„Das Gewissensministerium warnt…

….Gleichgültigkeit kann tödlich sein

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Heute vormittag zeigte ich das Kind mit der Maske, das Unbekannte an diese Mauer malten. Um die Wirkung nicht durch viele Fotos zu verwässern, ließ ich es bei dem einen Foto. Doch finde ich, ein paar weitere verdienen ebenfalls unsere Aufmerksamkeit.

Da ist zum Beispiel dieses Bild, das in der Manier der gesetzlich vorgeschriebenen Warnungen auf Tabakprodukten feststellt: „Das Gewissensministerium warnt: Die Gleichgültigkeit schadet ernsthaft der Umwelt“.

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Oder jenes andere mit dem Kind, das einen Baum in sein Herz hineingenommen hat und es  steigen lässt, vielleicht in der Hoffnung, dass ein Zuständiger den Ballon ergreift und die richtigen Schlüsse draus zieht.

Faktum: Eine  Mülldeponie  im waldigen Gebirge, die die Gemeinde dennoch weiter benutzt, gefährdet das Grundwasser und den Wald. Viele Aktionen bis hin zu lang dauernden Straßenblockaden haben die Gegner der Mülldeponie organisiert. Sie haben die Gerichte angerufen und in allen Instanzen gewonnen. Aber da bisher nirgends Platz für eine alternative Lösung aufzutreiben war, fahren die Müllwagen dennoch Tag für Tag hier vorbei, um ihre gefährliche Last auf der Deponie abzuladen.

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Auch der Schmetterlings-Maler mit dem roten Herzen auf der Brust hat es mir angetan. Wie ein Gekreuzigter steht er da mit seinem Pinsel, der ihm so gar nichts nützt.

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… oder diese lächelnde Maske … keine Ahnung, welcher Mensch sich dahinter verbirgt. Ist es ein Mensch – oder womöglich ein Politiker?

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Schließlich  noch ein kurzer Halt dort, wo ein Mädchen mit dem schönen Namen Xara (Freude) feststellt: „ALLES IST GESCHEHEN, DAMIT ICH DICH KENNENLERNE“.

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Dies sei mein heutiger Beitrag zur „Griechischen Kunst am Sonntag“.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, die griechische Krise, Kunst zum Sonntag, Leben, Malerei, Natur, Psyche, Träumen, Umwelt abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Antworten zu „Das Gewissensministerium warnt…

  1. kunstschaffende schreibt:

    Wie schön die Kunst, wie traurig der Anlass! Das ist ja furchtbar, dass keine Lösung für dieses Problems gefunden wird!

    Danke Gerda für’s Zeigen!

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  2. gkazakou schreibt:

    Danke. Es scheint, dass nie irgendeine Lösung für irgendwas in diesem Land gefunden wird. Schon gar nicht für die Müllbeseitigung. Und das macht mich wütend.

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  3. Ulli schreibt:

    Ich mag den Satz und das Bild: das Gewissensministerium warnt … ich mag Strassenkunst und ganz besonders, wenn sie sich bezieht, wie diese hier. Deinen Zorn kann ich gut nachvollziehen, mich macht sowas auch immer wütend, als hätten wir Zeit ohne Ende und könnten schänden, bis zum Sanktnimmerleinstag.
    Aber Lösungen werden in anderen Ländern auch nicht gefunden, wobei jedes Land vor eigenen Herausforderungen steht und Griechenland, wie wir wissen, vor besonders grossen. Wobei ich mich ja schon oft gefragt habe, ob es je soweit gekommen wäre, wäre Griechenland ein autonomer Staat. Es ist wirklich nur eine Frage.
    Herzlichst
    Ulli

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    • gkazakou schreibt:

      Es gibt keine autonomen Staaten mehr, Ulli. Gab es sie jemals? Immer bestanden Abhängigkeiten, bei den kleinen Volkswirtschaften natürlich schlimmere als bei den großen.
      Das Müllproblem hat aber damit gar nichts zu tun. Es fehlt einfach der politische Wille, es zu lösen. Die EU würde das Geld dafür geben, aber den Rest müssen die hiesigen Lokalgrößen erledigen. Und das ist ihnen unangenehm, denn immer gibt es Leute, die durch Lösungen Nachteile haben und sie deshalb blockieren….

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  4. kunstschaffende schreibt:

    Der scheiß Mammon! die gierigen müssten Aussterben! Sie zerstören alles! Geld gehört abgeschafft, das Schlimme ist dann finden Sie wieder einen Weg er Zerstörung.

    Dieses Gefühl des ausgeliefert sein ist der schlimmste Zustand dabei!

    Herzliche gute Nacht Grüße an Euch!

    Babsi

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  5. Monika schreibt:

    Wenn es nur eine Mauer wäre, hätte sie keine besondere Bedeutung, außer, das sie den Zugang zum Berg verwehrt. Nun haben Menschen, Künstler sich ihrer angenommen. Vielleicht aus ihrer Eigenheit heraus, um der Mauer und dem was dahinter liegt eine Bedeutung bei zu messen. Auf ihre Art, in ihrer Weise. Jeder Mensch, der an dieser Mauer vorbei fährt, oder geht macht sich so seine Gedanken. Aber sind es immer die Gedanken, die Veränderung auslösen? Nein, ein Gedanke sinkt ab, so nenne ich es, Ins Unterbewusstsein, oder wird von anderen Eindrücken überlagert. Ein Gedanke muss eine Stimme werden, eine die gehört wird. Worte bewegen, nehmen Raum ein, klingen nach. Bilder zeigen auf und sie bleiben in uns. Wenn Du nichts dazu geschrieben hättest, was wäre dann die Mauer. – Bunt -. Jetzt hat sie ein anderes Format angenommen. Erst jetzt kann Austausch stattfinden. Diese Mauer ist nun im Internet und kann durchaus Anstoß den heimischen, griechischen, zuständigen Beamten geben. Es wäre doch möglich, dann bliebe alles im Gespräch. – Mut zum Tun -, so sagt man, oder?
    LG. Monika

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    • gkazakou schreibt:

      Danke für deine Gedanken, Monika. in diesem Fall sind das Tun (im Sinne von Veränderungen bewirken wollen) und das Bildermalen dasselbe. Die Bilder sind Teil einer Aktion. Sie erinnern an ein Problem, das nicht gelöst wurde. Meine Veröffentlichung wird diese Lösung leider keinen Schritt näher rücken. Aber der Druck auf die Verwaltung nimmt zu.

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  6. Stift und Schrift schreibt:

    „Ist es ein Mensch – oder womöglich ein Politiker?“ – diese Formulierung irritiert mich doch sehr. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass Du das wirklich so meinst, wie es da steht …

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    • gkazakou schreibt:

      das ist, ich gebs zu, eine etwas gewagte Pointe. Natürlich sind Politiker Menschen. Was denn sonst? Doch leider wächst die Maske dem Politiker oft so fest, dass das Gesicht dahinter nicht mehr so ohne weiteres freizulegen ist. Er ist sehr stark mit der Maske identifiziert, zumal die Wähler diese Maske kennen und wählen, an dem „Menschen dahinter“ aber kaum interessiert sind. Mir kamen Vergleiche mit dem Kind, das die lachende Maske abnimmt, und man sieht sein zornig-trauriges Gesicht. So meinte ich es. Vielleicht findest du diese Formulierung weniger anstößig.

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  7. Pingback: Mittwoch, den 29. Juni 2016 | Kulturnews

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