ein Bild ohne Titel

Dies Bild machte ich gestern. Unten die Entstehungsphasen. Die gelbstichigen Bilder sind bei Lampenlicht aufgenommen, die anderen draußen. Einen Titel habe ich auch, aber den verrate ich nicht. Denn du siehst vielleicht was ganz anderes. „Ein Bild wird erst vollständig durch seinen Betrachter“. Wer sagte das? Vergessen.

Material: Pappe 70 x 100, Klebeband, Kohle, Papiere, Akryllpigmente mit Kleister. Wenn du mehr sehen willst: Anklicken.

Heute war ich den ganzen Tag unterwegs in Messinien und Arkadien, sah schöne Dörfer, den gewaltigen Tempel des Apoll in Bassai und eine große Landschaft. Morgen mehr davon. Gute Nacht!

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Malerei, Meine Kunst, Psyche, Zeichnung abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

31 Antworten zu ein Bild ohne Titel

  1. Myriade schreibt:

    Dazu fällt mir ganz viel ein, aber höchstwahrscheinlich ganz anderes als dir….

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    • gkazakou schreibt:

      Ach bitte: was denn?

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      • Myriade schreibt:

        Ich habe das fertige Bild angesehen, nicht den Prozeß der Entstehung Ich dachte an ein Paar zwischen Harmonie und Dominanz, das Kind , das mit dem einen Teil des Paars eng verbunden ist bzw (fest)gehalten wird und dahinter der/die Partner/in des erwachsenen Kindes. Zwiespältig fand ich das Paar: die rechte Gestalt besteht ja fast nur aus Kopf scheint aber die linke nach und nach zu erdrücken …

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, herzlichen Dank, Myriade! Deine Deutung ist sehr nah an dem, was ich gestern sah: die „Mutter“ (rechts neben dem „Mann“) wird in die Paar- Verbindung (Mitte) einbezogen (quer gestellter Arm), sie dient als Spiegel (leeres Gesicht). Die linke Figur (Vater) erscheint eher unzugehörig. Das Paar selbst ist „eine Person“ und doch auch zwei. Jürgen sah „die drei von der Mafia“ (Mafia = Familie) – nicht vier.
      Heute hab ich das Bild in meinen Kommentar (bei Babsi) auf die Schöpfungsgeschichte bezogen. Ich finde es höchst interessant, wie das Bild in den Deutungen gelesen wird, und wie sich diese Deutungen ändern können, wenn neue Gesichtspunkte auftauchen. Ein Bild ist für mich ein Symbol und hat wie alle Symbole zwar einen starken Inhalt, aber keine eindeutige Aussage. Es ist eine analoge Form der Kommunikation.

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      • Myriade schreibt:

        „Ein Bild ist für mich ein Symbol und hat wie alle Symbole zwar einen starken Inhalt, aber keine eindeutige Aussage“ Ja, das sehe ich auch so. Vielleicht muss man noch hinzufügen, dass die Deutungen auch mit der Person der Betrachter zu tun haben und dadurch im Idealfall eine Verbindung zwischen Bild bzw Künstler und den Betrachtern hergestellt wird. Es kann aber auch sein, dass Betrachter in einem Bild etwas völlig anderes sehen als vom Künstler beabsichtigt war …

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    • gkazakou schreibt:

      so seh ichs auch. Der Betrachter ist der Souvenän. Er macht mit einem Bild, was ihm beliebt. Er kann es in die Ecke schmeißen oder ihm einen Altar bauen, kann es wegen des Dargetellten lieben oder hassen (ja, auch das kommt vor) und vor allem: er kann nach Lust und Laune projizieren, fantasieren, analysieren… 😉

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  2. kunstschaffende schreibt:

    Spontan dachte ich an GESPALTEN

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    • gkazakou schreibt:

      Liebe Susanne, liebe Babsi, eure Assoziation geht in die Richtung meiner Gedanken dazu: Spaltung und Familienbildung – beides. Da ist zuerst die Spaltung von Adam und Eva in zwei Personen. Im ersten Schöpfungsbericht sind sie ja noch eine: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn, und er schuf ihn als Mann und Weib.“ (Gen 1,27). Die bekanntere Version ist dann die mit der Rippe: Eva wird sozusagen aus Adam abgespalten, damit er ein Gegenüber hat (in meinem Bild die weibliche Form als leerer Spiegel). Und was geschieht nun? Sie müssen sich wieder vereinigen (ein Fleisch werden), damit sie sich vermehren können. – Spaltung – Verbindung – Kind – Im Kind steckt der in Mann-Frau „gespaltene“ Mensch und wird wieder eins, um sich seinerseits ….
      Spaltung und Vereinigung (Familienbildung) sind somit die zwei Seiten einer Medaille. Ich habe dies beim Betrachten des Bildes gesehen. Als ich das Bild machte, war es mir nicht bewusst. Ich nannte es für mich „a bunch of people“.

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      • gkazakou schreibt:

        zur Ergänzung: das engl. „bunch“ bedeutet etwas Zusammengebundenes, zB Blumenstrauß, Schlüsselbund – wie die Familie, in der Menschen verschiedener Art zusammengebündelt oder verbunden sind.

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      • elsbeth weymann schreibt:

        Liebe Gerda,
        zu 1.) Gen I,27 und Gen 2.) II, 21 ein paar Anmerkungen–
        nur so…
        Gen I, 27 …Da steht :…. „Und er schuf sie männlich -weiblich“…als Adjektiva !
        Ich muss hier immer an Platons Urmenschen aus dem Symposion denken.
        Gen 2, 21 ff -Für das berühmte , meist mit „Rippe“ übersetzte Ding steht im Hebräischen „Seite“. Auch das ist freilassender—
        Erzählt wird ja in mythischen Bildern :
        im Tiefschlaf des Menschen = adám, ( von adamá =Erde)
        wird eine „Seite geöffnet“ und etwas von ihm, aus seiner eigenen Substanz, genommen (abgespalten), das sein Gegenüber wird .
        Und die Sehnsucht der Vereinigung tragen beide.
        All das kann ich in deinem kraftvollen und schönen Bild sehen !
        Elsbeth

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      • Susanne Haun schreibt:

        Ich finde alles, was du geschrieben hast in deinem Bild wieder 🙂

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    • gkazakou schreibt:

      Liebe Elsbeth, hab herzlichen Dank für deine Präzisierung. Du denkst an die Geschichte vom Kugelmenschen, die Aristophanes in Platons Symposion erzählt, in dem es um die Liebe geht, nicht wahr?
      Mich freut deine Zustimmung zu meinem Bild, das natürlich auch anders interpretiert werden kann. Immer bleibt die grundlegende Metapher die Spaltung in ein Ich und ein Gegenüber und die Sehnsucht nach Vereinigung. Und es bleibt, finde ich, auch eine Ahnung, dass wir Menschen alle über den Blutstrom miteinander verbunden sind bis hin zum ersten Menschen.

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      • www.wortbehagen.de schreibt:

        Seite statt Rippe war mir bekannt, aber damals, als ich tochter Nr. 2 stillte (lange), noch nicht. Als sie sprechen konnte, sagte sie immer, wenn sie Hunger oder Durst hatte, Mama Seite. Wieso sie das tat, weiß ich nicht, und jeder, der es hörte, wunderte sich …
        Was es mit der Rippe zu tun hat? Vielleicht hast Du eine Erklärung, liebe Gerda

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    • gkazakou schreibt:

      Braucht es eine Erklärung, liebe Bruni? schön ist deine Erinnerung an dieser Stelle allemal.

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  3. Susanne Haun schreibt:

    Ich dachte spontan an Familie!

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  4. juergenkuester schreibt:

    Und ich an die Drei von der Mafia.

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  5. TeggyTiggs schreibt:

    …ich habe nun natürlich schon die Kommentare gelesen…interessant finde ich die Entstehung des Bildes…kommen nicht alle Figuren aus einem Ursprung, einem Berg, einer Erde?…es ist zu sehen, erst dann spalten sie sich auf, gehen Beziehungen ein…entzweien sich auch…(und werden irgendwann wieder eines)…

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  6. www.wortbehagen.de schreibt:

    Als ich dieses Bild sah, war mein allererster Gedanken nur, leere Gesichter. Das Füllen besorgt das Leben, das hier aber nur durch die Körperhaltung sehr dezent dargestellt wird.
    In der Mitte eine Zusammengehörigkeit und die Menschen rechts und links daneben, die gehören dazu. Der Linke etwas weniger als der rechte
    hm, klingt jetzt so anders, als alles, was ich hier las, aber so war es

    Liebe Grüße von Bruni

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  7. www.wortbehagen.de schreibt:

    ja, vielleicht, denn einiges ist vorhanden

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  8. Ulli schreibt:

    Ich denke an drei Frauen…

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  9. Pingback: Schöpfungsgeschichten | GERDA KAZAKOU

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