Der Dezember und „die Mäßigkeit“ („die Kunst“)

https://gerdakazakou.com/wp-content/uploads/2025/01/img_0636_edited.jpgIn der letzten Raunacht, am 6. Januar dieses Jahres, zog ich die Tarotkarte für den Dezember. Und was war es? Die Mäßigkeit! Eine schöne Karte, die den Kreis der Monatskarten wunderbar schließt, dachte ich und schrieb:

Hin und her schwingt die Bewegung, ein ewiges Geben und Nehmen im Ausgleich. Eingebunden in dieses strömende Gleichgewicht sind alle Elemente: das Wasser und das Feste, die Luft und das feurige Rot seiner Flügel. Harmonie und Fülle herrschen, wenn das Hauptgesetz der Natur von allen Lebensformen beachtet wird: Mäßige dich! Nimm nur so viel, wie du brauchst, und gib soviel, wie du genommen hast, damit auch die anderen Lebensformen nehmen können, was sie brauchen. Nimmt eine Lebensform zu viel und gibt zu wenig, entsteht Mangel. Dann bricht das lebendige Gleichgewicht zusammen, Chaos und Zerstörung herrschen.

Besonders freute ich mich, als ich erfuhr, dass diese Karte im Rowley-Tarot Kunst heißt.

Ich machte eine neurografische Zeichnung und überlegte, welche besondere Aufgabe  diese Karte mir für den Dezember stellte.

https://gerdakazakou.com/wp-content/uploads/2025/01/img_0635-1_edited.jpg

Es würde wohl darum gehen, Nehmen und Geben im Gefühl, aber auch im Materiellen und Geistigen in einen Ausgleich zu bringen. Und wie könnte das geschehen? Nun, durch Kunst!

Besonders freute mich, dass diese Karte das Hauptthema meines „Kleinen Welttheaters“, das das Jahr zuvor begleitet hatte, aufnimmt. Vielleicht erinnert sich noch jemand von euch, liebe Mitlesende, dass es da eine blinde Dichterin namens Domna gab, die eben dieses Prinzip besonders hervorhob?

Diaphania (Transparenz) fordert Domna zum Reden auf:

Nenn das Gesetz, auf das du dich berufst.

 

Domna (die blinde Dichterin):

Nicht ich wars, auch nicht du, die es erschufst

Es ist das Recht, das immer schon gegeben

und ohne das es gar nicht gäb das Leben:

Wer nimmt, muss geben und der gibt, der nimmt.

Es wacht die Nemesis, dass diese Rechnung stimmt.

 

Tschinn (der Macher) will dies Gesetz nicht gelten lassen, und schreit:

Was redst du da? wer ist schon Nemesis?

Die ist passee, auf die geb ich kein Schiss.

Inzwischen ist doch längst geklärt:

Nur ein Gesetz hat sich bisher bewährt.

Der Fitteste ist Herr, die anderen sind Knechte

Wer sich durchsetzt, der ist dann auch im Rechte.

 

In diesem Dezember also werde ich noch einmal dem „Gesetz der Nemesis“ – der Mäßigung, der goldenen Mitte. πάν μέτρον άριστον (pān métron áriston) – nachspüren und sehen, wie ich es in meinem eigenen Leben damit halte. Wenn eines der Elemente überschießt – zu viel Materielles, zu viel Gefühlsschwelgerei, zu viel Herumdenken -, so will ich versuchen, es in eine gute Balance zu bringen, in der Kunst und überhaupt.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Kunst, Leben, Mythologie, Natur, neurografisches Zeichnen, Philosophie, Psyche, Welttheater | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 2 Kommentare

rund um Weihnachten mit Juricka: der kleine Prinz


Ich sah ihn in einem Schaufenster und konnte nicht widerstehen. Nun lebt er bei uns, und ich versuche, sein Umfeld so zu gestalten, dass er sich wohlfühlt und nicht zu seiner Rose heimkehrt.

im Geheimen habe ich ihm nämlich eine Rolle fürs Jahr 2026 zugedacht. Sieht er nicht aus wie ein Bruder von Dora, der unvergesslichen Repräsentantin von 2022?

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , | 5 Kommentare

Der November, der „Bube der Münzen zum dritten Mal“ und was daraus wurde

Wie die hier schon länger Mitlesenden wissen, habe ich in den Raunächten des vergangenen und diesen Jahres (von 25.12.2024 bis zum 6.1.2025) je eine Tarotkarte gezogen und mir Gedanken gemacht, welche besondere Aufgabe ich mir für den entsprechenden Monat des Jahres stellen sollte. Am 5. Januar und also für den Monat November war es der „Bube der Münzen“, der mich schon zuvor zweimal beehrt hatte. Dabei ging es darum, mich meiner „Talente“ bewusst zu werden und streng zu prüfen, was es damit auf sich habe.

Für den November nahm ich mir am 5. Januar vor (hier): Im November aber will ich unbeschwerter damit umgehen. Gaben fließen uns täglich neu zu. Wir brauchen nur die Hände und die Sinne zu öffnen, um den Reichtum des Lebens zu fühlen und zu genießen.  Und ich machte eine leichte neugrafische Zeichnung.

Anfang November nahm ich mir dann entsprechend vor:

Nach der recht strengen Disziplin, der ich mich im Sommer unterwarf (zwei Ausstellungen auszurichten, ist ohne solche Disziplin nicht möglich), gehe ich dem November entspannt entgegen. Ich will freundlich empfangen, was er mir zu bringen hat, und das Beste draus machen.

Im übrigen gilt es, das durch die Ausstellungen Gewonnene nun auch mit leichter Hand an die weiterzugeben, denen es Erleichterung und Freude verschafft. „Mit leichter Hand“ – darauf kommt es beim Verschenken ja an! Und auch das will geübt sein.

Zurückschauend auf den nun verflossenen Monat November kann ich sagen: Ja, es war ein recht leichter, entspannter Monat. Beim Bloggen hat mir insbesondere das „Novemberleuchten“ Spaß gemacht. Beim Zeichnen nach Modell und bei den Buntstiftzeichnungen gabs ein paar gute Momente. Mit dem Malen wurde es weiter nichts. Ein Kurzbesuch in Athen gab mir die Möglichkeit, alte Freundschaften zu beleben und eine interessante Ausstellung zu besuchen. Hier in der Mani genießen wir die hellen Tage, aber auch das wilde Wetter, das uns unter anderem einen fünftägigen Ausfall des internet bescherte.

Wir zünden jeden Abend den Kamin an, wärmen uns zusammen mit den Katzen am lebendigen Feuer, unterhalten uns, lesen. Ich habe mir Dostojevskis „Gesammelte Werke“ vorgenommen, lese nach „Schuld und Sühne“, den „Aufzeichnungen aus dem toten Haus“ und den „Dämonen“ nun den „Jüngling“ und habe viel darüber nachzudenken. Denn diese Lektüre bringt mich ins vorrevolutionäre Russland, und ich beginne zu verstehen, warum und wie es zur bolschewistischen Machtübernahme und zum Stalinismus gekommen ist. Vorher betrachtete ich es nur mit Bezug auf die sozioökonomischen Bedingungen, jetzt aber sehe ich die seelischen Verwerfungen, die einer Gesellschaft in solchen Übergangszeiten jeden verlässlichen Kompass rauben können. Aber das nur nebenher….

Auch den zweiten Teil meiner Vornahme – mit leichter Hand schenken – habe ich ganz gut bewältigt. Das durch die Ausstellungen gesammelte Geld ist fast vollständig in neue Hände gekommen, wo es hoffentlich Gutes bewirkt. Gestern konnte ich nochmal 200 E an eine Frau übergeben, die für ihre zwei geistig behinderten erwachsenen Geschwister sorgt. Sie leben nur von der staatlichen Fürsorge, und so hapert es an allem, was ein bisschen mehr als das Allernotwendigste ist.

Inzwischen liegt der November schon tief in der Vergangenheit, und ich will mich voller Zuversicht dem Dezember zuwenden.

Von „Krieg und Frieden“ lesen

 

 

Veröffentlicht unter Autobiografisches, Behindertenprojekt, Fotografie, Geschichte, Leben | Verschlagwortet mit , , , , | 3 Kommentare

Ende der Zwangspause und „Rund um Weihnachten“ mit Juricka (Herrenmode)

Heute vormittag kam die Nachricht, dass der vom Gewitter angerichtete Schaden an unserem internet-Zugang behoben sei.  Und so kann ich wieder normal bloggen.

„Rund um Weihnachten“ mit Juricka also. Das bedeutet zunächst vor allem: Deko und ziemlich viel Kitsch. Es könnte natürlich auch inhaltlich werden – mal sehen.

Weihnachten heißt Konsum, und Konsum heißt: Die Männer müssen ihr letztes Hemd hergeben, damit die Frau den heiß entbehrten Pelz und das Kind die Playstation bekommen. Oder?

Am Ende stehen sie nackt und bloß da, die Armen!

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Ökonomie, Fotografie, Krimskrams | Verschlagwortet mit , , , , , | 4 Kommentare

ein neuer Mitbewohner (tägliches Zeichnen)

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | 5 Kommentare

Rund um Weihnachten mit Juricka

immer noch ohne Internet, aber ein Foto zum Dezember-Challenge von Juricka (Amorak-Blog) geht auch per Handy

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | 4 Kommentare

Tägliches Zeichnen: Atelier

Skizze der Fensterfront des Ateliers

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare

Novemberleuchten – Abschied

Leuchtend geht der November zu Ende.
Da ich kein Internet habe, soll dieser kleine Gruß genügen.

Veröffentlicht unter Allgemein | 3 Kommentare

Novemberleuchten

noch immer ohne Internet. Drum nur ein Foto zum Novemberleuchten von Steinegarten.

Veröffentlicht unter Allgemein | 2 Kommentare

Novemberleuchten und Zwangspause

Diese Früchte der Lilie entdeckte ich heute nach dem starken Regen. Sie leuchten wie Perlen. Die braune Hülle hatte der Regel wohl abgelöst.
Das Unwetter war in der Nacht sehr stark. Ein Blitz hat unsere Telefon- und internetverbindung lahmgelegt, und ich weiß nicht, wann ich wieder normal bloggen kann. Ich melde mich, wenn ich wieder Zugang habe. Ein schönes geruhsames Wochenende allen hier Mitlesenden!

Veröffentlicht unter Fotografie, Leben, Natur | Verschlagwortet mit , , | 9 Kommentare