Unruhe vor dem Sturm

Zuerst ist es nur eine kleine Unruhe in der Luft. Der Mensch lauscht. Etwas ballt sich im Westen zusammen.

img_8874-copy

Schnell trübt sich die Atmosphäre, eine diffuse Unruhe zirkuliert nun überall.

img_8875

Schon erhebt sich ein Sturm, wird stärker, reißt fort, verschlingt mit wirbelnder Kraft.

img_8876

 

Und dann: Stille, einen Augen-Blick lang nur blickt es dich an: das Auge des Taifuns.

img_8878a

Du fliehst ins Haus, verbarrikadierst dich,  meinend, du könnest seine Wände gegen diese Riesenkäfte stellen.

img_8879

Versuch es immerhin. Was bleibt dir auch anderes zu tun übrig.Vielleicht wird das Verhängnis ja vorheiziehen und dein Leben unbehelligt lassen.


Dies ist eine Reihe von Kohlezeichnungen, die ich vorgestern machte. Ich habe die eine Zeichnung über die andere gelegt und versucht zu verfolgen, was sich unter meiner Hand bildete. Diese Art von Spontanzeichnung hilft mir, innere Spannungen abzuleiten. Hinterher beschreibe ich, welche Bilder sich mir zeigten.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Katastrophe, Leben, Meine Kunst, Psyche, Zeichnung abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Antworten zu Unruhe vor dem Sturm

  1. juergenkuester schreibt:

    Liebe Gerda!
    Gab es einen Anlass für diese Reihe von Zeichnungen oder sind sie Dir einfach so zugefallen?
    Liebe Grüße Juergen

    Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      kein besonderer Anlass, lieber Jürgen, aber viele äußere Ereignisse führen zu einem Gefühl hoher diffuser Spannung: erst die Aufregungen wegen der US-Wahlen – dann der Supermond – dann der Obama-Besuch in Athen – dann heute der 17. November (Tag des Aufstands im Polytechnikum (gegen die Junta 1973, der immer durch einen Protestmarsch zur US-Botschaft und Straßenkämpfe begleitet wird) – – – laufend auch Verletzungen des Luftraums durch die türkische Luftwaffe – die Zypernverhandlungen auf der Kippe – die russische und die amerikanische Kriegsflotte im östlichen Mittelmeer – die Situation in Syrien – eine sehr geschwächte Regierung und Wirtschaft – Streiks der Öffentlichen Verkehrsmittel —- Kurzum, es herrscht im Äußeren eine hohe aber noch diffuse Spannung, die sich in meinem Inneren abbildet und der ich durch Zeichnen einen gewissen Ausweg zeigen kann.

      Gefällt 2 Personen

  2. kunstschaffende schreibt:

    Liebe Gerda,
    früher habe ich mich auf“s Mountenbike gesetzt um innere Spannungen abzubauen, dass geht jetzt nicht mehr!
    Ich versuche es mal, auf Deine geschilderte Weise!

    Dir einen spannunglosen Abend!

    Lg Babsi

    Gefällt 1 Person

  3. kunstschaffende schreibt:

    Ach liebe Gerda, sorge Dich nicht lebe! Mir fällt das auch sehr schwer! Wenn man ein tiefsinniger Mensch ist, fällt dass zunehmend schwerer!

    Ganz ❤Grüße Babsi

    Gefällt 1 Person

  4. mmandarin schreibt:

    Wie gut dass du diese Möglichkeit hast, Spannungen abzubauen. Ich verschließe derzeit meine Ohren und Augen. Die Flut der Negativen Ereignisse erschlägt mich förmlich und ich lege leise Musik auf, gehe durch den Wald, Ober schnippele vor mich hin. Ja und Kerzen stelle ich auf. An jedes Fenster, das freut meine Mitmenschen und mich. Liebe Grüße Marie

    Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      Danke Marie! Das Spazierengehen ist auch meine weichtigste Heilung, und das Vor-dich-Hinschnippeln ist, meine ich, vergleichbar meinem Zeichnen, nur das Temperament ist ein anderes. Allerliebste Grüße dir und Gute Gesundheit! GerdA

      Gefällt mir

  5. Monika schreibt:

    Das mit den Kerzen ins Fenster stellen, hat meine Mutter getan. In der Nachkriegszeit, für die Heimkehrer, aus der Gefangenschaft. Sie sagte: Ein Licht für die Seele, die – NICHT – kommen konnten. Damals, verstand ich nicht. Ich verstand auch nicht die Tränen, die sie weinte. Oft waren wir auf dem Bahnhof und warteten. Sahen Menschen die sich umarmten und mit gesenkten Hauptes gingen. Ich sah NICHT, dass sie humpelten, oder abgemagert waren. Ich sah nur Freude und Trauer zugleich und ich wusste nicht wohin mit meiner Aufgewühltheit.
    Monika

    Gefällt 1 Person

  6. gkazakou schreibt:

    Ich stelle mir vor, liebe Monika, dass das Erinnern dir gut tut. Sei herzlich gegrüßt !

    Gefällt mir

  7. Monika schreibt:

    Ja, liebe Gerda, das Erinnern, es bedeutet für mich leben. In dieser Welt. Das Erinnern ist auch mitteilen (erzählen), von einem gelebten Leben. Einem vielfältigen, von Erwartungen geprägtes, manchmal nicht erfüllten Leben. Erinnerung ist mein Erbe, an mein Nachwelt, wenn ich es so einfach sagen darf. Die Schätze meiner Vergangenheit. :-))
    LG.Monika

    Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      das klingt gut, liebe Monika, klingt nach einer reichen Schatzkammer. Vielleicht ist es ja noch nicht zu spät, um noch dies und das aus dem jetzigen Leben in dieser Schatzkammer zu sammeln. So empfinde ich es jedenfalls: mein Leben JETZT ist keinesfalls ärmer an erinnerungswürdigen Schätzen als mein bisheriges Leben. Liebe Grüße dir. Gerda

      Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s