abc-Etüden: Kata-Strophen mit Reimfüßen

Die flügelschnelle Zeit trag‘ ich Auf lahmem Reimfuß .... (Julius Körner, Shakespeares sämmtliche Werke in einem Bande, 1838)

Christiane rief zur nächsten Etüdenrunde,  Gerhard von Kopf und Gestalt spendete die Wörter Fuß, wünschen und harmonisch. Sogleich bestieg ich mein Reimgaul, um meine Füße zu entlasten, denen die Hitze zusetzt. Allerlei reimte sich da zusammen – oder auch nicht. Einen harmlos-unpolitischen Versuch gebe ich hier mal zur Kenntnis. Die Illustrationen zeigen Fotos meiner müden Füße in digitaler Bearbeitung.

KATA-STROPHEN MIT REIMFÜSSEN

Den müden Füßen

Das Leben versüßen

Das würd ich begrüßen

Sie sollten nicht büßen

 

Wenn die Hitze sich staut

In der Stadt die verbaut

Von Verkehrslärm versaut

Dass einem fast graut

 

Sie möchten gern schreiten

Über Sandböden gleiten

Den Horizont weiten

Dir Freude bereiten

 

Harmonisch sich heben

Im Rhythmus sich regen.

Dann ist auch dein Leben

Eine Lust und ein Segen.

 

Doch wenn sie geschunden

Übersät sind von Wunden

Müde der städtischen Wüsten

 Der endlosen steinernen Küsten

 

Dann musst du sie pflegen

Sie wiederbeleben.

Dann wünschen sich Ruh

Deine Füße und du.

 

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, elektronische Spielereien, Fotografie, Katastrophe, Leben, Meine Kunst, Umwelt abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

15 Antworten zu abc-Etüden: Kata-Strophen mit Reimfüßen

  1. Ulli schreibt:

    Füße werden leider viel zu wenig beachtet, meist nur, wenn sie schmerzen, dabei tragen sie uns doch durch unser ganzes Leben, sobald wir erst einmal laufen gelernt haben! Ic pflege meine Füße gerne und öle sie auch immer wieder ein oder gönne ihnen einen Bad im Winter, lege sie hoch, wackel mit den Zehen und betrachte sie liebevoll …
    Einen großen Heilesegen für deine, die hoffentlich bald wieder Sand unter sich haben oder Felsen oder Erde und gutes Schuhwerk um sie herum.
    Liebe Grüße
    Ulli

    Gefällt 4 Personen

  2. Christiane schreibt:

    O welche Freude, eine kunstvolle Ode an die hoffentlich nicht lahmenden Füße! Sehr fein!
    Ja, Pflaster treten macht müde, das ist hier auch so, nicht nur bei dir …
    Danke dir!
    Herzliche Abendgrüße
    Christiane

    Gefällt 4 Personen

    • gerda kazakou schreibt:

      herzllchen Dank, Christiane! Heute habe ich vorsorglich die Füße hochgelegt und überhaupt kein Pflaster getreten. Sehr schade, denn ich war mit Mitbloggerin Julia zu einer Kunstaktion verabredet, aber die Hitze war mir dann doch zu groß. Und so entstand dann auch die Ode an die Füße.

      Gefällt 2 Personen

  3. kopfundgestalt schreibt:

    Müde Füsse, müde Füsse!! Ist das nicht sogar eine Reklame?!

    Wenn ich gehe, spüre ich keine Beschwerden in den Füssen! Wenn sie stille sind, habe ich Beschwerden. Deshalb, unter anderem, gehe ich gerne.
    Dein Gedicht beschwört das Ursprüngliche – es wäre vieles besser, wenn natürliche Dinge walten würden.
    Doch stattdessen Lärm, Hetze, Hasten, Unruhig sein.

    🙂

    Gefällt 2 Personen

  4. wechselweib schreibt:

    Wundervoll, mal wieder, liebe Gerda.
    Witzig, poetisch, virtuos.
    Würde sehr gerne auch wegfliegen jetzt, abheben, leicht werden…

    Gefällt 1 Person

  5. schreibenwaermt schreibt:

    Das ist ein schöner Beitrag über Füsse. Der ist nicht für die Füsse. (Entschuldige den Kalauer. Das musste einfach sein)

    Gefällt 1 Person

  6. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Du hast eine wundervolle Ode für müde Füße geschrieben, liebe Gerda.
    Sie passt, singt und klingt in einer Melodie, die nicht nur mir Freude bringt!
    Und dann hat Du ihnen außer Worten auch noch digitale Bildbearbeitung und sehr reale intensive Pflege zukommen lassen.
    Nun müßten sie wieder eine Zeitlang tapfer laufen und dabei still vor sich hin lächeln, weil sie sich erinnern, wie gut sie behandelt werden von ihrer Besitzerin; nicht unentwegt, aber dann, wenn es ihr nötig scheint und sie ihr Wimmern vernommen hatte … *schmunzel*

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