Jürgens Schnipsel beginnen zu erzählen: Alt-Chinesisches (rebloggt)

Weils so schön war, mit den Schnittresten zu spielen, die Jürgen Küster mir vor zweieinhalb Jahren spendete,  und weil ihr nicht alle diese Arbeiten kennt, habe ich noch eine der alten Geschichten herausgesucht.  Ann Christina interpretierte sie als eine „Parabel des Erwachsenwerdens“. Das gefiel mir.

Jürgen verabschiedete sich vor ein paar Tagen von meinem Blog, weil er „als Demokrat und Menschenfreund“ keinen Gefallen mehr daran finden könne. Ich hatte gegen mir unbekannte Gesetze verstoßen, was zu meiner Ausstoßung aus der Gemeinschaft der Demokraten und Menschenfreunde führte. Ich bedaure das natürlich, fühle mich aber nicht wirklich angesprochen. Manche von euch werden das wieder anders sehen.

Nun, möge die Geschichte für sich sprechen.

(Beim Re-Bloggen gab es eine Fehlschaltung, also musste ich per Hand kopieren. Die damaligen Kommentare findet ihr unter dem Originaleintrag).

Jürgens Schnipsel beginnen zu erzählen: Alt-Chinesisches

(ursprünglich veröffentlicht am 23. Januar 2018)

Nach den morgendlichen Fingerübungen fangen die Schnipsel tatsächlich an, mir Geschichten zu erzählen. Da das Ausgangsmaterial von Peter Maschke stammt, der gern und viel reiste (so schrieb mir Jürgen), wundert es mich nicht, dass es mich heute beim Legen nach China verschlug.
Das erste Bild erzählt von einem traditionellen Chinesen und seiner fleißigen Haushälterin (Tochter, Ehefrau?). Sie putzt das Bad, macht die Betten, bügelt seinen Pyjama, während er, seine Pfeife rauchend, die Arbeit überwacht.

Dann ändert sich die Geschichte. Der Alte bleibt in seiner Ecke hocken, aber die Frau wird zum Kind. Eine Krücke zeigt: es kann nicht gehen. Es lässt einen Drachen steigen und träumt sich in die Freiheit.

Der Drachen wandelt sich in ein Zauberwesen, das seine bewegliche Zauberkraft auf das gelähmte Mädchen richtet. Der alte Mann löst sich auf, zurück bleibt nur seine Pfeife.

Und siehe da! Das Kind stellt sich auf seine Füße, es kann gehen! Ein Vögelchen setzt sich zu der Pfeife, ist wohl der Großvater, der nun nicht mehr in seinem Eckchen sitzt und raucht.
Die Bild-Qualität ist leider miserabel, denn ich hatte schlechtes Licht und hab mich verrenkt, um beim Fotografieren keinen Schatten zu werfen. Ich hoffe, du goutierst die Geschichte auch so.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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3 Antworten zu Jürgens Schnipsel beginnen zu erzählen: Alt-Chinesisches (rebloggt)

  1. nandalya schreibt:

    Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen, lautet ein japanisches Zitat. Der Blick zurück sollte daher lächelnd, der nach vorn voller Zuversicht sein. Dankeschön fürs teilen dieser Bildgeschichte.

    Gefällt 2 Personen

  2. elsbeth weymann schreibt:

    Danke, Gerda. !!!
    Bildgeschichten, Geschichten überhaupt–sind „Lebensmittel“. In allen Kulturen der Welt – und schon immer.Von den Heiligen Schriften der Völker bis zu gezeichneten Lebensgeschichten, wie z.B. die von Art Spiegelman „Maus“ oder Marjane Satrapi „Persepolis“ u.v.a.m….Was mich fasziniert, ist die Verbindung von Bild (Auge) und Wort ( Ohr, Stimme).
    Und vor allem bei deinen Schnipselgeschichten diese Beweglichkeit, es so oder so gestaltend, tastend, experimentierend, sich verändern zu lassen.Zu führen und geführt zu werden.Zu staunen, zu lächeln…
    In diesem Kontext fallen mir ein : Vargos Llosa „Der Geschichtenerzähler“ und Elias Canetti „Die Stimmen von Marakesch“ und Yoko Tawada „Verwandlungen“.Das ist eher der andere Weg—vom gesprochenen oder geschriebenen Wort (oder vom Eigen-Bild des Schrift-Zeichens aus wie bei Yoko Tawada !) zum inneren, eigenen ,sich formenden Bild.
    Einen herzlichen Gruß aus einem Septembertag-Berlin,
    Elsbeth

    Gefällt 2 Personen

    • gkazakou schreibt:

      allerliebste Grüße zurück, liebe Elsbeth! Und danke für die vielen Lesehinweise. Unser September lässt sich sehr heß und trocken, nun auch windig an – schön zum Schwimmen, aber das Land dürstet. Möge Regen fallen und Frieden walten.

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