Ergänzung zu „Blick auf Akroyiali“: Farbverschiebung (für Ule)

Ein Kommentar von Ule Rolff weckte meine Neugier. „Mir scheint eine Tendenz zu bestehen, dass die Farben sich an Schattenkanten trennen. Wahrscheinlich enthält Schatten ein spezifisch anderes Spektrum als unverschattete Bereiche. Und die Verschiebung scheint als parallele Verschiebung und nicht als gegenläufige zu geschehen.“

1) Trennen sich die Farben an Schattenkanten?

2) Enthalten Schatten ein anderes Spektrum als unverschattete Bereiche?

3) Wie verschieben sich die Farben: parallel oder gegenläufig?

Vielleicht gibt die folgende Bild-Collage eine Antwort darauf?

Zur Erklärung:

Die obere Bildleiste zeigt die im Schatten fotografierte, die untere Bildleiste die im Licht-Schatten fotografierte Skizze, dazu je zwei Bearbeitungen. Die Bearbeitungen sind jeweils auf dieselbe Weise entstanden:  Farbverstärkung (1. Variante), dann Farbverschiebungnach links  ins Gegenteil (2. Variante).

Ich habe dann dasselbe Verfahren nochmal angewendet – diesmal aber, nachdem ich die beiden Originalfotos mit dem Cut-out-Filter bearbeitet hatte. Dadurch grenzen sich die Licht-Schatten-Felder deutlicher gegeneinander ab und  entsprechend klarer ist auch das Farbspiel dazwischen.

Ich bin gespannt, was dir, Ule, und was euch anderen bei diesen Experimenten auffällt und freue mich auf Kommentare.

 

 

 

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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26 Antworten zu Ergänzung zu „Blick auf Akroyiali“: Farbverschiebung (für Ule)

  1. wechselweib schreibt:

    Ich finde die Effekte wieder mal super!

    Gefällt 3 Personen

  2. Ule Rolff schreibt:

    O, wie spannend! Guten Morgen, Gerda …
    Gerade habe ich mir noch mal einen Farbkreis zum Vergleich angesehen. Tatsächlich scheinen in den Mitteltönen überwiegend die Farben von Violett zu Grün (dunkler zu heller) vorzuliegen was sich bei einer Erhöhung der Kontraste zu Blau zu Gelb parallel verschiebt, wobei die Farben im Farbkreis einander gegenüberliegen. Nimmt man den Regenbogen als Bezugsgröße, bewegt sich das Ganze in den unteren Bereichen, die oberen (Rot/Orange)kommen unter natürlichen Bedingungen sozusagen nicht vor.
    Erhöhung der Kontraste bedeutet in deinem Fall eine starke Reduzierung der Graustufen, da du fast in eine SchwarzWeiß-Darstellung tendierst.
    Wenn du die Farben verschiebst, fügst du willkürlich Farben hinzu, wobei das Schieben des Reglers alle vorhandenen Farben gleichzeitig in dieselbe Richtung und um denselben Betrag verschiebt. Wenn du die Frequenzen vor der Verschiebung trennst und dann einzeln bearbeitest, kannst du dich auch von der Parallelität trennen.
    Das war, was ich sehe – ob andere anderes sehen? Vielleicht auch differenzierter, ich habe stark vereinfacht, um eine Regelmäßigkeit herauszustellen.
    Danke für das zusammengestellte, systematische Material, liebe Gerda, es hat mir sehr geholfen, meine Vorstellungen zu ordnen.

    Gefällt 4 Personen

    • gerda kazakou schreibt:

      Guten Morgen meinerseits! Danke, Ule, für deine ausführlichen Bemerkungen. Ich wusste gar nicht, dass man die Verbindung zwischen den einzelnen Farben auflösen kann. Bisher habe ich ausschließlich den eingebauten Algorismus benutzt, über dessen Eigenschaften ich freilich nicht Bescheid weiß. Ich vermute, dass die benutzte Farbpalette auf den drei „Grundfarben“ rot-grün-blau aufbaut und daher die Zwischenfarben als Abschattungen von Gelb, Violett und Orange wahrgenommen werden?
      Viel zu wenig habe ich mich bisher mit der Farbenlehre beschäftigt und weiß daher auch nicht, in welchem Verhältnis das natürliche Licht mit seinen Farben zu den Farbkreisen steht, die in der Druckgraphik und Elektronik angewendet werden. Ich habe den Verdacht, dass sie sehr verschieden funktionieren und durch das ständige Anschauen von Bildern unser natürliches Sehen quasi „umerzogen“ wird. Der alte Farbkreis (zuerst von Itten formuliert), der beim Malen immer noch meine Orientierung ist, baute ja auf den Primärfarben Rot-Blau-Gelb auf.
      Vertiefung der Fragen ist dringend geboten! merke ich. Meine Farbspielereien bauen ja alle auf ,den Eigenschaften eines nicht durchschauten Algorismus auf, den ich bei meinen „Bearbeitungen“ sichtbar mache. Es sind Farben, die durch das elektronische Medium Fotoapparat – Computer erzeugt werden. Mit den Farben, die mein Auge in der Natur wahrnimmt, hat das nicht viel zu tun.

      Liken

      • Ule Rolff schreibt:

        In Photoshop kann man einzelne Farben des RGB-Spektrums auswählen und je gesondert verschieben, auch noch nach Helligkeit oder Sättigung. Da kann man zwar auch sehr spektakulär arbeiten, aber auch ganz subtil.
        Was die Farbauffassung unserer Augen betrifft, sind sie natürlich jeder Abbildung in einen Farbraum überlegen, und dann noch in Verbindung mit den Interpretationsfähigkeiten des Gehirns! Nur für die Farbverschiebungen müsste man Drogen oder Krankheiten in Kauf nehmen … da greife ich doch lieber auf die Technik zurück 🙂.
        Ittens Farblehre, die sich ja auf gedruckte Farben bezieht, unterscheidet sich ja deshalb komplett von dem RGB-Modell, weil im richtigen Leben Farben durch Lichtreflexion zustandekommen und alle addiert (theoretisch) Schwarz ergeben, die RGB-Farben hingegen durch Hinterleuchten (eines erhellten Monitors z. B.)entstehen und sich zu Weiß addieren. Darum ist der Buchdruck auf der Basis von jpg-Bildern so kompliziert, da sie erst passend umgewandelt werden müssen.
        Ach, ein weites Feld, und soo interessant, finde ich!
        Und jetzt gehe ich erst mal in den sonnigen Zwitschergarten.
        Bis bald.

        Gefällt 1 Person

    • kopfundgestalt schreibt:

      Ich bin leider farblich nicht so gut aufgestellt, mit meiner Rotgrünschwäche.

      Gefällt 1 Person

    • gerda kazakou schreibt:

      Ich möchte diesen Dialog, der mir wichtige Infos frei Haus liefert, gern fortsetzen, doch auch hier wartet ein sonniger Garten scchon lange auf meinen Besuch….

      Gefällt 1 Person

  3. kunstschaffende schreibt:

    Liebe Gerda,
    das hört such für mich schon fast wissenschaftlich an und darum frage ich Dich, hast Du zur ersten farblichen Bearbeitung einen zweiten verstärkten Farbfilter darüber gelegt oder mehrere sogar?
    Die Licht Schatten Bilder mit dann Farbverstärkten Feldern finde ich sehr beeindruckend!

    Liebe Grüße Babsi

    Gefällt 1 Person

    • gerda kazakou schreibt:

      Danke, Babsi, für die Nachfrage. Nein, ich habe keine Filter drübergelegt, sondern nur die auf dem Foto der SW-Zeichnung bereits vorhandenen Farben verstärkt. Bei den Licht-Schatten-Fotos ergeben sich sehr starke Effekte, weil die verschatteten und die beleuchteten Partien sich unterschiedlich farblich darstellen. Ohne Farbverschiebung (die jeweils erste Variante) wirkt das Schattige Blau, das Licht weiß, zu den Rändern hin wird es dann Gelb, das sich mit dem Blau zu Grün vermischt. Das sind so die Haupt-Eindrücke. Beim Farbverschieben verschieben sich diese Farben alle gleichzeitig, bis ich zur Variante 2 komme, wo die Farben sozusagen auf den Kopf gestellt (in ihr Gegenteil verkehrt) sind. Licht- und Schatten-Partien haben ihre Rollen gewechselt.

      Gefällt 1 Person

      • kunstschaffende schreibt:

        Deine spezielleTechnik mit den Schattenfotos ist bemerkenswert, da Du gerade in der farblichen Nachbearbeitung super schöne Effekte erzielst! Ganz wundervoll Gerda Deine Erfindung! Da muss man erstmal drauf kommen!👏👏👏👏👌👍😉
        Liebe Grüße Babsi

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    • gerda kazakou schreibt:

      Ich mag halt gern herumexperimentieren, liebe Babsi. Meist beginnt es mit einer zufälligen Tätigkeit oder Beobachtung, und dann bleibe ich dran, bis ich die Entdeckung ausgelotet habe…

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    • gerda kazakou schreibt:

      danke, Babsi. Ja, es stimmt. ich kann das Forschen nicht lassen, auch wenn ich keine akademischen Meriten mehr anstrebe. Mein heutiges Forschen ähnelt dem des Kindes, das sich wundert und herumprobiert, was es selbst herausfinden kann. Mich interessiert dann auch nicht, ob andere schon dasselbe gefragt und gefunden haben. Alles ist neu für mich.

      Gefällt 1 Person

  4. kowkla123 schreibt:

    super, liebe Gerda, nimm bitte meine besten Grüße entgegen, Klaus

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  5. Pingback: Farbspiele mit Gerda – Ule Rolff

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