Schöpfungsgeschichten

Am Anfang war, waren, …

Bei https://www.religionen-entdecken.de/startseite las ich etwas Hübsches, das auf meine Arbeitsweise viel besser passt als die Darwinsche Entwicklungslehre:
„Für Hindus“ steht da, „ist die Schöpfung ein ewiger Kreislauf der Materie, also aller Stoffe im ganzen Universum. Der große Schöpfer Brahman setzt… die Einzelteile immer wieder neu zusammen – zu Planeten, Landschaften, Tieren, Pflanzen… und auch zu Menschen. Die Gottheit Vishnu erhält das Erschaffene für eine Weile, bis die Gottheit Schiwa es zerstört und wieder Neues aus den Einzelteilen entstehen kann. Dabei geht niemals etwas verloren.“

Also bei mir war am Anfang – oder eigentlich nicht am Anfang, denn es gingen ja etliche sogar dokumentierte Zustände voraus, ein Bündel Mensch. Das fiel erst einer Überschwemmung und dann meinem Messer zum Opfer: ich zerschnitt es – o Schiwa! – in drei Teile, nahm einen Teil und zerschnitt ihn weiter, zerriss die Reste und erschuf aus diesem Material – o Brahman! – ein Abstraktum, Fische (da fuhr der Wind hinein), Vögel (Nesthocker und Überflieger), Wichtel und Frolleins.

Das war gestern. Heute folgten zunächst Meer und Hochgebirge mit Gletschersee.

Doch ohne die Krönung der Schöpfung bleibt das Kulisse ohne Drama. Also ließ ich Menschen im Hochgebirge wandern, sich über ihre Kinder streiten,  Obrigkeit spielen oder diese in den Bauch pieksen – kurzum, ein paar der unzähligen Dramen aufführen, zu denen der Mensch nun mal neigt und in der Lage ist.

Für heute genug mit Shiwa und Brahman! Möge Vishna walten.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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17 Antworten zu Schöpfungsgeschichten

  1. TeggyTiggs schreibt:

    …jaa…da bin ich ja, als letzte der Wanderer im Hochgebirge!

    Gefällt 1 Person

  2. kunstschaffende schreibt:

    Super Gerda, Deine Legearbeiten sind genial! Sie erzählen Geschichten, die jeder für sich interpretieren kann! Wobei mir immer der Zusammenhang mit der griechischen Mythologie sehr gefallen hat. Mit Deiner Arbeit hier, stellst Du die irdischen Konflikte dar, menschliches Tun, Entsagen und vielleicht auch Versagen.
    Sehr interessant!

    Liebe Grüße Babsi

    Gefällt 1 Person

  3. Ulli schreibt:

    Diese Schöpfungsgeschichte kommt meiner Sichtweise auch sehr nahe und toll wie du sie umgesetzt hast, ein paar Kommentare stehen unter den Bildern, dann dachte ich, nö, ich schreibe auch noch einmal hier, wieviele Gedanken, aber auch Emotionen diese Bilder in mir auslösen – nehme ich das unkommentierte Einzelkind noch hinzu, dann sehe ich auch Erdrückendes und schaue ich auf Volk und Obrigkeit, dann gefällt mir sehr die Idee des pieksens…
    ich bin ja mal gespannt was morgen entsteht 😉
    sehr herzliche Abendgrüsse an dich, Ulli

    Gefällt 2 Personen

  4. Susanne Haun schreibt:

    Liebe Gerda, leider gestattet mir WordPress nicht, deine Bilder einzeln zu kommentieren. Ich wollte unter dem Foto mit den Baumblättern eine tolle Kombination, sowohl von den Farben als auch von der Materialität herunterschreiben.
    Ich bin begeistert, welch eine Phantasie und Bilderwelt du aus den Schnipseln entwickelst. Ich mag die Menschen, die durch die Bergwelt spazieren. Die Stimmung hat etwas von Aufbruch.
    In Berlin ist es noch stockeduster und ich mache mich gleich auf den Weg zum Zahnarzt.
    Liebe Grüße von Susanne

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  5. www.wortbehagen.de schreibt:

    Du bist ne Wucht, liebe Gerda. Wie fein gestrickt wirkt Deine zusammengefaßte Schöpfungsgeschichte, wie passend hört sie sich für mich an.
    Nichts geht verloren, alles hat seinen Sinn und so gehst Du bei Deinen Legearbeiten vor, Es scheint wie ein willkürliches Spiel, doch das ist es nicht. Du arbeitest Dich behutsam vor, siehst beim Entstehen des einen schon den Schritt zum nächsten und der Menschenzug durchs Gebirge entsteht. Nun bist Du bei den Menschen angelangt und bei Deinen Scheidungskinderrn denke ich, es sei mir verziehen, die Liedzeile * Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb *.
    Dann sehe ich das nächste, lasse es außer acht, denn ich sehe den Einsamen dort oben stehen und nach seiner Liebsten spähen, wobei er vielleicht auch nur das Land sucht, das ihn aufnehmen kann, in dem er sich endlich wieder zuhause fühlt, doch mit der Obrigkeit gibts überall zu kämpfen und oftmals sind *Kniefälle* notwendig…

    Herzlichst, Bruni am Morgen

    Wie leicht dagegen, war doch mein letztes Thema

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    • gkazakou schreibt:

      Danke für deine feinen Bemerkungen, Bruni. Der oder die Aufrechte ist schon zum Pfahl geworden, nicht mehr biegsam, Kniefall unmöglich. Beweglich bleibt die Hoffnung, Fähnchen im Wind.
      Ich schaue gelich mal nach deinem, tue es oft, aber kommentiere nicht so gern Gedichte.

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      • www.wortbehagen.de schreibt:

        *lächel*, oh ja, beweglich bleibt die Hoffnung, sie stagniert gottseidank nicht!
        Woher sie die Kraft dazu nimmt, weiß ich wirklich nicht.
        Meins ist diesmal Prosa, kein Gedicht, liebe Gerda. Das wollte ich meiner Oma dann doch nicht antun 🙂

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    • gkazakou schreibt:

      ich war noch nicht bei dir, ich schaffe es nicht mehr, leider. Gute Nacht!

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  6. ernstblumenstein schreibt:

    Danke für die herrlichen Geschichten…

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