Ich bin weiterhin damit beschäftigt, die durchs Wasser beschädigten Bilder zu entsorgen. Heute hatte ich zwei ausrangiert und in den großen Plastiksack befördert – als ich dachte: so sang- und klanglos, ohne Requiem? Ich holte sie wieder hervor, zerschnitt das eine (eine Collage) und legte das andere (ein Aquarell) auf eine weiße Unterlage.
Dann begann ich, die Mosaiksteine der Schnipsel auf der bemalten Fläche auszulegen.
Herausgekommen ist dieses:
Wegen der vielen Zeitungsschnipsel und weil wir in Kriegszeiten leben und weil in Kriegszeiten zugleich ein gewaltiger Propagandakrieg tobt und allerlei Flaggen hervorgheholt werden, nenne ich das Bild: „In der Kriegspresse“. Natürlich ist das nicht verpflichtend, du kannst es auch anders nennen. ZB Frühlingsblüten oder blühender Blödsinn. Es käme eh auf dasselbe heraus.
So, nun kann ich die Bilder entsorgen. Es bleibt die elektronische Form.

Leider kann man alle Meldungen aus den Kriegsgebiet genauer prüfen.
Man kann sich nur darauf verlassen, das die Meldung eingemassen der Wahrheit entsprechen.
Arne Wilhelm
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Das ist doch wieder eine optimistische Verwandlung von „Katastrophischem“* in „Lustvolles“*
**Deine beiden wichtigsten Themen.
Ein Glück, daß Du Deine Gemälde digital gespeichert hast!
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Es ist zwar etwas bedrucktes Zeitungspapier zwischen den
vor der Entsorgung geretteten farbenfrohen Aquarelle;
aber von „Krieg“ sehe und spüre ich in diesem neuen Kunstwerk nichts.
Es fühlt sich eher an wie eine friedliche Aufarbeitung von etwas Zerstörtem.
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Aquarellen
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Ein wirklich beeindruckender Umgang mit Unbehagen.
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Ich finde , der Titel passt gut. Ich habe Assoziationen von Trümmern, Zerstörung, ein Pferd, rote Fahnen, Dada, Guernica,
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Das erste, was im Kriege oder auch schon kurz zuvor stirbt, ist nicht etwa ein verzerrtes, von Gewalt zerrissenes Lebewesen, sei es Stier oder Mensch, sondern die Wahrheit. Insofern ist das Bild näher dran als das berühmte Picassos, das so eindrücklich die Kriegshandlung selbst zeigt.
Und deshalb in der UN abgehangen wurde, weil das niemanden mehr interessiert?
Ich frage mich, ob Wasser ein Aquarell eigentlich zerstören kann. Ja. Wie man sieht. Und doch, ohne Wasser ginge es nicht, wie schon der name sagt. Alles ist eine Frage der Abwägung, der Bescheidung auch, was abhanden gekommen scheint. Dann entsteht eben etwas Formloses, etwas Überquellendes. Was daraus machen? Man muß sehen, was noch möglich ist.
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