Kleine Dinge ans Licht heben (5): Zeitmesser

Heute fand ich beim Kramen eine alte Armbanduhr mit goldener Fassung, winzigem Rädchen für den Handaufzug, schwarzem Indikationsblatt mit goldenen Markierungen für die Stunden und schwarzem fein gestepptem Lederarmband mit goldener Dornschließe – völlig intakt …….. In Takt? Nein, sie war um 4 Minuten nach 12 stehen geblieben, der Sekundenzeiger war noch ein paar Schritte weitergelaufen ….  ticketacketicketacke und Schluss.

Die Uhr hatte mir früher als Chronometer (gr. Zeitmesser) gedient, damals, als ich noch unterrichtete und ab und zu verstohlen auf die Uhr schaute, um zu ermessen, wie viel Zeit noch blieb. Ich legte sie ab, sobald ich sie nicht mehr brauchte. Heute hob ich sie ans Licht, um sie zu zeichnen.

Hier nun noch eine goldene Variante:

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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28 Antworten zu Kleine Dinge ans Licht heben (5): Zeitmesser

  1. finbarsgift schreibt:

    Die goldleuchtende Uhr kommt irgendwie gut rüber 🤗
    Herzliche Abendgrüße vom Lu

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  2. Arabella schreibt:

    So ein Lieblingsstück habe ich von meiner Mama

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  3. mynewperspective schreibt:

    Kann mich nicht entscheiden. Beide Varianten gefallen mir.
    Die erste mit der nostalgischen Seite der Geschichte: S/W. Die Tastatur im Hintergrund, der Schatten Deiner Hand, das dunkle Ziffernblatt.
    Die zweite bearbeitete Zeichnung mit der inhaltlichen Seite der Geschichte: Das güldenen, das helle leuchtende. Fast schon vibrierend. Ein Wiedererwachen.

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  4. puzzleblume schreibt:

    Die beiden Bilder empfinde ich als erzählerische Abfolge, das erste steht für das noch sachliche Aufnehmen, das zweite macht goldene Erinnerungen sichtbar.

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  5. Christiane schreibt:

    Seit ich regelmäßig ein Handy mit mir rumschleppe (ein bewusster Entschluss), habe ich keine Uhr mehr am Handgelenk, was mir sehr gut gefällt.
    Aber abgesehen von dem Nicht-tragen-Wollen mag ich Uhren. Fast alle, solange sie nicht optisch rein digital sind.
    Daher: tolle Uhr, sehr gelungene Zeichnungen, beide!
    Liebe Grüße
    Christiane 😁

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    • gkazakou schreibt:

      Ich mach es genauso, Christiane. vor dem handy hab ich ganz auf Uhren verzichtet, weil ich einfach keine mit mir herumtragen mag, schon gar nicht am Handgelenk. Aber ich mag Uhren, sind feine Präzisiongeräte, oft auch formschön.

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  6. Ulli schreibt:

    -M- ich sehe mehr deine Hand im Licht, bzw. deine Fingerspitzen, es fällt ein bisschen Licht auf das Armband, was besonders bei der farbigen Bearbeitung dann so schön leuchtet, die Uhr selbst hingegen bleibt im Hintergrund, als wenn sie sagen wollte: ich wurde mal gebraucht …
    herzlichst durch die Nacht, Ulli

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    • gkazakou schreibt:

      danke, Ulli. Sehr schön, ja, so würde sie wohl sprechen, die Uhr. Sie ist noch nicht versöhnt, weil ich sie einmal ins Licht hebe. Werde ich sie jetzt ehren? reparieren lassen? Oder wieder in die Schublade verfrachten, wo sie stumm und zeitlos vor sich hin existiert?

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  7. Ule Rolff schreibt:

    Eine Uhr, eine schöne, aus dem Krimskrams … diese Sorte kann man immer wieder beleben, indem man sie aufzieht. Stehengebliebene Uhren sind von starker Symbolik, ich habe sie nicht gerne um mich.
    Interessant deine Flächenaufteilung: die Seite mit Uhr ganz gefüllt; wo die Uhr fehlt, wird es stiller, freier, nur ein feiner Schatten als einzige Struktur. Das passt zum Leben.

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    • gkazakou schreibt:

      Liebe Ule, ich hab natürlich gleich versucht, sie aufzuziehen, geht aber nicht. Nun will ich mal sehen, ob sich ein Uhrmacher findet, (Gegen stehengebliebene Uhren hab ich allerdings nix).
      Besonders freut mich deine Bemerkung zur Raumaufteilung. Tatsächlich ist die linke Seite bis auf die obere gezeichnete Kante (Blatt und Zeichenblock) vollkommen leer – so deute ich den Zukunftsraum an. Es ist das Blatt Papier, auf das ich in dem Moment grad zeichne. Doch die Zeichnung erscheint nicht auf dem Blatt, sondern schwebt „darüber“ im „realen“ Raum und wirft nur einen scharfen Schatten aufs Papier. Der leichte Schatten auf der linken Seite ist Folge des Fotografierens – ich fand ihn passend und bereinigte ihn nicht,
      Eine ähnliche, aber nicht ganz so extreme Raumaufteilung habe ich bereits bei anderen „ins-Licht-heben“-Zeichnungen versucht, am deutlichsten beim Kompoloi mit dem Delphin. Dort ist das räumliche, nicht das zeitliche Element symbolisiert; der unbesetzte („leere“) Raum, in den etwas gehalten, geworfen oder geschleudert wird.

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      • Ule Rolff schreibt:

        Aufgefallen ist mir der leere Raum so explizit in den anderen Bildern nicht, erst hier im Dialog mit der stehengebliebenen Uhr, schien er mir plötzlich größere Bedeutung zu gewinnen. Dass die im Raum schwebende Zeichnung hier den Schatten wirft, war mir nicht klar, danke für den Hinweis, liebe Gerda.

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    • gkazakou schreibt:

      Stimmt schon, hier ist der leere Raum extremer (das Zeichenblatt ist auch größer, und so konnte ich besser einteilen) – Die Assoziation mit der stehengebliebenen Uhr ist spannend. ich übernehme sie gern. Ich dachte eher an den Verlauf der Zeit überhaupt.
      Der Ausdruck „im Raum schwebende Zeichnung“ ist vielleicht missverständlich. Die Zeichnung schwebt ja nicht, sie liegt. Das Schweben der Hand über dem Blatt ist illusorisch – zeichnerisch hergestellt auf einem 2-dimensionalen Zeichenblatt. Der leichte Schatten ist ganz banal beim Fotografieren entstanden, vermutlich durch mich, also durchaus nicht durch die schwebende Zeichnung. Uff. danke für deine Geduld.

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      • Ule Rolff schreibt:

        Hier ist keine Geduld vonnöten gewesen, Gerda 🙂.
        Der Ursprung des Schattens war mir schon klar, aber indem du entscheidest, ob er bleibt oder durch Retusche entfernt wird, machst du ihn dir und deinem Bildverständnis doch zu eigen. Und das ist in meinen Augen legitimer Teil des künstlerischen Prozesses.

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  8. wildgans schreibt:

    Feines Ührchen!
    Habe früher oft meine Schüler nach der Uhrzeit gefragt, später hing in jedem Klassenraum eine, und zwar dort, wo früher das Kreuz hing.
    Gruß von Sonja

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    • gkazakou schreibt:

      Stimmt, meine Schüler fragte ich auch oft, war sogleich eine Übung in Deutsch: „wie spät ist es?“ – „es ist Viertel vor…, zehn Minuten vor halb…, fünf nach halb… .“ ziemlich kompliziert für kleine Griechen und Griechinnen. Bei uns hing weder Uhr noch Kreuz – da wurde wohl dran gespart ;).

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  9. kowkla123 schreibt:

    Liebe Gerda, beste Grüße von mir für dich, Klaus

    Liken

  10. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Die goldige Bearbeitung passt gut zu dieser Uhr, die so lange im Verborgenen ruhte, liebe Gerda.

    Ich habe meine der jüngeren Tochter übergeben. Es schien mir der richtige Platz für diese zarte goldene Dingelchen (mit 18 gekauft wegen einer Nickelallergie) , das ich mal fast verloren hätte und das deshalb danach lange in einem Kästchen lag…
    Ich trage immer eine Armbanduhr, trotz Handy, aber eine robustere 🙂 als früher
    Ich bin Seraps Meinung, führe sie wieder ihrem Zweck zu. Sie mußte so lange warten.

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