abc etüde: Kleiner Prosa-Dialog mit Personen des Welttheaters

Die ersten etüden-Wörter des Jahres sind schon fast zwei Wochen im Angebot. Vollbeschäftigt durch das „Welttheater“, bin ich bisher nicht dazu gekommen, eine abc-etüde zu erdichten. Doch da mir die Wörter Fluchtsieger, füttern, wunderbar gefallen, die von Etüdenerfinder Ludwig Zeidler stammen,  möchte ich nun doch den Dialog teilen, der sich zwischen zwei Darstellern des Welttheaters entspann.

 

Clara: Hattest du da, wo du herkommst, auch Katzen, Danai?

Danai: Ja, einen ganzen Haufen.

Clara: Wunderbar, ich mag Katzen. Und wer füttert sie jetzt, wo du weg bist?

Danai: Katzen werden dort selten gefüttert. die Leute haben ja selbst nicht genug zu essen. Höchstens wenn mal was verdorben ist, kriegen es die Hunde und Katzen.

Clara: Aber was essen sie denn? Sind sie nicht hungrig?

Danai: Die traurige Wahrheit ist:  ja, sie sind hungrig. Aber kein Mensch macht sich wegen hungriger Katzen Sorgen, solange er nicht genug hat, um sein Kind satt zu bekommen.

Clara: Das versteh ich. Ich geb den Katzen auch nur von meinem Essen ab, wenn ich genug habe. Aber hier fütterst du die Katzen, oder?

Danai: Ja, Clara. Hier ist es besser. Ich habe immer etwas zum Essen. Für mich selbst brauche ich nicht viel, da kann ich den Katzen was abgeben.

Clara: Dann sind die Katzen Fluchtsieger, Danai? Weil du jetzt hier bist und sie fütterst?

Danai (lächelnd): Ja, und ich selbst ja irgendwie auch. Katzen sind gut für die Seele.

Danai und Clara sind Figuren aus dem Welttheater. Aus rechtlichen Gründen zeige ich sie ohne Kopf bzw von hinten. Die Jungkatze heißt Witch.

 

 

 

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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21 Antworten zu abc etüde: Kleiner Prosa-Dialog mit Personen des Welttheaters

  1. Gisela Benseler schreibt:

    Witsch ist wirklich ganz süüüß.😊Das Zwiegespräch zwischen Danai und Clara ist auch wunde wunderbar. Wie Du die unterschiedlichen Typen auch sprachlich erfaßst, ist Dir auch wieder gelungen Gerda.🖐️
    „aus rechtlichen Gründen von hinten…,“ Wirklich lustig! 😊

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  2. Christiane schreibt:

    Ja, unbedingt, Katzen sind gut für die Seele, von ihrer Nützlichkeit als Ratten- und Mäusefänger ganz zu schweigen.
    Da gibt es dieses Zitat (weiß weder genauen Wortlaut noch Autor), dass man Menschen daran erkennt, wie sie mit Geschöpfen umgehen, die nichts für sie tun (können) (was bei Katzen ja noch nicht mal stimmt), von daher halte ich das Füttern für einen echten Entwicklungsschritt.
    Danke dir für die Etüde. Die erste Runde läuft noch eine Woche, ich bin in diesem Jahr spät dran.
    Morgenkaffeegrüße ☁️🐅🛋️☕🍪

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  3. Katzen sind gut für die Seele, oh ja, ich weiß es aus eigener langjähriger Erfahrung.

    Ich sehe das hübsche getigerte Kätzchen so, als würde es mit traurigen Augen zu Dir schauen, Gerda.
    Ihr kennt Euch vielleicht nur noch nicht gut genug…

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    • gkazakou schreibt:

      Wir lernen uns ja eben erst kennen, Bruni. An mir soll es nicht liegen, wenn wir uns fremd bleiben. Die Witch ist noch sehr wild, vor allem aber wild entschlossen, sich beim Fressen auch gegen die Größeren durchzusetzen. Ich mag ihre Entschlossenheit, denn sie macht micht zuversichtlich, dass Witch es schafft.

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      • So sah meine Milli aus, sie war aber das sanfteste
        katzenwesen , das es für viele Jahre für mich gab…

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      • gkazakou schreibt:

        Sanft ist Witch mit Sicherheit nicht. Sie ist witzig, wild und übergriffig. Heute sprang sie ohne wenn und aber auf unseren Mittagstisch (im Freien) und bediente sich direkt aus der Pfanne. Ts ts ts!

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      • Ich hoffe, Du hast sie ordentlich ausgeschimpft!

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      • gkazakou schreibt:

        Natürlich nicht. Sie ist ja noch ein Kind. Außerdem sind Katzen unerziehbar, habe ich von Katzenkennern gehört. Ich gebe zu, dass sie mir dadurch noch sympathischer werden als sie mir eh sind. Sie leben ihren Charakter aus, fertig. Und ich muss mich nicht wiedererkennen in meinen Erziehungsprodukten 🙂 Im Falle von Tito war ich natürlich stolz, weil er so ein menschenfreundlicher Hund war, und habe es mir an die Brust geheftet. 😉

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      • Unerziehbar schon, aber sie wird sich dann merken, daß Du es nicht gut findest, Gerda

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  4. Olpo Olponator schreibt:

    Lustig – urheberrechtliche Bedenken in einem privaten Blog zu äußern, welche ein eigenes Elaborat betrifft … das klingt für mich stark nach Schleichwerbung – und die Geschichte linkisch, wenn nicht sogar dilettantisch schwach ;)…

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    • gkazakou schreibt:

      O weh, mein armes Etüdchen wurde von einem Alfred Kerr geschlachtet! Dabei dachte ich, seiner Liebe zu Katzen eingedenk, er würde beide Augen zudrücken! 😉
      Übrigens meinte ich nicht das Urheber-, sondern das Datenschutzgesetz, das die Veröffentlichung von Gesichtern ohne die ausdrückliche Billigung ihrer Eigentümer verbietet. Danai wollte lieber anonym bleiben, was ich verstehe (schließlich ist sie Flüchtling ohne Aufenthaltspapiere), und Kinderfotos zeige ich sowieso nie im WWW.

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    • gkazakou schreibt:

      Lieber Olpo, ich habe eben den gesamten Kommentarstrang zwischen uns gelöscht, da eine Auseinandersetzung über den Ukrainekrieg nicht unter diese harmlose Etüde zum Katzenglück gehört.
      Ich führe mit dir keinen Krieg. Im Krieg gibt es keine Sieger. Wenn wir uns hier noch hundert Seiten lang Sticheleien und Beleidigungen um die Ohren hauen würden: wer hätte gesiegt? Niemand. Nur unsere Zeit und unsere Würde hätten wir beide verloren. Möge auch der füchterliche Krieg in der Ukraine bald enden, mögen alle Kriege enden, denn im Krieg gibt es keine Sieger.
      Ich bitte, diese meine Entscheidung als Blog-Administrator zu respektieren.

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      • Olpo Olponator schreibt:

        Es ging mir in erster Linie nicht um den Krieg in der Ukraine, sondern um deine Überheblichkeit, mich ein Schwein zu nennen und Landesverteidiger als Mörder zu bezeichnen.
        Deine Feigheit, die Beleidigungen nicht zurückzunehmen, sondern anstelle den Dialog zu löschen, ist symptomatisch für Leute deines Schlages, welche in einer Geisteswelt leben, die real nicht existiert und nicht akzeptabel.

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      • gkazakou schreibt:

        Du respektierst also meine Entscheidung nicht. Ich dachte es mir ja schon, dass es dir weniger um den Krieg in der Ukraine, als um dein beleidigtes Ego geht, lieber Olpo. Drum ging ich vorhin in deinen Blog, um zu suchen, wo sich dieser inkriminierte „Schwein“-Ausdruck befindet, und mich ergebens dafür zu entschuldigen. Ja, es tut mir leid, sofern ich dich so betitelt habe. Leider fand ich den Kommentar nicht. Bitte gib mir die Stelle hier noch mal an. (Zum anderen Teil deines Vorwurfs äußere ich mich nicht, da er uns wieder in die Debatte um den Ukrainekrieg hineinziehen würde, die ich hier nicht führen möchte.)

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