abc-etüde: Der Traum des Architekten (Kohle und Pigmente über Folie)

Kata-Strophen-Alarm!

Auch diese Woche rufen die abc-etüden zum Mitmachen auf. Christiane stellte sie auf ihre unnachahmlich charmante Weise vor, Elke Speidel spendete die Wörter „Maikäfer, leise, schreien“ und Ludwig Zeidler (lz.) illustrierte sie fein.

Und hier nun mein Kata-Strophen-Alarm zum Thema Gentrifizierung:

Der Traum des Architekten:

Ins Gestrüpp von alten Städten

die schon platzen aus den Nähten

bunte Neubauklötze hauen.

In die Höhe bauen,

von oben drauf schauen!

So träumt der Architekt

bis stummes Schreien ihn aufweckt.

Ein Stimmchen flüstert leise:

„Aber der Maikäfer und die Meise?

Aber die Bienen und der Buntspecht?

Aber die Gartenlaube und dein Freund Ruprecht?

Der in der Hütte haust, gleich neben dem Bach,

und die krumme Susanne aus Bad Andernach?

Wo sollen die bleiben in deinen bunten Plänen

Du hast ganz vergessen, sie zu erwähnen“.

Der Architekt zuckt erschrocken zusammen im Traum

Sein Traum zerbirst, wird zu schillerndem Schaum

treibt auf dem modrigen Teich mit dem Schilf

Es bleibt alles beim Alten, ansonsten: Gotthilf!

Detailansichten (zum Vergrößern anklicken):

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Katastrophe, Kunst, Leben, Malerei, Meine Kunst, Psyche, Tiere, Träumen, Umwelt, Zeichnung abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Antworten zu abc-etüde: Der Traum des Architekten (Kohle und Pigmente über Folie)

  1. kopfundgestalt schreibt:

    Den Architekten möcht ich sehn, der Lauben will nicht wegschrauben.

    Gefällt 1 Person

  2. Werner Kastens schreibt:

    Liebe Gerda, sehr feine Kombination von Gedicht und Bildern zu einem wirklich ernsten Thema!
    Toll gemacht!
    LG Werner

    Gefällt 2 Personen

  3. Christiane schreibt:

    Gotthilf, das fürchte ich schon lange, vor allem in den Städten, Thema Schrebergartenkolonien an Großkonzerne und so.
    Alle weinen um die Bienen und sonstiges Gebrumsel, aber keiner verzichtet auf den Profit …
    Liebe Grüße
    Christiane, die das Wort mit Gent… zu oft gehört hat

    Gefällt 1 Person

  4. Agnes Podczeck schreibt:

    Gotthilf, ja …

    Mögen viele noch erwachen
    und so nicht länger weitermachen.
    Dann bleiben Bienen, Dachs und Star
    Mit uns auf Erden immerdar 🙂

    Gefällt 1 Person

  5. wildgans schreibt:

    Frau Gerda macht aus ALLEM was … immer im Sinne von Kunscht un Kuldur, wie man bei uns sagt.
    Gruß von Sonja, Tochter eines merkwürdigen Masch.-Bau-Ing.

    Gefällt 1 Person

  6. kowkla123 schreibt:

    hoffe, du hattest schöne Festtage? Klaus

    Gefällt 1 Person

  7. www.wortbehagen.de schreibt:

    wie schön, daß aus dem geträumten hohen Projekt
    am Ende doch nur schöner und schillernder Schaum wurde, liebe Gerda.
    Das macht mich für den Moment sehr zufrieden!

    Gefällt 1 Person

  8. www.wortbehagen.de schreibt:

    jaaaaa, geradezu ein Genuss ist es 🙂

    Gefällt 1 Person

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