Rückblende Malerei (5): Uhrzeit – Lebenszeit, 2008-2015

Uhrzeit-Lebenszeit (c) gerda kazakou (2008-2015)

„Uhrzeit – Lebenszeit“, 2015. Akryllpigmente, Wellpappe, Kleister auf Leinwand, 50x 70 cm. Das ursprüngliche Bild (s.u.) malte ich 2008 im Hochformat („Die Uhr zertickt die Zeit“). Ich habe es 2015 gedreht und vollständig überarbeitet. Dabei habe ich auch eine zweite, rückwärtslaufende Uhr eingefügt. Beim ersten Bild war ich 66, beim zweiten 73 Jahre alt.

„Die Uhr zertickt die Zeit“,2008 (c) Gerda Kazakou

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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44 Antworten zu Rückblende Malerei (5): Uhrzeit – Lebenszeit, 2008-2015

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Nun hat es noch eine weitere Zeitanzeige liebe Gerda …

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  2. Ulli schreibt:

    Bei deiner Übermalung wird für mich das Zerrinnen der Zeit deutlicher sichtbar, wobei sie hier eher vorbeipoltert, als zerrinnt 😉
    gefällt mir sehr!
    herzliche Sonntagsgrüße, Ulli

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  3. Myriade schreibt:

    Irgendwie leise beängstigend …..

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  4. kopfundgestalt schreibt:

    Ich las zunächst: Die Uhr zerdrückt die Zeit“.
    Dann erst: „Die Uhr zertickt die Zeit“.
    Das Ticken zermalmt alles, erdrückt, zerfleddert.
    So kommt es mir des öfteren vor 😦

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  5. kowkla123 schreibt:

    mach wieder die Heizung an oder erwärme dich auf andere Art, Klaus

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  6. afrikafrau schreibt:

    die Uhr tickt nur..die Zeit verinnt leise,mal langsam ..mal schneller,,,wir sind nur zu Besuch hier ..
    so lange gesund und kreativ …nicht beängstigent…“poltrige Leidenschaft und Schaffenskraft“ ist doch was..

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    • gkazakou schreibt:

      Für mich ist die „Uhrzeit“ die gemessene Zeit – die läuft immer gleich schnell, egal was ich als meine Lebenszeit und meinen Lebensrhythmus wahrnehme. Sie ist gekoppelt an die Planetenbahnen, symbolisiert durch Saturn (Kronos). Tragisch ist das nicht, nur wahr. Liebe Grüße dir!

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  7. lieberlebenblog schreibt:

    Im jüngeren Bild sehe ich mehr Ruhe, Gelassenheit im Gegensatz zur Hektik des älteren. Jetzt fließt die Zeit mehr und bildet ein harmonisches Ganzes. Das berührt mich. Auch, dass bei der Bilderfolge jung und alt im Gegensatz zum Alter der Malerin stehen 😉

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  8. kormoranflug schreibt:

    Die Kombination mit der Wellpappe gefällt mir, das Bild wird so noch mehr dreidimensional als nur mit den Farben.

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  9. wildgans schreibt:

    Wellpappe zu integrieren, das finde ich klasse! Es macht Bilder und Collagen so, so….mir fällt kein passendes Adjektiv ein, vielleicht wem anders?

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  10. Werner Kastens schreibt:

    Wir dehnen die Zeit
    mit unserer Erinnerung

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    • gkazakou schreibt:

      das ist ein interessanter Aspekt, an den ich noch gar nicht dachte. Könnte man sagen, jedes Mal wenn ich mich zurückerinnere, verdoppele ich die erinnerte Zeit? Dann hätten wir ja eine viel größere Lebenszeit als die in Jahren gemessene….

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      • Werner Kastens schreibt:

        Ja, irgendwie könnte man das schon so denken. Je mehr wir als Einzelne/r wissen, um so länger könnte man dann die Zeit dehnen. 333 bei Issus Keilerei: waren wir nicht irgendwie dabei, wenn wir um die Geschehnisse aus der Geschichtsschreibung detaillierte Kenntnis davon haben?
        Und wie ist es mit dem Urknall? Können wir „unsere“ Zeit so weit dehnen, dass wir von Anfang an dabei waren? Klinkt verrückt, aber die Erinnerung und das Wissen machen so etwas im Prinzip doch möglich?

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    • gkazakou schreibt:

      Diese Erweiterung ist sogar noch trefflicher, lieber Werner. Ich tendiere dazu, dir zuzustimmen. Mit der Einschänkung, dass ich den Urknall für ein Ammenmärchen halte. (Da war nur Hawkins Amme dabei, jedenfalls behauptet sie es Ich nicht. 😉

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      • christahartwig schreibt:

        Interessant. Ich denke schon, dass da etwas „explodiert“ ist. Das Universum sieht ganz danach aus. Ich frage mich allerdings, ob der sog, Urknall kein Urknall, sondern ein sich immer wiederholendes Ereignis ist. Ein Kreislauf. Von Nichts kommt nichts. Den Urknall als Entstehung des Universums aus dem Nichts halte ich auch für Unsinn.

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      • Werner Kastens schreibt:

        Liebe Gerda. Ich teile Deine Meinung. Ich mag den Hawking auch nicht. Er war der Meinung: „Man kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert. Aber die Wissenschaft macht Gott überflüssig.“ Und das ist für mich Arroganz in höchstem Maße.

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    • gkazakou schreibt:

      Liebe Christa, schon das Wort „Urknall“ finde ich total unsinnig. Damit etwas knallt, muss es Atmosphäre geben, um den Schall zu transportieren. Und genauso verrückt kommt mir die Vorstellung einer Urexplosion vor. Da muss ja was sein, das explodiert. Wer sich so vor der Einsicht zu schützen sucht, dass wir eben nichts über irgendeinen Anfang wissen, hat für mich einen Knall. Tut mir leid, Mr. Hawking.

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    • gkazakou schreibt:

      Lieber Werner, ich habe Zitate gelesen, wo Hawking meinte, die Nicht-Existenz Gottes physikalisch bewiesen zu haben. ich las es als große wissenschaftliche Errungenschaft jetzt in den Nachrufen. Für mich ist das ebenso Kokolores wie Gottes Existenz beweisen zu wollen. Mich stört dabei gar nicht mal, dass Hawking sagt, was er glaubt und für richtig hält, sondern dies Nachbeten allüberall: Urknall hier, Urknall da. Jeder aufgeklärte Mensch hat das gefälligst zu glauben. Und man bemerkt nicht den Widerspruch, dass ich glauben soll, was ich nicht wissen kann. Da ist mir Sokrates doch viel lieber mit seinem bescheidenen „ich weiß, dass ich nichts weiß“.

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      • Werner Kastens schreibt:

        „Das ergänzende „-s“ an „nicht“ ist ein Übersetzungsfehler, da die Phrase „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ auf Altgriechisch οἶδα οὐδὲν εἰδώς (oîda oudén eidōs) heißen würde. Mit seiner Aussage behauptet Sokrates also nicht, dass er nichts wisse. Vielmehr hinterfragt er das, was man zu wissen meint.“

        Ich habe kein Griechisch gelernt und kann den obigen Text aus Wikipedia nicht beurteilen. Aber die stete Hinterfragung von Wissen gefällt mir auch als Basis.
        LG aus dem momentan wieder winterlichen Hessen

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    • gkazakou schreibt:

      Lieber Werner, ich verstehe deinen Einwand, und er gefällt mir, denn natürlich wusste (im herkömmlichen Sinne) Sokrates das eine und andere. Dennoch: ich habe eben extra noch mal meinen Mann gefragt, und er bestätigt die Übersetzung mit „nichts“. „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Im Grunde ist es dasselbe, was du sagst: denn das, was wir zu wissen vermeinen, ständig zu hinterfragen, ist gleichbedeutend mit dem Zugeständnis, dass wir eben nichts wirklich wissen, sondern es nur zu wissen meinen. M.a.W., dass wir es glauben. Herzliche Grüße nach Hessen!

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      • Werner Kastens schreibt:

        Absolut einverstanden!, liebe Gerda.

        Aber ich komme noch einmal zurück auf den Ausgangspunkt unserer Betrachtungen, der Dehnung der Zeit.

        Ich habe dazu ein wunderbares Gedicht gefunden von Simone Lucia Birkner, das in das Thema Zeit passt und über die Verbindung zum Frühling eine schöne Hoffnung gibt. Ich denke, es wird auch Dir gefallen:

        Stundenherbst

        Die reifen Tage
        pflücken wir uns
        von den Bäumen der Zeit

        für später

        wenn von den Zweigen
        die letzten welkenden Stunden
        herabgeweht
        aus den Pfützen schimmern,

        wenn die Bäume nurmehr
        Krähen tragen
        und ihre Schreie,

        wenn die Sonne längst
        gegangen ist
        und das Stundenlaub
        zusammengekehrt,

        betrachten wir sie:
        stumm, unsere schrumpelnden Tage
        der Erinnerung –

        rotwangig glänzt noch
        die Melodie ihres Traums

        unvermittelt fragst du
        nach dem Frühling.

        Stumm zeige ich dir
        die kleinen Kerne unserer Tage –
        mitten im Stundenherbst
        erkennst du

        ihr ewiges Frühlingsversprechen.

        Quelle:
        HERZWEISE – 100 Gedichte der Gegenwart
        (erschienen im Verlag in der Lindenstrasse – zu beziehen über Amazon)

        obiges Gedicht von Simone Lucia Birkner

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    • gkazakou schreibt:

      das ist ein wunderbares Gedicht, Werner, ich danke dir sehr dafür und wünsche dir nun, dass das Frühlingsversprechen zur Wirklichkeit wird..

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  11. kunstschaffende schreibt:

    Mir gefällt das Letzte sehr, es ist viel heller und freundlicher, als das Erste! Vielleicht zeigt es ja, dass man mit zunehmenden Alter, immer bewusster Schönheiten wahrnimmt! Nur so ein Gedanke von mir! 😍

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  12. versspielerin schreibt:

    zwei wunderbare bilder! auch in der aussage, sehr fein.
    (ich muss an georges braque denken, irgendwie … 🙂 )
    herzliche grüße von diana

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  13. chrinolo schreibt:

    Mir gefallen auch beide und das letztere wirkt auf mich voller Leben 🙂

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  14. www.wortbehagen.de schreibt:

    ich meine zu erkennen, daß Du in dieser Zeitspanne gereift bist, liebe Gerda *lächel*
    War in Deinem ersten Zeitbild noch Unruhe, so ist sie im zweiten einer wohltuenden Gelassenheit gewichen. Was meinst Du selbst?

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  15. PPawlo schreibt:

    Diese Bilder sind große Klasse! Der Aufbau, die Wahl der Farben, die Power, das Thema, der Kontrast der Formen, die Zeit , die stehen bleibt und gleichzeitig zerrinnt. Sie prägen sich tief ein! Danke fürs Teilen! LG Petra

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