Schwebende Boote und Wald (Tintenstift, Bleistift im Vergleich)

Wieder war ich bei den schwebenden Booten, entschlossen, mich durch das Wachpersonal nicht einschüchtern zu lassen. Der Mann hinter dem Panzerglas grüßte denn auch freundlich, ich holte mein kleines Skizzenbuch und den Tintenstift aus der Tasche, beäugte die Installation, die Schatten und geringen Spiegelungen, denn das Wasser im Becken war schon fast wieder verschwunden, und begann zu zeichnen. Doch schon bald war der Tintenstift leer. So wechselte ich zum Bleistift. Das gab mir die Gelegenheit, diese beiden Medien auf dem Papier zu vergleichen. Bei den Bearbeitungen wurde sogar noch deutlicher, wie verschieden sie sich im Licht verhalten.

Du siehst, was mit Tintenstift gezeichnet wurde: die Umrisse der beiden hängenden Boote und ein großer Teil des vorderen geflochtenen Bootes, außerdem eine lange gebrochene Linie parallel dazu. Der Rest ist Bleistift. Und wie zeigt sich das in den Bearbeitungen? Schau mal auf die farbigen Linien, die nichts anderes als die farbverstärkten Bleistiftlinien sind. Im Gegensatz zum Tintenstift sind sie beim Fotografieren unter dem Lampenlicht farbig geworden. Auch in der ersten Schwarz-Weiß-Version sind die Unterschiede gut zu erkennen, in der zweiten verwischen sie sich.

Anschließend machte ich noch eine Bleistift-Skizze vom Wald. Bei der Farbverstärkung zeigt sich, wie unterschiedlich der Bleistift das Licht reflektiert.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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25 Antworten zu Schwebende Boote und Wald (Tintenstift, Bleistift im Vergleich)

  1. mynewperspective schreibt:

    Liebe Gerda,
    die Kombination Tinten- und Bleistift ist der Hit! Da kommt das klare, abgegrenzte mit dem weichen und „verwischten“ zusammen und bilden wirklich interessante Kontraste. Toll!
    Viele Grüße
    Serap

    Gefällt 3 Personen

    • gerda kazakou schreibt:

      Ich finde diese zufällig zustande gekommene Kombination auch interessant und werde, sobald ich einen neuen Tintenstift habe, ein bisschen damit experimentieren. Es gleicht im Effekt – besonders bei den farbigen Bearbeitungen – ein wenig einer kolorierten Federzeichnung.

      Gefällt 4 Personen

  2. finbarsgift schreibt:

    Mir gefallen auch die „grün-angehauchten“ Zeichnungen sehr …
    Liebe Morgengrüße vom Lu

    Gefällt 3 Personen

  3. juergenkuester schreibt:

    Liebe Gerda, heute kommen mir Deine Arbeiten wie hingehuschte Tatoos auf dem Rücken einer Frau vor, seltsam!
    Liebe Grüße Juergen

    Gefällt 3 Personen

  4. Ich bin immer ganz perplex von der Wirkung, die die überarbeiteten Bilder haben. Das in 2×3 m an der Wohnzimmerwand…

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  5. wildgans schreibt:

    Du lebst dich so richtig aus mit deiner Kunst. Wie gut das ist!
    Gruß von Sonja

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  6. Christiane schreibt:

    Du zeichnest das, was man nicht fotografieren kann. Spannend.

    Gefällt 3 Personen

  7. Ulli schreibt:

    Auch ich bin begeistert von der Kombination von Tintenstift und Bleistift, nun hat der Zufall dir eine neue Variante geschenkt, so schön!!!
    Die Bearbeitungen sprechen sür sich, mag ich alle sehr.
    Ich wünsche dir einen schönen Tag und grüße dich von Herzen,
    Ulli

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  8. kowkla123 schreibt:

    in Kombination wieder perfekt, ich hoffe, es war ein guter Start in die Woche?

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  9. puzzleblume schreibt:

    Der Reiz der Farbspiele spricht sehr für den Bleistift als Begleiter des Tintenstifts, wenn die nachträgliche Bearbeitung mit Bestandteil der Gestaltung sein soll.

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    • gerda kazakou schreibt:

      danke dir. Ich habe diese Möglichkeit grad selbst entdeckt und werde sehen was sich damit machen lässt. Was hier Zufall war, könnte tatsächlich auch geplant werden. Jedenfalls teilweise, denn ich weiß nicht im Voraus, wie sich der Bleistift beim Fotografieren verhalten wird. Es hängt stark von den Lichtbedinungen beim Fotografieren der Zeichnung ab, ist also eine recht komplexes Ergebnis.

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  10. kormoranflug schreibt:

    Die Boote sausen bei mir den Wasserfall hinunter. Was aber ist ein Tintenstift? Ein Füller mit Feder?

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    • gerda kazakou schreibt:

      Ich weiß gar nicht, ob „Tintenstift“ ein gebräuchliches Wort ist. Es ist eine Art Kuli, aber mit spitzem Ausfluss wie beim Rapidographen, gefüllt mit Tinte, ein-Weg-Gerät, da nicht wieder befüllbar.

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  11. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Mir gefällt die Kombination der beiden verschiedenatigen Stifte sehr gut, liebe Gerda.
    Das, was sofort hervorgehoben werden soll, gehört dem Tintenstift und der Bleistift ist für alles andere verantwortlich…

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    • gerda kazakou schreibt:

      Liebe Bruni, das klingt gut. Ich weiß aber noch nicht, ob es eine gute Lösung ist. In der Reproduktion, besonders auch bei Bearbeitung, sieht es schlüssig aus, im Original vielleicht doch nicht so. Ich werde experimentieren müssen.

      Gefällt 1 Person

  12. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Du wirst das Beste für Dich rausfinden, liebe Gerda

    Gefällt 1 Person

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