Krieg um die Ukraine (Erweiterung des Debattenraums)

Seit Kriegsbilder aus einem benachbarten Land über die Bildschirme flirren, machen sich Angst und Sorgen breit, und das Herz wird kalt. Was ist los? Worauf müssen wir uns einstellen?

Automatisch denke ich an den letzten Krieg in Europa, der Jugoslawien zerstörte und großes Leid über die Menschen brachte. Jener Krieg ist schon fast vergessen, obgleich er erst 30 Jahre zurückliegt. In Deutschland wurde er meist als Episode erlebt, die einen nur am Rande anging. Denn damals hatte der „Westen“, zu dem man, gerade wiedervereint, gehörte, die Oberhand. Er bombardierte, ohne sich um die Rechtslage zu kümmern, Städte, Brücken und Flüchtlingstrecks. Russland war nach dem erst kürzlich erfolgten Zusammenbruch der SU zu schwach, um den Westen daran zu hindern. Und so zerfiel des große Jugoslawien in ein Bündel halbwegs souveräner Staaten, die teilweise in die EU aufgenommen und teilweise ihrem Schicksal „zwischen den Fronten“ überlassen wurden. Gut oder schlecht? Es ist, wie es ist.

Seither hat sich die NATO, trotz entgegengesetzter Versicherungen, immer weiter nach Osten ausgedehnt. Zugleich wurden hier und da „Farbrevolutionen“ angezettelt, die die ehemaligen Sowjet-Republiken destabilisierten, ohne für die betroffene Bevölkerung eine wirkliche Zukunftsperspektive zu eröffnen. Vage Versprechungen auf EU und NATO-Beitritt, finanzielle Unterstützung, Waffenlieferungen, Investitionen, Visa für Arbeitsuchende…  und falls  der böse Iwan Ärger machen würde: militärischer Beistand.

UND DA SIND WIR NUN. ‚Einen Krieg wegen der Ukraine wird es nicht geben‘, verlautete der US-Präsident. Wie denn auch. Mit Söldnern gegen eine hochgerüstete Armee? – ‚Die territoriale Integrität und Souveränität garantieren wir‘.  Ja, wie denn, bitte? So wie in Afghanistan? So wie in Libyen? Vielleicht so wie in Syrien? In Mali? – ‚Wir werden den Kreml mit schwersten Sanktionen überziehen‘ – eider ist das ein Schuss ins eigene Bein. Im Kreml hat man sich längst an die Sanktionspolitik gewöhnt und Alternativen entwicklt. Putin ist eben nicht der versoffene Jelzin, sondern ein Mann mit Langzeitgedächtnis und Planungssicherheit, was die strategischen Interessen des Landes betrifft, das er regiert. Man mag ihn mögen oder nicht: den Respekt sollte man ihm nicht verweigern – es könnte böse ausgehen.

Aber man verweigerte ihm den Respekt. Fühlte sich überlegen. Schließlich sind wir die Guten.. Man traf sich in München zu einer Sicherheitskonferenz, ohne den einzuladen, der am ehesten zu dieser Sicherheit hätte beitragen können. Und was tat man auf der Sicherheitskonferenz – außer, dass man Herrn Gates über Impfungen reden ließ? Was tat man, außer im Dunkeln zu pfeifen und sich gegenseitig zu versichern, dass man zusammenhalte? Am nächsten Tag schon sah man die Folgen.

Ich bin nicht in der Lage, die Situation einzuschätzen, die sich innerhalb und um die Ukraine herum gerade entwickelt. Ich weiß nicht, welche Absprachen es womöglich im Hintergrund gibt. Ich weiß nicht, welche anderen Führer hoch bewaffneter Länder die Situation geeignet finden, kurz mal Ländergrenzen zu verändern und „historische“ Verhältnisse wieder herzustellen. Die Türkei in Syrien oder in der Ägäis? China gegen Taiwan? Israel hie und da? Sicher scheint mir nur: die Welt, mit dem wankenden Führungsanspruch der USA, mit unfähigen westlichen und entschlossenen russischen und chinesischen Führungseliten  ist ein sehr gefährlicher Ort geworden.

Momentan wird nach Schuldigen gesucht, eine Suche, die je nach Standpunkt, historischem Gedächtnis und Ideologie an anderen Punkten ansetzt: Schuld ist Putin. Schuld ist die Nato-Erweiterung. Schuld sind die Geldeliten. Schuld ist die mangelde Entschlossenheit des Westens, Schuld ist der Zusammenbruch der Sowjetunion. Schuld sind die Waffenhersteller, Exporteure und militärischen Apparate. Schuld sind die nationalistischen Kreise in der Ukraine, die das Minsker Abkommen nicht mochten und dem russischen Bevölkerungsanteil den Krieg erklärten. Schuld sind die, die den Maidan finanzierten, nicht aber die Folgekosten auf sich nehmen wollten. Schuld ist die Biden-Clique, die der Ukraine falsche Versprechen machte. Schuld ist die fehlende europäische Armee. Schuld ist, dass kein europäisches Sicherheitskonzept erarbeitet und durchgesetzt wurde, das allen Beteiligten gerecht wurde.

Habe ich jemanden oder etwas vergessen? Je nachdem, welchen Schuldigen man benennt, ändert sich auch der Lösungsvorschlag: Putin muss weg – wir brauchen eine Weltrevolution  – wir brqauchen eine Weltregierung – Entwaffnung aller Seiten ist notwendig – die NATO gehört abgeschafft – die Ukraine braucht eine Umgestaltung ihrer inneren Verhältnisse – die Geldreichen sollten sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einmischen – Europa braucht eine Armee – Europa braucht eine Sicherheitskonferenz mit allen europäischen Beteiligten, also auch Russlands, nicht aber den USA ….

Vielleicht haben alle ein wenig Recht?  Vielleicht ist es an der Zeit, sich selbst klarer darüber zu werden, warum man welche Potition bezieht? Und ein wenig auch an die zu denken, die gerade in die Mühle des Krieges geraten und zerfetzt werden? wie kann ihnen am besten geholfen werden? Kann ihnen geholfen werden?

Das alte Heym-Gedicht wird wieder lebendig: Es wurde vom 4. bis 10. September 1911 verfasst und erschien nach Heyms Tod ein Jahr darauf im Band Umbra vitae.

 

Georg Heym: Der Krieg


Aufgestanden ist er, welcher lange schlief,
Aufgestanden unten aus Gewölben tief.

In der Dämmerung steht er, groß und unbekannt,

Und den Mond zerdrückt er in der schwarzen Hand.


In den Abendlärm der Städte fällt es weit,

Frost und Schatten einer fremden Dunkelheit,

Und der Märkte runder Wirbel stockt aus Eis.

Es wird still. Sie sehn sich um. Und keiner weiß.


In den Gassen faßt es ihre Schulter leicht.

Eine Frage. Keine Antwort. Ein Gesicht erbleicht.

In der Ferne wimmert ein Geläute dünn,

Und die Bärte zittern um ihr spitzes Kinn.


Auf den Bergen hebt er schon zu tanzen an,

Und er schreit: „Ihr Krieger alle, auf und an!“

Und er schallet, wenn das schwarze Haupt er schwenkt,

Drum von tausend Schädeln laute Kette hängt.


Einem Turm gleich tritt er aus die letzte Glut,

Wo der Tag flieht, sind die Ströme schon voll Blut.

Zahllos sind die Leichen schon im Schilf gestreckt,

Von des Todes starken Vögeln weiß bedeckt.


Über runder Mauern blauem Flammenschwall

Steht er, über schwarzer Gassen Waffenschwall.

 Über Toren, wo die Wächter liegen quer,

Über Brücken, die von Bergen Toter schwer.


In die Nacht er jagt das Feuer querfeldein,

Einen roten Hund mit wilder Mäuler Schrein.

Aus dem Dunkel springt der Nächte schwarze Welt,

Von Vulkanen furchtbar ist ihr Rand erhellt

 

Und mit tausend roten Zipfelmützen weit
Sind die finstren Ebnen flackend überstreut,

Und was unten auf den Straßen wimmelt hin und her,

Fegt er in die Feuerhaufen, daß die Flamme brenne mehr.

Und die Flammen fressen brennend Wald um Wald,
Gelbe Fledermäuse, zackig in das Laub gekrallt.

Seine Stange haut er wie ein Köhlerknecht

In die Bäume, daß das Feuer brause recht.


Eine große Stadt versank in gelbem Rauch,

Warf sich lautlos in des Abgrunds Bauch.

Aber riesig über glühnden Trümmern steht,

Der in wilde Himmel dreimal seine Fackel dreht


Über sturmzerfetzter Wolken Widerschein,

In des Toten Dunkels kalte Wüstenein,

Daß er mit dem Brande weit die Nacht verdorr,

Pech und Feuer träufelt unten auf Gomorrh

***

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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46 Antworten zu Krieg um die Ukraine (Erweiterung des Debattenraums)

  1. Linsenfutter schreibt:

    Schwere Zeiten werden kommen und viel Leid. Verursacht von einem „Menschen“.

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  2. Ulli schreibt:

    Danke für das Gedicht von Heym.
    Mir geht es nicht um die Schuldfrage. Putin hat von langer Hand vorbereitet, was heute Realität wurde und mein Mitgefühl gilt allen Menschen, die davon betroffen sind, auch wenn das kaum hilft.

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    • gkazakou schreibt:

      Ich danke dir für deinen Kommentar, liebe Ulli. Auch mein Mitgefühl gehört allen Menschen, die in diesem Konflikt zerrieben werden. Die Schuldfrage bleibt für mich im Raum stehen, ohne klare Antworten zu finden. .

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  3. rotewelt schreibt:

    Danke für deine besorgten und differenzierenden Worte, Gerda. Ich habe momentan selbst keine Worte mehr für alles, was in der Welt geschieht.

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  4. Es war leider nur eine Frage der Zeit, ich denke, die Vorbereitungen laufen schon lange. Die Schuldfrage ist müssig, sie hilft aktuell nicht. Ich stehe hilflos da und schaue zu, denn ich denke nicht, dass irgendwas ihn stoppen könnte. Keine Massnahmen, keine Verhandlungen, nichts. Er will, was er will – „sein ganzes Reich zurück“.

    Danke für deine Gedanken, danke für dein Gedicht.

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Sandra. Hilflos sind wir ja alle. wir können nur unser Mitgefühl ausdrücken für die, die in diese Kriegsmühle geraten sind. Um überhaupt etwas zu tun, stellen wir die Schuldfrage. Du hast die Antwort für dich fertig, ich nicht. Für mich sind die Ereignisse, die zum russischen Einmarsch führten, zu komplex, um sie sicher beurteilen zu können. Die Geschichte beginnt nie an einem Punkt, sie entwickelt sich, und an der Entwicklung sind viele Spieler beteiligt. ..
      Bei alle dem wünschte ich, jemand würde die Kriegsmaschine zurückpfeifen – jede Kriegsmaschine und jede Durchsetzung von Interessen mit Waffengewalt oder Androhung von Gewalt. Bei alledem wünschte ich, die Menschen würden sich die Hand reichen und nicht immer die Schuld beim anderen suchen. „Frieden ist das Einfache, das schwer zu machen ist“, schrieb ich gerade woanders. Machen wir uns an die Arbeit!.

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  5. Alexander Carmele schreibt:

    Ich würde gerne in einer Welt leben, in der alle gegen Gewalt sind und trotz härtester Interesseunterschieden niemals Gewalt als Mittel einsetzen wollen noch würden. Alexander der Große hat den Gordischen Knoten nicht entwirren können. Ihn zu zerschlagen, war dennoch nicht die Lösung. Noch war es die Aufgabe des Kolumbus, ein kaputtes Ei aufrechtzustellen, und doch zerdeppert er es. Gewalt startet allerhöchstens alles von Neuem und meist endet es im Selbem. Wenn zwei sich streiten, ist es ein weitverbreiteter Irrglaube, dass einer im Recht sein müsste. Oft sind beide im Unrecht … Danke für den Beitrag und das beunruhigende Gedicht.

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Alexander, für deinen Kommentar. Deine Assoziationen bringen mein Denken weiter: Der gordische Knoten, den Alexander nicht entwirren konnte, also durchschlug er ihn. Und so eroberte er Asien. Die moderne Geschichte begann. Die Kontinente begegneten sich, aber sie versöhnten sich nicht, auch wenn Alexander dies durch die babylonische Hochzeit anstrebte. Beide im Unrecht, ja, wenn Denken und Handeln zum Krieg führen.. .

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  6. nandalya schreibt:

    Hat Russland sich nach Westen ausgedehnt und „die NATO umzingelt? Hat Putin die Regierung in der Ukraine gestürzt? Wie würden Hausbesitzer reagieren, wenn sich in ihrem Vorgarten illegale Camper ausbreiten, die dazu noch Anstalten machen ins Haus einzudringen? Wer diese drei Fragen beantworten kann, ist der Wahrheit ein ganzes Stück näher.

    Die Lage: Die russische Armee wird von den regulären Streitkräften der Ukraine mehr oder weniger durchgewunken, lediglich die „Nazi-Brigaden“ des Asow-Regiments leisten (mit Hilfe westlicher Söldner) Widerstand und töten Zivilisten, um das den Russen unterzuschieben. Im Endeffekt ist die Sache bereits gelaufen und nur noch eine Frage von Stunden oder weniger Tage.

    „Krieg“ ist stets falsch. Putin ist allerdings nicht der Aggressor. Wer das glaubt, ist der westlichen Propaganda aufgesessen.

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    • Leela schreibt:

      ob dein zweiter Abschnitt stimmt kann ich nicht beurteilen, aber der erste und letzte decken sich mit meinen Vorstellungen und leuchten mir deshalb auf Anhieb ein…

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      • gkazakou schreibt:

        Danke, Nandalya. Dadurch, dass ich dir nicht voll zugestimmt habe, habe ich einen sehr viel interessanteren und inhaltreicheren Kommentar von dir, und auch viele gute Kommentare von anderen hier Mitlesenden erhalten. Erweitert wird der Debattenraum ja nicht gerade, wenn der, der ihn eröffnet, schon alles selber zu wissen vorgibt. 😉
        „Um russische Interessen und die des Westens zu verstehen, muss man nüchtern und mit emotionaler Distanz denken“ – ja, sicher. Aber es geht ja nicht nur darum, die Fakten zu kennen und die Interessen zu verstehen, sondern darum, den eigenen Standpunkt zu klären. Und der ist eben durchaus auch emotional bestimmt, wie du den anderen Kommentaren entnehmen kannst.
        Was mich selbst betrifft, so verabscheue ich Krieg in jeder Form, solange ich überhaupt denken kann. Das ist mein emotionaler bias, wenn du so willst. Ich fühle sofort mit denen, die den Krieg sei es als Soldat, sei es als Zivilist in ihr Leben integrieren müssen. Jeder einzelne muss mit der Last von Schuld und Tod und Verlust klarkommen. Ich bin im Krieg geboren, der Krieg hat mich vaterlos und die Mutter traurig gemacht, ich habe diese Last ein Leben lang gespürt und kann daher nicht emotionslos die „Interessen“ anschauen, die in einem Krieg bedient werden.
        Dennoch widerspreche ich dir nicht in den Grundzügen deiner „Interessenanalyse“. Liebe Grüße!

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    • gkazakou schreibt:

      Du bist mir oft schnell, liebe Nandalya. Du weißt immer schon alles, wo es klüger wäre genauer hinzuschauen und abzuwägen. Da bist du nicht anders als die, die schon immer wussten, das der Putin schuld an allem ist. Schreckliche Vereinfachung dies und jenes. .

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      • nandalya schreibt:

        Einerseits möchtest du eine „Erweiterung des Debattenraums“, liebe Gerda, andererseits fährst du mir nun über den Mund. Ist das deine Vorstellung von Diskurs?

        „Alles“ weiß ich nun wirklich nicht. Zum Beispiel habe ich keine Ahnung von Molekularbiologie. Allerdings helfen Philosophie und Sozialpädagogik bei geopolitischen bzw. geostrategischen Analysen kaum weiter. Um russische Interessen und die des Westens zu verstehen, muss man nüchtern und mit emotionaler Distanz denken.

        Meine Sicht der Dinge ist nicht deine Sicht. Das haben wir schon mehrfach geklärt. Du schreibst: „Seit Kriegsbilder aus einem benachbarten Land über die Bildschirme flirren, machen sich Angst und Sorgen breit, und das Herz wird kalt. Was ist los? Worauf müssen wir uns einstellen?“ Die Antwort ist einfach: Auf Propaganda. Man kann folgendes dagegen tun: Die Glotze ausschalten und wenigstens versuchen die Emotionen in den Griff zu bekommen und sich alternativ zu informieren. Wer das nicht möchte oder kann, wird vermutlich schlaflose Nächte haben.

        Du schreibst: „Ich bin nicht in der Lage, die Situation einzuschätzen, die sich innerhalb und um die Ukraine herum gerade entwickelt.“ Gleichzeitig gibst du folgende Einschätzung ab: „Sicher scheint mir nur: die Welt, mit dem wankenden Führungsanspruch der USA, mit unfähigen westlichen und entschlossenen russischen und chinesischen Führungseliten ist ein sehr gefährlicher Ort geworden.“ Die Welt war immer ein gefährlicher Ort. Die USA haben ein schmutziges Spiel gespielt, bzw. der militärisch-politisch-wirtschaftliche Komplex.

        Ohne den nun verteufelten Putin, hätte es schon vor Jahren „gekracht.“ Putin hat fast 8 Jahre lang gewartet, mehr als 13.000 Tote im Donbass zugelassen, hat die Ukraine (und die USA) immer wieder vor einer Eskalation gewarnt und dann letztlich gehandelt. Der Westen sieht das anders und spricht von dem negativ konnotierten Wort „Separatisten“, wenn es um die „Abspaltung“ der beiden Donbass-Republiken geht. Die Aggression ging allerdings von der Ukraine aus, deren Truppen 2014 mit dem Beschuss der Gebiete begannen. Wobei es sich bei diesen „Truppen“ um die bereits angesprochenen Nationalisten und in die ukrainische Armee zwangsverpflichtete junge Männer handelt. Angenommen die „Freistaaten Sachsen und Bayern“ würden ihre Unabhängigkeit von Deutschland proklamieren. Würde dann die Bundeswehr München und Dresden beschießen?

        Putin ist kein Heiliger, die Globalisten der USA und der NATO aber noch weniger. In der Ukraine wird ein Präsidenten-Darsteller von extremistischen Nationalisten an der Macht geduldet, die neben SS-Symbolen und Hakenkreuzen, auch den sogenannten „Hitlergruß“ zeigen. Ob Selensky die mag spielt keine Rolle. Er kann ohne diese „Nazis“ nicht regieren. Schon vor seiner Wahl, haben ukrainische Verbände – eben jene Nationalisten -, die Zivilbevölkerung im Donbass beschossen. Genauer gesagt seit 2014. Die Zahl der Explosionen wird von der OSZE „beobachtet“, aber gern falsch eingeordnet. Westliche Journalisten warten darauf, dass die sogenannten „Rebellen“ im Donbass, das Feuer erwidern. Schießen die Ukrainer, filmen sie nicht. Putin hat sich das nun 8 Jahre lange angeschaut und außer mehr als 100 Hilfskonvois zu schicken, kaum etwas unternommen. Westliche Propaganda: Putin schickt Waffen in den Donbass! Hat er vermutlich auch, aber nicht in diesen Konvois.

        Die Zahl der weltweiten US-Militärstützpunkte ist fast schon „Legion.“ Seltsamerweise sind die alle mehr oder weniger um Russland und China aufgebaut. Die NATO rückt zur „Selbstverteidigung“ seit Jahrzehnten immer weiter nach Osten vor. Ist klar! Die russische Bedrohung, die in billigem / günstigen Gas resultiert, wurde nun erfolgreich abgewehrt. Sieg! Hurra! Wie verblödet muss man sein, um als Europäer dieses Schauspiel nicht zu durchschauen? In China schaut man derweil „interessiert“ zu. Das allein reicht schon, um den imperialistischen NATO-Kriegern Einhalt zu gebieten.

        Fazit: Die Sache ist gelaufen, Putin / Russland hat Fakten geschaffen. Man kann nun darüber nachdenken, ob das eine geplante Ausbreitung Russlands nach Westen ist oder eine klare Warnung an die NATO / USA, die „Rote Linie“ nicht zu überschreiten. Ohne eine Freundin Putins zu sein, in diesem Fall bin ich klar auf der russischen Seite. Russland hat kein Interesse daran, die wirtschaftlich am Boden liegende Ukraine dauerhaft zu besetzen. Es geht Putin um die Sicherheit Russlands, die angesprochene Entwaffnung der Nationalisten und möglicherweise Strafen gegen die Verantwortlichen der Krise.

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      • Achim Spengler schreibt:

        Ich möchte auf die Tatsache, dass jene Dame Nandalya ihre Weisheiten aus den bekannten Quellen des russischen Staatspropagandismus bezieht und sich nicht sonderlich durch eigenes, reflektiertes Denken hervortut, nicht weiter eingehen. Alles, was es zu dieser Person zu sagen gibt, habe ich auf meinem Blog gesagt. Wer weiß, vielleicht darf sie sich in Zukunft aufgrund ihrer geschichtsklitternden Ansichten als Propagandaministerin von Putins Gnaden verdingen.
        Nach dem sukzessiven Beitritt zu EU haben sich jene Nationen, die in ihrer Geschichte das eine oder andere Mal unliebsamen Kontakt zum russischen Bären hatten, in Wahrnehmung ihrer Souveränität entschlossen, zur Nato beizutreten. Pacta sunt servanda. Verträge sind einzuhalten. Einen Vertrag über die Nicht-Ausweitung des Natogebiets zwischen Russland und dem Westen gibt es nicht, Punkt. Und wenn es über Sicherheitsbefindlichkeiten Russlands geht, so kann man ebenso jene des Baltikums, Polens, Tschechien etc. ins Feld führen, mit der gleichen stringenten Argumentation. Das Budapester Abkommen, die Nato Russlandakte, KSZE Schlussakte, NATO-Russland-Rat sollten Begriffe sein, die jedem hinlänglich bekannt sein sollten, der sich ein ernsthaftes Bild machen will über angestrengte Sichherheitspartnerschaft auf europäischem Boden. Russland ist die größte Atommacht der Welt und die Frage sei erlaubt, woher die Angst herrührt, die Putin zum Vorwand nimmt, die Ukraine zu überfallen. Von ein paar tausend Nato-Truppen in ehemaligen Sowjetstaaten und Staaten des ehemaligen Warschauer Pakts kommt sie sicherlich nicht. Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis und die Ukraine als Nichtmitglied, bei allem desaströsen Leid welches dort entfacht wird, wird keine unmittelbare Einmischung der NATO erwarten dürfen. Und das ist gut so, auch wenn es in den Ohren der Geschundenen zynisch klingt. Und es ist genau dieses Kalkül, das Putin ermutigt hat, diesen Krieg zu führen. Es ist sein Krieg und schuld daran ist er allein. Es gäbe noch vieles zu sagen. Aber es gebricht mir an Energie, der Kakophonie von Halbwahrheiten, willentlich vorgelebter Unwissenheit weiterhin das Wort zu reden.

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      • gkazakou schreibt:

        Lieber Achim, Nach dem, was du schreibst, gibt es nur zwei Varianten: „Totaler Krieg“ und „Bedingungslose Kapitulation“. Das bedeutet: unendliches Leid für die in dieses Geschehen verwickelten Menschen. Ich kann das nicht gut finden. Als Deutsche kenne ich beides, und ich wünsche es niemandem an den Hals.

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  7. Ich sage es nochmals, wenn die USA sich einmischt, dann sehe ich schwarz! Diese vereinigte Ideologie der Weltgemeinschaft, die Baerbock gerade angesprochenen hat, empfinde ich als die größten Bedrohungen, die weitere Szenarien der Gewalt auslösen!

    Ich hoffe sehr, daß Deutschland außer humanitäre Hilfe nicht mehr dazu leistet!

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  8. lyrifant schreibt:

    Danke für diese differenzierte Sicht! Und für die Erinnerung an Heyms großes Gedicht!

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Sabine. dies Gedicht begleitet mich seit meiner Jugend. Und nun war es wieder da, dieses Bild vom Krieg, der lange schlief und nun aufsteht und den Mond in seiner schwarzen Hand zerdrückt. Da wird es still. Die Menschen sehn sich um. Und keiner weiß.

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  9. Elke H. Speidel schreibt:

    Ja, in dieser Hinsicht sind wir wieder einer Meinung, liebe Gerda. Die Dinge sind wesentlich komplexer, als die Narrative – welche auch immer – glauben zu machen versuchen. Hoffen wir trotzdem das Beste (aber schlimmer geht leider immer)!

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  10. gann uma schreibt:

    Ich sag ja lange nix. aber das ist so ein Beitrag, wo ich mich nicht nur frage, was das soll, sondern wo mir die sinnlose gefährliche Verballhornung nicht-zusammenhängender Themen so markant ins Auge sticht, dass ich auch meine unpolitisch-unquellifizierte Meinung beitragen muss. Was hat das Impfgedöns mit Putins Übergriffen zu tun? Was wei´ßt du eigentlich? Genauso weniger wie ich. Warum glaubst du, du kannst deine ungeimpfte Meinung unters uninformierte Lesevolk jubeln? Hast du keine Angst, dass du was auslöst, was du weder durchschaust noch verantworten kannst? Bei irgendwelchen weiteren uninformierten, die wieder meinen, sie dürfen ihre Meinung weitergeben und sich dabei auf dich beziehen?

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  11. gkazakou schreibt:

    Nein, Angst habe ich nicht, dass das, was ich schreibe, etwas bewirkt. Im Gegenteil, ich wünschte es mir. Wie geht es dir mit deiner Wut?

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    • gann uma schreibt:

      Ich habe keine Wut. Ich schaue mir das nicht nur hier seit Monaten an. Ich bin ungeduldig und fühle mich hilflos, ob der fehlenden Einflussnahmemöglichkeit meinerseits. Ja, du bewirkst. Und das scheint dir genug zu sein. Was du bewirkst, beziehungsweiise ein Nachdenken über die möglichen Auswirkungen scheint dir egal zu sein – Hauptsache, deine huhu-ungeimpft-Attitude kommt rüber.

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      • gkazakou schreibt:

        Lieber gann um, nun habe ich wohl tatsächlich etwas bewirkt, was ich sicher nicht wollte: ich habe dich „ungeduldig und hilflos“ gemacht. Wodurch eigentlich? Du scheinst dich nicht an meinen Überlegungen zum Krieg in der Ukraine zu stören, sondern daran, dass ich Bill Gates auf der Münchner Sicherheitskonferenz erwähnt habe? Was ist daran falsch, es zu erwähnen? Habe ICH ihn eingeladen? Habe ICH die Verbindung hergestellt? Oder taten das die Veranstalter? Vielleicht verstehst du ja, was er zur Sicherheit Europas beizutragen hatte und was seine Impfkampagne mit dem Ukrainekonflikt zu tun hat? Ich verstehe es ehrlich gesagt nicht. Ich hätte gedacht, eine Konferenz über so drängende wichtige Fragen wie der aktuell bedrohte Frieden hätte die gesamte Aufmerksamkeit der Anwesenden erfordert. Stattdessen ließen sie sich von Gates belehren darüber, dass das Virus diesmal leider schneller als die Impfung war und man sich in Zukunft mehr mit dem Impfen beeilen würde.
        Wenn du eine Erklärung dafür hast, dann schreibe sie hier bitte her.

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      • gann uma schreibt:

        Fragestellung ist mir zu Meta-verdreht.

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  12. gann uma schreibt:

    Was mich so störit: da ist ein hochintelligeneter Menssch wie du, der seit Jahren seine Fähigkeiten auslebt,, bespielt und demonstriert. Und dann geht dieser Mensch hin, und macht genau daas Gegenteil. Labert unwissenschaftlichen Blödsinn – nicht nur durch Ignoranz, sondern durch das aktive Verbreiten des Gegenteils. Missbraucht seinen Status als „Ich hab studiert“ um sich dafür zu legitieren, Dummfug zu verbreiten. Und missbraucht seinen Freiraum als Künstlerin, um Menschen a. zu beeinflussen, und b. die Verbreitung deiner persönlichen Meinung zu legitimieren.
    Wo sind deine Zweifel?

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  13. gann uma schreibt:

    Ich denke, dass verstehst du , trotz meiner Schreibfehler, ne.

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    • gkazakou schreibt:

      Deine Schreibfehler sind nicht das Problem. Mein Problem ist, dass ich nicht verstehe, warum du so gehässig auf mich draufhaust. Weil ich in der Impffrage anders ticke als du? Wenn ich das, was du schreibst, auf mich beziehen würde, müsste ich ja in der Erde versinken. Mir scheint, du hast dir da einen Popanz aufgebaut. Ich erinnere dich an jemanden, der dich sehr enttäuscht hat. Und du überträgst es auf mich, die du gar nicht kennst.

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  14. stone1two schreibt:

    Hallo Gerda Kazakou.
    Aus leider gegebenem Anlass lese ich erstmals einen Blog von Dir, Danke für deine weisen Einsichten, zu denen ich an keinem Punkt etwas einzuwenden habe.

    Schuld ist die fehlende europäische Armee. Schuld ist, dass kein europäisches Sicherheitskonzept erarbeitet und durchgesetzt wurde, das allen Beteiligten gerecht wurde.

    Das ist eigentlich der Punkt, der jede/n einzelne/n Europäer In betrifft und somit auch das Einzige, wo wir ausschließlich selbst ansetzen können und müssen. Seit dem zweiten Weltkrieg sind wir bequem und verlassen uns darauf, dass uns im Falle des Falles die US-Amerikaner schon beschützen würden.
    Wie gut das funktioniert, wenn Uncle Sam einschreitet, um für Frieden und Demokratie zu sorgen, hätte die Geschichte ja lehren können. Korea, Vietnam, Afghanistan, … die Liste ist lang.

    Wir können nur hoffen, dass sich dieser Konflikt regional begrenzen lässt, so schlimm und traurig dass auch für das ukrainische Volk, die nicht vermeidbaren zivilen Opfer und für die unfreiwilligen Kombattanten auf allen beteiligten Seiten ist.

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  15. Gisela Benseler schreibt:

    Ich bin vom Anfang Deiner Ausführungen sehr beeindruckt, kann aber Deinem Schluß nicht folgen. Das Gedicht mag ich noch nicht zuenindelesen. Ich halte dies alles für Irrsinn, Wahnsinn und glaube weiterhin an den Frieden. Wie das gelaufen ist auf der Münchener Sicherheitskonferenz, stellst Du klar dar, Gerda. Wer das genau liest, begreift ja, daß hier der Westen der Hauptschuldige ist.Ich schäme mich für uns, daß wir da mitmachen. Nein, ich mache nicht mit. Warum muß ich so etwas eigentlich akzeptieren? Darf ich mich nicht auf mein eigenes Empfinden verlassen? Doch, das darf ich, muß ich sogar. Dann werde ich bald erkennen, daß ich nicht die einzige bin, die weiterhin an den Frieden glaubt.

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  16. Friedrich schreibt:

    D’accord. Da haben wir wieder die 2 (Du erinnerst Dich?).

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  17. Myriade schreibt:

    Man kann die Welt nie in schwarz und weiß und gut und böse einteilen. Natürlich gibt es im Russland-Ukraine-Konflikt viele Faktoren, historische und aktuelle, Recht und Unrecht auf beiden Seiten, DOCH die Verantwortung für das Lostreten dieses Kriegs, für die Toten, Verletzten, Ruinierten, Vertriebenen, für all das Leiden trägt Putin persönlich ohne wenn und aber. Man kann alles verbrämen, ausschmücken, erklären, aber ein Krieg mit allen seinen furchtbaren Folgen ist eine nicht wegzudiskutierende Tatsache.

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  18. Johanna schreibt:

    Liebe Gerda, ach…! Danke, dass du den Debatteraum immer wieder erweiterst! Ich finde Deine Argumente und Darstellungen sehr gut, objektiv und ausgewogen. Du stellst ja nur mal ein paar Kernfragen, kommst ja noch nicht mal zu einem Fazit, anerkennst, dass die Situation wahrlich zu komplex ist, dass man sie von vielen Seiten betrachten kann und immer zu neuen Erklaerungen und Loesungsvorschlaegen kommen kann…. Warum sich jemand darueber aufregen koennte, verstehe ich nicht…. Was fuer mich allerdigs sehr bedrohlich erscheint, ist die zunehmende Narrative, dass bestimmte Meinungen nicht mehr zugelassen werden duerfen…!

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  19. elsbeth schreibt:

    I Die Lage ist VIEL, VIEL komplizierter und auch undurchsichtiger als es den Anschein hat.
    Und ..Zitat von dir ….“Seither hat sich die NATO, trotz entgegengesetzter Versicherungen, immer weiter nach Osten ausgedehnt. Zugleich wurden hier und da „Farbrevolutionen“ angezettelt, die die ehemaligen Sowjet-Republiken destabilisierten, ohne für die betroffene Bevölkerung eine wirkliche Zukunftsperspektive zu eröffnen. Vage Versprechungen auf EU und NATO-Beitritt, finanzielle Unterstützung, Waffenlieferungen, Investitionen, Visa für Arbeitsuchende… und falls der böse Iwan Ärger machen würde: militärischer Beistand“…

    Das ist mir zu schwarz-weiß.
    Der arme betrogene Russe, der dem hinterhältigen „Westen“ treu aufs Wort geglaubt hat und dann verbrecherischer Weise von USA und Nato über den Tisch gezogen wurde…u.s.w…Das verbreitet Putin .NATÜRLICH !!! ist die USA kein Friedensreich..mon dieu, NEIN !!! ( man schaue nur auf all ihre angezettelten Kriege und / oder sogenannten „Humanitären (!) Einsätze“, mit all ihren Lügen u.s.w…u.s.w……muss ich hier nicht aufzählen.)
    Aber für das vor allem von Daniele Ganser ( ich schätze ihn…aber nicht in ALL seinen Behauptungen ) immer wieder betonte GEBOCHENE VERSPRECHEN: eine Osterweiterung der Nato werde es nie geben, muss man Gansers Quellenangaben einmal genau anschauen und studieren. Und das sieht dann ziemlich dünn aus. FAZ Artikel zweier Journalistinnen…u.a…Alles Erwägungen, Stellungnahmen. Es geht nicht um ein FAKT. Es existiert KEIN entsprechendes Dokument. Es sind alles mündliche Äußerungen, Interpretationen, Überlegungen , im aufgewühlten 1990 .. Aber für eine SO (!) wichtige ENTSCHEIDUNG, wenn sie denn eine gewesen wäre, hätte es eine schriftliche VERTRAGS-Vereinbarung GEGEBEN. Im INteresse beider Seiten.!
    Ob jetzt hier der dämonische Westen oder dämonische Ost „Schuld“ hat an diesem 2.Krieg in Europa nach 1945 . Wer kann das behaupten ?Aber JETZT zieht Putin– ab seinem bemerkenswerten Geschichts-Aufsatz im August 2021 offensichtlich lange durchgeplant — knallhart durch. Ohne Rücksicht auf Verluste, nicht einmal auf seine eigenen Soldaten—JETZT zieht er seinen Krieg durch. Verluste an Menschen–völlig egal !!! Mit seinen Drohungen, dass bei „Einmischung“ ETWAS passieren werde…naja….das man lesen kann wie — Atomschlag…aber vielleicht nur so lesen SOLL Denn es wäre Selbstmord. Auch für Russland.
    Entschuldige, liebe Gerda, ich habe mich in Rage geredet. Habe liebe Freunde in der Ukraine, die keine Russenhasser sind, und Russen, die Verwandtschaft in der Ukraine haben..
    . Und gestorben wird schon–auf beiden Seiten.
    Du und ich, wie sind beide noch Kriegskinder .Meine erste Erinnerungen sind Bunker, Bombeneinschläge, schrille Sirenen und die nackte Angst der Erwachsenen, die ich als Baby mit dem ganzen Körper aufnahm…..
    Ich fühle, wie du auch mit ALL den Menschen, die jetzt in dieses Inferno gezogen werden. Der Westen hat (!) Fehler gemacht , mag Putins Stolz, sein Russlandverständnis als missachteter Weltmacht verletzt haben… oder…oder…
    aber das Märchen von der NAZIREGIERUNG in Kiew und dem GENOZID (!!) an Russen im Donbass, wofür man jetzt in den Krieg ziehen MÜSSE, um die armen Ukrainer zu befreien, ist so absurd, dass man nichts mehr denken kann…
    .Ja, das Gedicht von Georg Heym fiel mir auch gleich ein….
    und eines von Mathias Claudius, nur die ersten Zeilen….
    “ S `ist Krieg, s`ist Krieg !
    oh Gottes Engel wehre /
    und schlage du darein /
    s´ist, s´ist Krieg,
    und ich begehre /
    nicht schuld daran zu sein….

    Noch einmal….ich greife dich nicht an.
    Ich bin einfach zutiefst verzweifelt über diese schreckliche Situation.

    Wie du schreibst, es sei nun nachzudenken—

    „warum man welche Position bezieht? Und ein wenig auch an die zu denken, die gerade in die Mühle des Krieges geraten und zerfetzt werden “

    Elsbeth

    Gefällt 2 Personen

  20. Heyms Gedicht bringt die Schrecken des Krieges in wundervolle poetische Zeilen und ich reagiere mit Gänsehaut.
    Krieg ist furchtbar und nichts, was darin geschieht ist gut.
    Aus dem 1. Weltkrieg kamen viele der Männer verstümmelt zurück.
    Der 2. Weltkrieg wurde noch schlimmer und nun scheint es,
    als hätten die Menschen immer noch nicht gelernt, wie Frieden funktioniert.

    Und ich reagiere wieder mit Gänsehaut

    Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      Wie Frieden funktioniert, liebe Bruni? Nein, haben wir Menschen nicht gelernt. Nimm mal allein, was passiert, wenn man eine Meinung äußert, die anderen nicht gefällt. Schon fahren sie die Krallen aus und springen einem ins Gesicht. 😉

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  21. nandalya schreibt:

    Nun muss ich dir an dieser Stelle antworten, liebe Gerda-san. Unter deiner Antwort ging es leider nicht. Nein in Buddhas Namen, einfach zustimmen sollst du mir nicht! Emotionen sind menschlich, bringen aber in der aktuellen Situation niemand weiter. Ich verstehe dich allerdings. Das Verständnis für deine der westlichen Propaganda erlegenen Leser will mir dagegen nicht so recht gelingen. Es wäre so einfach, eine andere Wahrheit zu sehen. Vielleicht hilft es, den von mir auf meinem Blog vorgestellten Film anzusehen.

    Gefällt 1 Person

  22. Achim Spengler schreibt:

    Liebe Gerda,
    Die Frage ist doch nicht die ob totaler Krieg oder totale Unterwerfung. Mindestens für die Ukrainer*innen stellt sie sich nicht mehr. Sie ist beantwortet. Sie werden kämpfen,
    bis zum bitteren Ende. Da es gerade nicht darum geht, dass die russische Armee von den regulären Streitkräften der Ukraine mehr oder weniger durchgewunken wird, und lediglich die „Nazi-Brigaden“ des Asow-Regiments zum Kämpfen bereit ist, wie es Frau
    Welterklärerin Nandalya aus ihrer Glaskugel herausgelesen hat.
    Für Putin stellt sich nur noch die Frage, ob er seinem Volk die totale internationale Ächtung, die totale Isolation und den wirtschaftlichen Ruin zumuten will, oder ob er seine Synapsen ausrichtet auf eine Lösung des Konflikts, die ihm den Gesichtsverlust nach einer Friedenslösung erspart. So oder so, er hat sein politisches Ende eingeläutet. Er weiß es nur noch nicht. Und sein Volk täte gut daran, ihn zum Teufel zu jagen, bevor Hunderttausende sterben.

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