Im Parnitha-Gebirge

Athen wird an drei Seiten von großen Gebirgszügen geschützt – die vierte Seite bildet die See. Die drei Gebirge sind:

Pendeli (Pendelikon) im Norden, berühmt durch ihren Marmor – Hymettos im Südosten, vergleichsweise lieblich, orchideenreich und sanft bewaldet – Parnitha (Parnis) im Nordwesten.

Parnitha ist das größte, höchste, wald- und schluchtenreichste Gebirge* Attikas – nicht zu verwechseln mit dem Parnass bei Delphi! Dort waren Freundin Tanja und ich heute, nach langen Jahren, erstmals wieder.

Viele seiner Hänge sind in verschiedenen Katastrophen abgebrannt, aber auf den Höhen sind mächtige Tannen-Urwälder stehengeblieben. Die oft mehrstämmig aus einer Wurzel wachsenden Bäume wirken wie Wesen aus einer unbekannten Vorzeit.  Viele sind von grauen Flechten fleckig überzogen, andere sind übermost, manchmal fand ich auch mir unbekannte Pilze an ihrer Borke hochwandern.

Von früheren Ausflügen erinnerte ich mich, dass dies wilde Kalkschiefergebirge mit seinen Klüften und Geröllen recht schwierig zu erwandern und nicht ganz ungefährlich ist. Aber der Weg, den wir benutzten, war gut ausgezeichnet und leicht begehbar,

Unterwegs erquickte uns eine ausgezeichnete Quelle, und am Ende des Weges erwartete uns ein altes Kirchlein, in dessen sonnigem Hof eine Wandergruppe saß und Lieder sang (σ’αγαπω / „ich liebe dich“)

In der Nähe der Kirche gibt es ein kleines Theater. Die Energie des Ortes sagte mir sehr zu. Ich fühlte mich dort gekräftigt und inspiriert und dachte: womöglich stand hier immer schon ein Heiligtum, denn es gibt die drei notwendigen Bestandteile: die Quelle – das Gotteshaus – das Theater.

Unser provisorisches Essen (ein feines Linsengericht im Weckglas) nahmen wir an einem sonnigen Hang ein, mit Blick auf eine bewaldete Schlucht. Zu unseren Füßen blühten Alpenveilchen und die ersten Herbstzeitlosen.

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*Wikipedia:  Die dünn besiedelte Parnitha erstreckt sich über etwa 40 km in Ost-West-Richtung und maximal 20 km in Nord-Süd-Richtung und bedeckt eine Gesamtfläche von etwa 300 km²….Es gibt insgesamt 16 Gipfel mit über 1000 m und 43 über 700 m Höhe. Der höchste Gipfel Karabola (Καραμπόλα) hat eine Höhe von 1413 m.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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8 Antworten zu Im Parnitha-Gebirge

  1. petraelsner schreibt:

    Liebe Gerda, da bin ich doch gerne mit den Bildern Dir gefolgt. Danke fürs Teilen und liebe Grüße aus der Schorfheide – 2 Grad gerade noch….

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  2. wildgans schreibt:

    Schön, sehr schön, besonders, dass es Wandersleute gibt, die singen!!!

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  3. Gisela Benseler schreibt:

    Danke, urtümlich und wunder-bar!

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  4. Erwin Inderau schreibt:

    In Parnitha: da konnten wir ca. 1953 Weihnachtsbäume ergattern. // Ich war ca 9 Jahre alt. // Mit meiner Stiefmutter. (geb. 1925)

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  5. juergenkuester schreibt:

    Quelle, Gotteshaus, Theater: das finde ich inspirierend. Liebe Grüße

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  6. Schön, dass dort die Bäume wachsen dürfen wie sie wollen 🙂

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  7. Quelle – Gotteshaus – Theater
    auch eine Dreieinigkeit und wie wundervoll ist das Theater. Klein, aber sehr fein, auch heute noch.

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  8. Friedrich schreibt:

    Wunderschöne Bäume. Ich muß gestehen, daß Deine Fotos einen gewaltigen Sog ausüben, nahezu schmerzhaft hier am Schreibtisch…

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