Impulswerkstatt, Bild 4: Kirchen und Kapellen in meiner Umgebung

Was wäre Griechenland ohne seine Kirchen? Dein Impuls No 4, liebe Myriade, ermuntert mich, noch ein paar weitere Kirchen, Kirchlein und Kapellen zu präsentieren, die so charakteristisch für die griechische Welt sind. Viele habe ich fotografiert, etliche gezeichnet. Hier beschränke ich mich auf wenige aus meiner unmittelbaren Umwelt.

Ich beginne mal mit dem allerkleinsten: Ist das schon eine Kapelle? Nein, es ist ein Nebengebäude in einem kleinen Kloster.

Kaum größer ist dieses alte byzantinische Kirchlein, das schön gerahmt von Zypressen und Ölbäumen den Eingang zu einem einst prächtigen, jetzt aber verwaisten Geschlechterturm bewacht.

Die Wände sind, wie es hier in der Mani üblich ist, mit alten Fresken geschmückt, deren Gesichter nach dem allgegenwärtigen Vandalismus der osmanischen Jahre wieder hineingemalt wurden.

 

Bedeutender, aber in keinem besseren Zustand sind die Fresken in der sehr alten byzantinischen Kirche in unserem Zentraldorf.  Erbaut wurde sie im 12. Jahrhundert mit Spolien (recycelten Bauteilen) aus dem 5. Jahrhundert und steht unter Denkmalschutz.

IMG_5452Ich habe mich gelegentlich in den nur durch das Tageslicht und die ewigen Lichter ein wenig erhellten Raum gesetzt und gezeichnet.

Hier sieht man sie von außen, vom Zentralplatz aus gezeichnet.

Die Hauptkirche des Ortes hat natürlich ganz andere Ausmaße. Man baute sie im 19. Jahrhundert, als die ursprüngliche zu klein wurde. Heute ist sie viel zu groß für das kleine Dorf. Architektonisch ist sie typisch für die stilunsichere Zeit des 19. Jahrhunderts: Es handelt sich um eine neoklassizistisch beeinflusste Kreuzkuppelkirche.

Rein byzantinisch und unverfälscht ist diese besonders schöne Kirche in Karytaina (Arkadien) aus dem 12. Jahrhundert, die wunderbar eingebettet in grünem Grund liegt. Schade nur, dass die Fresken sehr unfachmännisch renoviert wurden.

Ganz anders ist die Bauform der prächtigen Hauptkirche des Mani-Dorfs Ano Doloi. Sie ist deutlich venezianisch geprägt. Venedig beherrschte die Peloponnes (Moreas) von 1204/1209 bis 1500 und erneut von 1685/1688 bis 1715. Ich vermute, die Bauzeit liegt in der zweiten Epoche.

Aus der zweiten venezianischen Epoche stammt auch die Kirche in Alt-Kardamili, die ich sorgfältig zeichnete, freilich ohne den ganzen Glockenturm aufs Blatt zu bekommen. Und auch der Haupteingang wurde abgeschnitten, ts, ts!

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Ich mag es, wenn eine Kirche (und kein Windrad) die Silhouette einer Berglinie prägt. Diese hier steht oberghalb des Mani-Dorfs Stavropygio, wo ich mein Öl pressen lasse.

Die Kirche im Nachbardorf Malta – hier als Zeichnung mit überblendetem Foto – hat  venezianische Merkmale, wurde aber durch die Kuppeln dem byzantinischen Typus angeähnelt.

Namenlos ist keine der Kirchen, aber leider weiß ich meistens nicht, wem sie gewidmet sind. Von dieser aber weiß ich den Namen: „Lebenspendende Quelle“ heißt sie und liegt abseits im Gebirge neben einer Quelle, die jetzt freilich in Rohren eingefangen und für Bewässerungszwecke im Tal missbraucht wird.

 

Die kleinen Kirchen Griechenlands sind fast immer offen, so auch diese, die mir bei Regen inmitten wilder Natur Schutz gewähren sollte. Nur musste ich zuvor den Riegel mithilfe eines Steins öffnen.

Malerisches Moos und Flechten hatten die Fresken überzogen.

Zuflucht bei schwieriger Witterung bot unserer Wandergruppe auch diese geräumige leere Kirche, die gleich in eine Taverne umgestaltet wurde.  Sie liegt im winzigen Bergdorf Ano Verga, dessen Lichter mir immer des Nachts vom gegenüberliegenden Berghang herüberleuchten.

Nein, ich werde jetzt nicht auch noch die großen Kirchen von Kalamatas vorstellen, von denen es zahlreiche gibt. Denn Kalamata ist Bischofssitz und stark kirchlich geprägt. Hier nur zum Abschluss die Skizze einer der größeren Kirchen, die ich immer sehe, wenn ich den Zeitungskiosk ansteuere. Ich zeichnete den komplizierten Säulenvorbau und fügte später die Farben durch Überblendung mit einem Foto hinzu. In Wirklichkeit ist sie gelb.

 

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About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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2 Responses to Impulswerkstatt, Bild 4: Kirchen und Kapellen in meiner Umgebung

  1. Avatar von Myriade Myriade sagt:

    Sehr schön und interessant diese kleinen, kleinsten und mttelgroßen Kirchen mit den alten Fresken, die so ganz anders aussehen als die Kirchen in Mitteleuropa.

    Ich finde ja die moosüberwachsenen Fresken besonders ansprechend, ein Blick in die Jahrhunderte und lebendige Bilder 😉

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    • Avatar von gkazakou gkazakou sagt:

      Danke, Myriade! Es hat natürlich seinen Reiz, wenn die Fresken von der Feuchtigkeit langsam aufgefressen werden. Genau wie jeder Verfall seinen Reiz hat. Bei neuen Kirchen fehlt oft jeder Reiz, da ist alles glatt und platt und tausendfache Wiederholung.

      Gefällt 1 Person

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