Tagebuch der Lustbarkeiten: Segnung der Gewässer

Alle Jahre wieder – am 6. Januar – findet mein Lieblingsfest statt: die Segnung des Wassers. Epiphanias-Taufe-Hl 3 Könige-Weihnachten der Ostkirche: das Erscheinen Gottes auf Erden ist ein gewaltiger Festtag. Ich feiere ihn hier meistens am Wasser, allein, mit Willi oder Dora, oder auch als Zuschauer beim Tauchen nach dem Kreuz, das ein Priester ins Meer geworfen hat, so dass eine Schar tapferer Jugendlicher hinterherspringt, um es herauszufischen.

Da ich dieses Fest liebe, habe ich bereits mehrfach drüber berichtet, so unter den folgenden drei links. 

Epiphanias. Dora zum Sechsten

6.1.2021. Epiphanias mit Will.i am Meer

6. Januar: Weihnachten, Theophanie und Segnung der Gewässer

Heute aber begebe ich mich nicht ans Wasser, sondern in die Berge, zum „Kleinen Kloster“, von dem ich auch immer mal wieder erzähle. Aus der schön gestalteten Kirche, die erst in den letzten Jahren entstanden ist …

wird das gesegnete Wasser nach der Liturgie herausgetragen, und jedem, der möchte, wird das mitgebrachte Gefäß gefüllt.

Danach versammeln sich die Menschen zum gemeinsamen Anhören erbauender Texte, dazu wird griechischer Kaffee, Wasser, Gebäck und Treberschnaps gereicht. Ein Höhepunkt: zwei Mönche singen „Kalanda“ (traditionelle Lieder, die die Kinder, von Haus zu Haus gehend, singen, um Geld und Geschenke einzusammeln), der dritte bläst die Flöte. Zwischen ihnen sitzt im Rollstuhl der Älteste, der wegen einer zunehmenden Lähmung nicht mehr sprechen kann.

Ein inniges fast familiäres Fest.

Draußen herrscht Zauberlicht, denn nicht nur ist der Tag hell und trocken, sondern es ist auch Vollmond. Sicher, den Mond werde ich erst am Abend aufgehen sehen, aber sein Licht verwebt sich bereits am Tage zärtlich mit dem der Sonne.

Wohin das Auge schweift: nichts als Schönheit und Harmonie. Ob der Blick hinübergeht zum Hochgebirge, den kleinen Dörfern, Kirchlein, Zypressenwäldchen und allgegenwärtigen Ölbäumen….

oder hinunter zum Nachbardorf vor dem großen Meeresblau …

oder in das Gärtchen mit ersten Frühlingsblühern und mit Früchten, die ich nicht kenne …

alles atmet Heiterkeit an diesem Tag, an dem das Wasser gesegnet wird. Mögen seine Quellen für uns und die ganze Natur immer rein und reichlich sprudeln!

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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8 Antworten zu Tagebuch der Lustbarkeiten: Segnung der Gewässer

  1. afrikafrau schreibt:

    traumhafte Fotos

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  2. Christiane schreibt:

    So sei es, liebe Gerda.

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  3. Gisela Benseler schreibt:

    Schönheit und Harmonie blicken und atmen.. die Bilder und Deine Worte! Wunderschön.

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