Montags ist eigentlich Fototermin – stattdessen noch ein Olivenbaum (No. 5)

Heute vormittag fuhr ich zuerst ins Dorf an der Küste, um eine „langana“ abzuholen, die ich gestern bestellt hatte (Langana ist ein besonderes Fladenbrot, das es nur am „sauberen Montag“ gibt), und machte dann eine Runde im Bergdorf. Meine Erwartung, entweder unten am Meer oder oben im Dorf Drachensteiger fotografieren zu können, wurde enttäuscht. Am Meer sah ich nur massenhaft Autos und Ouzo trinkende Gesellschaften, und im Bergdorf herrschte gähnende Stille. Kein Mucks. Nur oben im leuchtenden Blau – Moment mal, nein, das war kein „Adler“ (so heißen die Drachen hier: aetos).  Es war ein hoch kreisender großer Raubvogel, der sich vom leichten Wind tragen ließ und dann Richtung Gebirge verschwand. Mein Iphone hielt ich vergebens in seine Richtung.

Zuhause zeichnete ich dann erneut im Olivenhain, und zwar denselben Baum wie gestern, nun aber aus der Perspektive, die sich vom Atelier aus bietet. In der Ferne dehnen sich die Ölbaumterrassen, darüber das Vorgebirge des Taygetos.

Und hier nochmal die gestrige und heutige Zeichnung vom selben Baum nebeneinander: andere Perspektive, das gestrige bei starkem Gegenlicht und im Schatten des Hauses, das heutige bei diffusem Licht.

Da einigen von euch die Fotos mit den Lichtspielen besonders gefielen, zeige ich heute die bisherigen 5 Olivenbaum-Zeichnungen in dieser Form.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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22 Antworten zu Montags ist eigentlich Fototermin – stattdessen noch ein Olivenbaum (No. 5)

  1. Ulli schreibt:

    Ob diese Tradition verloren geht oder ob du zu früh unterwegs gewesen bist?

    Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      Oder zu spät? Oder am falschen Ort? Die Leute lieben es, sich dort einzufinden, wo schon andere sind. Ich nehme an, dass das Drachenszeigen woanders stattfand. In Athen gehen die Massen auf den Philopappus-Hügel gegenüber der Akropolis.

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  2. kunstschaffende schreibt:

    Auch diese Zeichnungen sind wieder wundervoll Gerda! Und ich sehe immer wieder ein Gesicht in Deinen Bäumen! Sie blicken mich mit frechem aber lieben Blick an! Ganz fantastisch!😍👌👍
    Liebe Montagsgrüße Babsi

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  3. kopfundgestalt schreibt:

    Klasse, die großen Zeichnungen.
    Ich habe den Eindruck, daß Du sie sehr artgemäss gezeichnet hast, also mit dem richtigen Strichwerk 🙂

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    • gerda kazakou schreibt:

      Danke Gerhard,für deine Bemerkung. Ich zeichne ja ganz gegen frühere Gewohnheit (wo ich Kohle, oder Bleistift oder Feder benutzte und manchmal auch federzeichnungen mit Aquarell kolorierte) mit Beistift und schwarzem Kuli auf sehr glattem Karton. Dadurch sind mir sehr präzise Striche möglich, aber auch jede Art von Schattierung und Gekritzel. Das ist eine Herausforderung. Große Teile der Zeichnung übergehe ich mit Bleistiftschraffuren, um sie flächiger erscheinen zu lassen. Das hat ein wenig die Wirkung von Lavierung, nur dass es selbst ebenfalls Strich ist.

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  4. wechselweib schreibt:

    Die Bearbeitungen sind wirklich toll, sehr plastisch!

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  5. pflanzwas schreibt:

    Ich bin wieder ganz hin und weg von deinen Olivenbäumen. Ein Bild schöner als das andere. Die knorrigen Bäume liegen dir wohl, jedenfalls gefallen sie mir alle besonders gut 🙂

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    • gerda kazakou schreibt:

      danke dir, Almuth! Sie haben so viel Charakter, sind so wunderlich und auch gegensätzlich mit der Schwere ihrer tief in der Erde wurzelnden Leiber und den weit ausgreifenden wirren luftigen „Haaren“ der Zweige und Blätter – ja, da gibt es viell zu sehen, zu zeichnen, zu denken….

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      • pflanzwas schreibt:

        So wie du es beschreibst, muß ich gerade an den Herrn der Ringe denken, wo ja verschiedene alte, knorrige oder wunderliche Bäume eine Rolle spielen. Mir wird gerade erst bewußt, wie viele! Der alte Weidenmann oder die Ents. Oliven erinnern mich etwas an Weiden. Beide sind so knorrig und haben besonders viel Charakter, so daß man gerne an (menschliche) Figuren denkt, die mit Armen und Haaren wedeln oder was auch immer die Phantasie einem eingibt! Jedenfalls schön und inspirierend.

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    • gkazakou schreibt:

      Liebe Almuth,ich hab deinen Kommi Bruni zugeordnet, verzeih!

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  6. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Langana klingt viel schöner als Fladenbrot. Ist es eine süße Variante?
    Ein Geniestreich, den gleichen Ölbaum aus zwei verschiedenen Blickwinkeln hier nebeneinander zu stellen, liebe Gerda! So kann man gut vergleichen und beim heutigen habe ich das Gefühl, Du zeichnest schneller, zwar scheinbar flüchtiger, aber doch ist da die gleiche Perfektion wie bei den vorigen.
    In der kleinen Galerie zeigen sich alle nochmal in ihrer ganzen skurrilen Schönheit und ich habe sie mir alle einige Male angesehern. Sie können sich sehen lassen!

    Gefällt 1 Person

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