu können, und ganz früh damit beginnen. Danke fürs Zeigen, und beste Wünsche für den restlichen Tag! LG Michael

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  2. lachmitmaren schreibt:

    Für mich als Nichtzeichnenkönnerin absolut beeindruckend. Wie ausdrucksvoll (und leicht „trotzig“ wirkend… ;-)) die Augen geraten sind schon in deinen Zeichnungen als Kind. Toll!
    Als ich deinen Text las, musste ich daran denken, dass ich als Kind ab und an einen Phantasiehund hatte, (also einen Hund, der nur in meiner Phantasie lebte) und den hatte ich witzigerweise auch Ajax getauft. Denn die griechischen Sagen hatten mich als Kind sehr fasziniert (keine Ahnung warum, es war keine Schullektüre, sondern rein freiwillig und für mein damaliges Alter sicher eher untypisch), allerdings war ich mit dem Ausgang des Trojanischen Krieges sehr unzufrieden… ;-).

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    • gkazakou schreibt:

      danke, liebe Maren. dass unsere Hunde – mein realer und dein Fantasiehund – denselben altgriechischen Namen trugen, ist schon bemerkenswert. Auch ich hatte ein Faible für griechische Mythen und Sagen, daher auch der Ikarus. Aber von Griechenland wusste ich eigentlich nicht viel, als ich hier ankam. Jedenfalls war es mir nicht bewusst.

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  3. linienspiel schreibt:

    Was für ein Schatz hier aufgetaucht ist! Ganz wunderbar!
    Extrem spannend der Ausdruck der verschiedenen Selbstporträts.
    Liebe Gerda, gratuliere zu deiner reichhaltigen Palette an kreativem Ausdruck, – malen, zeichnen, dichten, schreiben, …
    Lieben Gruß, Beate

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  4. Werner Kastens schreibt:

    Was für ein schöner Rückblick!

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  5. Leela schreibt:

    Wenn ich aufschreiben würde was mir beim Lesen, Staunen und Assoziieren durch den Kopf galoppierte würde das einen Roman füllen. Aber das ist ja nicht Sinn der Sache. Ich werde also nur kurz berühren: In diesem Alter solche Portraits, eine enorme Leistung. Du siehst sehr reif aus auf den Bildern. Dann dein Vater. Das dritte Reich muss dich an der Wurzel getroffen haben. Für mich lag es unter undurchdringlichem Schweigen verborgen. Erst als ich 40 war tauchte ein Wahrheitsbruchstück auf. Gewissheit hat das Gedankenkarussell bis heute nicht. Der Linolschnitt. Das Schiff ist toll. Erinnerung an Kunstunterricht. Kein Vergleich im Ergebnis, aber flammende Begeisterung bei der Herstellung. Die Zigeuner. In Saintes Marie de la Mer sah ich sie bei einem großen Zigeunerfest in der ganzen Stadt spielen. Es war so beeindruckend. Eine Zeitlang wohnte eine Zigeunerin bei mir. Sie war schwer misshandelt worden. Das war weniger schön. Mit Ikarus und Dädalus möchte ich fliegen. So eine süße, zarte Zeichnung. Das Legebild hat etwas mystisch Geheimnisvolles. Vom Kratzbild lasse ich mich vielleicht zum Probieren animieren. Beeindruckende Skulpturenzeichnungen. Dein Beitrag hat mir sehr gut gefallen.

    Gefällt 2 Personen

    • gkazakou schreibt:

      Liebe Leela, danke von Herzen für deine Resonanz auf meins, in dem so viel Gleiches schwingt. Wie gut, dass du mich aufmerksam gemacht hast: ich musste deinen Kommi aus dem Spam ziehen!
      Ja, das Schweigen war auch in meiner Zeit fast total. Schwerster Betondeckel über der Jauchegrube. Doch irgendwie kannte ich trotzdem die Wahrheit (meine Augen bezeugen es), und so sage ich bis heute: wer die Wahrheit kennen will, kann sie auch kennen. Wer Ohren hat zu hören, der höre. Wer Augen hat zu sehen, der sehe.
      In Saintes Marie de la Mer war ich 1962 als 20Jährige, ritt durch die Camargue. Ein sw Fotoband über die Zigeunerfeste zu Ostern gehört seither zu meinen Schätzen. Meine besondere Zuneigung zu diesen Außenseitern der bürgerlichen Gesellschaft begann schon früh, auch dies eine Reaktion auf das, was ich tief innerlich über Ausgrenzung und Freiheit wusste. Und was Biedermänner Unangepassten antun können, wenn sie die Möglichkeit dazu haben.
      Herzliche Grüße! Gerda

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      • Leela schreibt:

        „wer die Wahrheit kennen will…“ Puzzelstück für Puzzelstück fügte ich zusammen. Mama muss es zumindest geahnt haben: „Omas Stammbaum hat Lücken“. Väterlicherseits war es so offensichtlich, dass ein Blinder mit Krückstock es sieht. Als ich mit Tante darüber sprach und alles was ich wusste kombinierte schien ihr plötzlich ein Licht aufzugehen. „Du könntest Recht haben“, meinte sie, „sie riefen uns immer so Schlimmes hinterher“. In Rente wollte ich Beweise suchen. Jetzt bin ich in Rente und will nichts mehr finden. Das große Schweigen sollte schützen, denke ich heute. Und so soll es bleiben auch wenn es schreit
        Liebe Grüße auch an Tito, Leela

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  6. wolkenbeobachterin schreibt:

    was bedeutet: „mit meinen talenten gewuchert?“ die formulierung kenne ich nicht.
    deine zeichnungen gefallen mir gut.

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    • gkazakou schreibt:

      Das ist ein Ausdruck aus der Bibel. (Texte dazu bei Wiki: Gleichnis von den anvertrauten Talenten)
      Talente waren ein Zahlungsmittel. Du sollst mit deinen Talenten wuchern, bedeutet, dass du aus dem, was du geerbt hast, mehr machen sollst. Ich weiß, dass „wuchern“ einen schlechten Beigeschmack hat, aber so steht es nun mal da.

      Wiki: Das Talent (griech. talanton für Waage, Gewicht) war eine ursprünglich altbabylonische Maßeinheit der Masse (Traglast eines Mannes[1]). Dieses Talent sowie davon abgeleitete kleinere Talente waren in der Antike gebräuchlich. Ein Talent war jeweils in 60 Minen unterteilt, bis auf das römische, das in 100 Libra (Pfund) geteilt war.

      Über die Dichte des Wassers wurde ein Bezug zu Volumen- und Längeneinheiten beibehalten: Ein Talent Wasser hatte jeweils ein Volumen von einem Kubikfuß. Verschiedene Hohlmaße für Flüssigkeiten von jeweils 1½ Kubikfuß hießen Metretes, solche für trockenes Schüttgut (Medimnos) umfassten 2 Kubikfuß.

      Wie andere antike Masseeinheiten wurde das Talent durch Aufwägen von Silber (seltener Gold oder Kupfer) als Währung benutzt, für die Unterteilungen siehe antike Drachme.

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      • wolkenbeobachterin schreibt:

        danke fürs erklären, liebe gerda. hatte es gelesen und war noch nicht dazu gekommen, ein like zu setzen und ein paar sätze da zu lassen.
        also tatsächlich habe ich das noch nie gehört oder gelesen. interessant, dass sich sprache so verändern kann, dass man es irgendwannn nicht mehr für sich übersetzen kann, obwohl es die eigene sprache ist. aber das geht ja jetzt, dank deiner erklärungen.
        das mit dem wuchern ist vermutlich dann auch ein wort, das im hinblick auf bedeutung einen wandel durchgemacht hat.
        wieder was gelernt. danke dir.
        und einen schönen abend wünsche ich.
        liebe grüße

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    • gkazakou schreibt:

      Mir war der Ausdruck geläufig, daher verwendete ich ihn im Text ohne weitere Erklärung. Es ist nicht nur die Sprache, sondern auch die Denkungsart, die sich manchmal schwer verstehen bzw übersetzen lässt. Drum haben die Exegeten des Bibelgleichnisses, das in zwei Evangelien berichtet wird, ziemliche Probleme. Die meisten sehen in dem reichen Mann, der seinen Dienern „Talente“ gibt und sie auffordert, diese zu vermehren, Gott. Bestraft wird der, der die anvertrauten Talente ungenutzt lässt. Aus diesem Zusammenhang erklärt sich dann auch die Sinnverschiebung hin zu unserem heutigen Wortgebrauch.
      Aber es gibt auch die, die meinen, es sei König Herodes gemeint, und zwar deshalb, weil der, der am wenigsten bekam und daher Angst hatte, es „wuchern“ zu lassen, sondern vergrub, schwer bestraft wurde. Das Gleichnis endet ziemlich rätselhaft mit dem Satz „Wer hat, dem wird gegeben, und wer nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.“ (Matthäus)
      Übrigens gibt es im Vaterunser eine ähnliche Sinnverschiebung von Schulden (Geld) auf Schuld. Schulden waren im Altertum oft mit dem Verlust der Freiheit verbunden, der Gläubiger konnte den Schuldner als Sklave verkaufen. Im antiken Athen gab es daher regelmäßige Schuldenerlasse. Auf der Suche nach Belegen fand ich einen interessanten Artikel über das Verständnis von Geld und Zinswucher seit der Antike in der FAZ 2011:
      https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwikuNq7iYvwAhVnw4sKHe7IBWEQFjACegQIFBAD&url=https%3A%2F%2Fblogs.faz.net%2Fantike%2F2011%2F12%2F05%2Fglaeubiger-zu-sein-ist-unanstaendig-streichung-aller-schulden-antikes-zur-anstehenden-revolution%2F&usg=AOvVaw3YrOppaqZXjn7YN2FE6WoX

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      • wolkenbeobachterin schreibt:

        liebe gerda, du bist beeindruckend bibelfest.
        diese aussage: der, wer hat, dem wird gegeben usw. – habe ich schon sehr oft gehört, ich überlege gerade in welchem zusammenhang … fällt mir bestimmt wieder ein. 🙂
        das mit der übersetzungsart von schulden zu schuld, das macht sinn, geht sozusagen über die persönliche „schuld“ schulden angehäuft zu haben zu den schulden hin. habe ich aber so vorher auch nicht gewusst und es bislang als „persönliche schuld“ betrachtet in der bedeutung im gebet, obwohl es da ja lautet: vergib uns unsere schuld und unseren schuldigern, wo beim schuldiger ja das finanzielle doch wieder anklingt.

        danke auch da für die erläuterung.
        den artikel hatte ich angeklickt, aber das ist mir grad zuviel zu lesen am rechner.
        dennoch danke fürs verlinken.

        liebe grüße, m.

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  7. Karin schreibt:

    Über diese Bemerkung bin ich auch gestolpert, vielleicht erklärst Du uns noch einmal, was Du damit genau meintest.

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  8. Mitzi Irsaj schreibt:

    Ein ganz besonderer Schatz, diese Mappe mit alten Zeichnungen. Herzlichen Dank, dass du sie hier mit uns teilst. Wie du weißt, habe ich keine Ahnung vom Zeichnen. Nur ein Gefühl für Dinge die mir gefallen, und da gehören deine Zeichnungen dazu. Die alten, wie die neuen. Besonders eindrucksvoll empfinde ich die Augen auf deinen Selbstportraits. Interessante, wache, fragenden und schöne Augen.

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  9. Ulrike Sokul schreibt:

    Du hast in der Tat ein großes zeichnerisches Talent! Ich bin beeindruckt, liebe Gerda, wie früh sich dies schon bei Dir zeigte. Besonders anrührend finde ich Deine vielschichtig-ausdruckvollen Selbstportraits.
    Nachtaktive Grüße von mir zu Dir 🙂

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  10. finbarsgift schreibt:

    Welch Begabung, von Anfang an…
    Herzliche Morgengrüße vom Lu

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  11. Leinwandartistin schreibt:

    Das ist ja eine ganz eindrucksvolle Sammlung! Besonders ins Auge fallen mir Deine Selbstportraits, dieser Blick, dieser Ausdruck!
    Ein wahrer Schatz, der Dich da nun (wieder) errichte.
    Liebe Grüße
    Ines

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  12. hannahbuchholz schreibt:

    Liebe Gerda,
    ich finde deine Zeichnungen, auch die frühen Zeichnungen, ganz ausgezeichnet und sehr beeindruckend und ausdrucksstark. Und sie sind auch sehr eigenwillig – wie man auch dir schon in jungen Jahren deine Eigenwilligkeit und Stärke ansehen kann, wenn man deine frühen Selbstportraits betrachtet. Ich würde auch sagen, man erkennt darin eine gewisse Unbeugsamkeit – beispielsweise in deinen klaren und kritisch dreinblickenden Augen – und gerade diese Unbeugsamkeit gefällt mir besonders gut.
    Man sieht und spürt beim Betrachten dieser Bilder, daß man hier eine Person vor sich hat, die sich nicht unterkriegen läßt und auch nicht unterkriegen lassen wird.
    Liebe Grüße, Hannah

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    • gkazakou schreibt:

      danke Hannah! Ich war immer jemand, der hinschaut. Das ist eigentlich schon alles. Wer sich traut hinzuschauen, hat auch sonst keine Angst mehr.
      Oft wird gesagt, man solle die Vergangenheit ruhen lassen und dergl., JA, wenn es bedeutet, dass man meint, urteilen und verurteilen zu müssen. NEIN, wenn es bedeutet: hinschauen. Alles will gesehen werden. Alles Schwierige muss angeschaut werden. Erst wenn es angesehen wurde, gibt es Ruhe. Dann ist es vorbei. Das gilt für die persönlichen Dramen genauso wie für die kollektiven.

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      • hannahbuchholz schreibt:

        Liebe Gerda,
        ja, man muss irgendwann hinschauen, da stimme ich dir zu.
        Aber man muss die Blicke auch zu dosieren wissen, die man da riskiert.
        Nicht jede/r erträgt zu jedem Zeitpunkt jedes (Aus)Maß an Dunkelheit.
        Wäre es immer so einfach, in die (individuellen und auch die kollektiven) Abgründe zu blicken, dann würde das jede/r jederzeit tun, ganz unerschrocken und frei.
        Aber man muss auch wissen und spüren, was man sich zu welchem jeweiligen Zeitpunkt alles zumuten kann.
        Liebe Grüße, Hannah

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    • gkazakou schreibt:

      Ja, das stimmt, Hannah, ich habe das eben andeutungsweise thematisiert in meinem letzten Post (Will.ie ist zurück). Ich selbst war früher sehr ungeduldig, sowohl gegen mich selbst als auch gegen andere. Ich möchte auch heute, dass das, was es in diesem Leben zu bearbeiten gibt, nicht aufgeschoben wird. Und es imponierte mir, als eine junge Frau mir mal sagte: „Ich mag Lügen nicht. Lügen sind Zeitverschwendung“. Denn ja, die Wahrheit ist Voraussetzung für Heilung.

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      • hannahbuchholz schreibt:

        Oh ja, das sehe ich auch so, daß Wahrheit die Voraussetzung für Heilung ist… !
        Und Lügen gehören aufgedeckt… sobald man sie durchschaut hat…
        und eine Zeitverschwendung sind sie auf jeden Fall, und zwar alle Lügen.
        Und heutzutage werden uns manchmal so ungeheuerliche Lügen aufgetischt, daß viele Menschen gar nicht glauben können, daß es Lügen sind…
        Viele liebe Grüße, Hannah

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  13. Ganz wundervoll, was ich hier finde, liebe Gerda. Was für einen großen Schatz hast Du nun mit der Post bekommen. (Ich nehme an, daß es ein Postpaket war mit der Mappe darin)
    Ich bin begeistert, Gerda, aber es wundert mich nicht. Über die Jahre konnte ich so viele Deiner Zeichnungen und Gemälde mit verfolgen, da dachte ich mir schon, daß Du mit dem Zeichnnen nicht erst in den späten Jahren begonnen hast.
    Dir wurde so großes Talent mitgegeben. Eine Gnade, die nicht so viele Menschen empfangen.
    Nun besitzt Du eine Schatz`kiste` aus Deiner Kindheit und Jugend und in allen Zeichnungen erkenne ich Deine Handschrift. Na ja, vor allem in den genialen Portraits natürlich *lächel*

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