Straßenblick (Mensch und Umwelt, Kuli-Zeichnung 2019-07-07)

Während ich auf die Wahlgebnisse wartete, setzte ich mich auf den Balkon zur Straße und zeichnete den Blick, der sich dort auf die Nachbarschaft bietet. Das Bild wird geteilt durch einen Strommast. Stromleitungen führen vom Strommast zum unteren Teil unseres Hauses. Auf unserer Straßenseite wächst eine Akazie, die durch einen fremden Baum-Eindringling langsam überwuchert wird. Gegenüber stehen zwei Olivenbäume.

Im hohen langgestreckten Haus schräg gegenüber war früher ein Holzhandel untergebracht, darüber gibt es zwei leere Stockwerke. Nur ganz oben ist es bewohnt, was man an den Blumenkästen  erkennt, die ordentlich aufgereiht an den Balkongittern hängen.  Links wird ein kleines Einfamilienhaus teilweise sichtbar. Das Geländer mit der schmiedeeisernen Girlande gehört zu unserem Balkon im ersten Stock.

Straßenblick, Kuli-Zeichnung 2019-07-07

Während ich zeichnete, fiel mir ein Straßenblick ein, den ich vor  vielen Jahren mit der Feder zeichnete. Das Papier ist in wenig vergilbt, und an mehreren Stellen habe ich mit Deckweiß korrigiert, das sich blau verfärbte. Es ist der Blick von der Wohnung, in der wir damals wohnten. Auch dieses Bild durch einen Strommast geteilt.

Blick auf die Straße, Federzeichnung ca. 1986

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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26 Antworten zu Straßenblick (Mensch und Umwelt, Kuli-Zeichnung 2019-07-07)

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Ein wirklich tolles Streetlife, liebe Gerda!

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  2. Ule Rolff schreibt:

    Zwei Zeichnungen zum Verlieben, beide so detailreich, dass die Augen lange und lustvoll darin umherwandern können.

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  3. kopfundgestalt schreibt:

    Strommaste gehören zum Bild. In einem kleinen griechischen Städchen, in das wir vor 2 Jahren mehrmals mit dem Bus fuhren, war ein solcher omnipräsent. Solche Sichtbarkeit einer Funktion, mittendrin, hat schon was.

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  4. kowkla123 schreibt:

    möge die Woche schön für uns werden, Klaus

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  5. Myriade schreibt:

    Dein Zeichenstil hat sich aber ziemlich verändert, oder ist das nur der Effekt des Ausgebleichten? Faszinierend finde ich den leicht schräg stehenden Mast auf der alten Zeichnung

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    • gerda kazakou schreibt:

      Danke, Myriade. Mein Zeichenstil ändert sich auch heute noch ständig. Zum Teil ist natürlich das Medium verantwortlich: das empfindliche Papier, die Feder führen zu sensibleren Strichen, der Kuli auf festem Zeichenblock kann kräftiger zupacken. Aber ich bin ja nun auch ineinem anderen Lebensalter.

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  6. Was wir hier hören, scheint nicht so ganz arg zu sein, bezüglich der Wahlergebnisse…gutes Gelingen mit dem Neuen…

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    • gerda kazakou schreibt:

      Danke, Sabine. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, das einerseits eine stabile Regierung andererseits eine kräftige Opposition ermöglicht – eine Kombination, die man in Deutschland mit den GroKos seit langem vermisst. Der Wechsel zwischen mehr konservativ-liberalen und mehr progressiv-sozialistischen Kräften ist sehr gesund, denn dadurch werden alle Bevölkerungsteile und Mentalitäten mitgenommen. Die Gefahr von Extremen wird gebannt. So ist: die faschistoide „Goldene Morgenröte“ nicht über die 3-%-Klausel gekommen und verliert ihre parlamentarische Immunität.

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  7. Ulli schreibt:

    Da kann ich lange schauen und den Blick wandern lassen – sehr schön!
    Zufällig habe ich gerade noch gelesen was du zu den Wahlergebnissen schreibst, ich hatte mich schon danach gefragt – mir fällt es schwer mir eine wirkliche Meinung zu bilden, dazu kenne ich zu wenig die griechische Politik von Innen, aber gefreut hat mich eben auch, dass die Faschos in Griechenland kaum eine Chance haben.
    Herzliche Montagabendgrüße an dich,
    Ulli

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    • gerda kazakou schreibt:

      Danke, Ulli. die Berichterstattung in Deutschland ist mal wieder sehr merkwürdig.
      Anscheinend trauert das deutsche Establishment (und nicht nur das) dem linken Experiment in Griechenland nach, denn mit denen konnte man umspringen, wie man wollte. Tatsächlich gab es kaum eine Regierung, die so willfährig tat, was Deutschland, Brüssel und auch die USA von ihr verlangten. Die Kluft zwischen dem Programm, unter dem man angetreten war, und dem, was die Regierung tat, könnte kaum größer sein. Bei der jetzt gebildeten Regierung stimmen Programm und tatsächliche Absichten besser überein. Ob sich umsetzen lässt, was geplant ist, wird auch von Brüssel und Berlin abhängen. Beabsichtigt ist, den Haushaltsüberschuss zu verringern, um Geld für Investitionen zu haben, die mörderischen Steuern besonders für Unternehmen und Freiberufliche zu senken, den Staatsapparat zu verschlanken und zu rationalisieren, die Justiz funktionsfähig zu machen, das Bildungsniveau anzuheben, öffentliche Ordnung und Grenzsicherung durchzusetzen, in- und ausländische Investitionen zu befördern und qualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen, um die Abwanderung der jungen Menschen zu stoppen, die katastrophale Ausmaße angenommen hat (ca 350 000 sind allein nach Deutschland abgewandert!) … Viel zu tun! Wenn eine Regierung das schafft, dann die, die jetzt antritt.

      Dass die Faschisten verschwunden sind, ist ein erfreulicher Extra-Bonbon und hat vor allem mit einer Spaltung der extremen Rechten zu tun, denn eine neue Partei ist am rechten Rand entstanden (vergleichbar NPD gg AfD). Die neue Partei (Griechische Lösung) bekam etwas über 3%, während die „Goldene Morgenröte“ an den 3% sehr knapp scheiterte.
      Liebe Grüße!

      Gefällt 3 Personen

      • Ulli schreibt:

        Danke Gerda, dass du mir so ausführlich geantwortet hast. Ja, die Berichterstattung hier ist dünn und nichtssagend, aber ich habe mich auch nicht um mehr Hintergrundinfos gekümmert, die bestimmt auch zu haben sind, nur nicht im Radio, zumindest nicht wenn ich es angeschaltet hatte.
        Die Pläne klingen alle vernünftig, nun schauen wir mal …
        herzliche Grüße
        Ulli

        Gefällt 1 Person

  8. PPawlo schreibt:

    Sprudelndes Leben auf beiden Bildern ! Es gibt bei dir immer wieder die kontrastreichen Malthemen mit der spannenden Aufteilung in Drinnen und Draußen, diesseite und jenseits, Nah und weiter weg und meist eine Trennung dazwischen wie hier mit dem Mast. Die finde ich besonders faszinierend. Mit ganz herzlichem Gruß, Petra

    Gefällt 2 Personen

  9. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Du hast eine wundervolle Begabung und wohl auch eine unendliche Geduld für das akribisch genaue Zeichnen, liebe Gerda.
    Man sieht es in der neuen, so wie auch in der älteren Zeichnung sehr gut. Dein Blick erfaßt alles, das Wichtigere und das andere und läßt das eine, sowohl wie das andere bestehen.
    Die Strommasten sind überaus auffällig und es ist schon verblüffend, wie sie einem ins Auge fallen, auf beiden Zeichnungen gleichermaßen.

    Liken

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