Wie jeden Sonntag steige ich auch heute ins Archiv, um nachzuschauen, was mich an einem Tag wie diesem in früheren Jahren beschäftigte. Diesmal gehe ich zehn Jahre zurück und gelange ins Jahr 2017. Dort finde ich eine Ölkreidezeichnung unter dem bangen Titel:
DER KRIEG IST VORBEI – IST DER KRIEG VORBEI?

Heute kehre ich kurz entschlossen Frage und Antwort um.
Ist der Krieg vorbei? – Der Krieg ist vorbei!
Das gefällt mir. Ich höre die Menschheit jubeln: Nie wieder Krieg! Unsere alten Tempel und Wohnstätten werden wir wieder aufrichten, schöner als zuvor, und unsere Kinder werden in Frieden leben.
Ich gehe noch zwei Jahre zurück und bin nun im Jahr 2015. Am 21. Juni 2015 begann ich eine Geschichte über Hoffnung – Illusion und Scheitern – unter dem Titel „Der Volksgeist und der Ring der Herrschaft – eine unendliche Geschichte“ mit Schnipseln zu erzählen (hier die erste Episode vom 21.6.2015). Es ist mein Kommentar zu dem, was damals in Griechenland geschah: erstmals kam eine linke Regierung an die Macht. Das Volk jubelte, die Vöglein machten es ihm nach und brachten den Kleinen reichlich rote Würmer zum Fressen. Auch die Rättlein freuten sich – aber aus anderem Grund. O ja, es war eine spannende Zeit: ein kurzer Sommer der Anarchie.
Mit großem Vergnügen beschaue ich mir meine damaligen Auslassungen und wie ich aus einem wirren Haufen wertloser Schnipsel all diese Bilder erschuf.

Damals nämlich steckten wir tief in einer ökonomischen Krise, und ich wollte demonstrieren, dass man aus „fast nichts“ sehr sehr viel schaffen kann. Und so baute ich aus dem Papier, das ich dem Baum entnahm, ein Boot. In dem Boot, unschuldig unter dem Mond, lag ein verrosteter Ring …. (nicht der Ring der Nibelungen, der aus Gold war, sondern der stark verrostete griechische Ring der Herrschaft).
Um diesen Ring begann nun ein gewaltiger Tanz: Politiker jeder Gestalt und Couleur bemühten sich um die Aufmerksamkeit des verehrten Publikums. Um „des Volkes Stimme“ buhlten sie.

Hier siehst du, wie ein Zauberkünstler den verrosteten Ring herumwirbelt und zum Leben erweckt. Wer sonst noch auf der Bühne erscheint, ist Auslegungssache.

Nicht alles mag ich hier nacherzählen, du kannst ja bei Interesse dem Link folgen. Am Ende dieser Episode feiert das Volk, Souverän und Inhaber des Rings der Herrschaft ein ausgelassenes Fest, wie es eben das hiesige Volk feiert. Darüber treibt der Volksgeist mit dem hellblauen Profil. Doch ach, auch der Pleitegeier ist schon über dem Horizont erschienen und schüttelt sein hässliches Federkleid.

Genug der Reminiszenzen. Was gehts uns heute an? Heute sind wir ja ….

