Ägyptisches

Es ist merkwürdig, wie sehr anscheinend gleichgültige Schnipsel von ihrer Vergangenheit geprägt sind. Es geht ihnen offenbar nicht anders als uns Menschen. Einmal ägyptisch – immer ägyptisch.

Ägyptische Katze treibt den Nil hinunter (c) Gerda Kazakou

Als ich, meine Ausstellung in Koroni bewachend, ein paar Schnipsel aus meiner Tüte zog, um ein Bild zu legen, erinnerte ich mich freilich: die hatte ich erstmals verwendet für die Katze, die den Nil hinunter treibt. Nun aber sollte etwas Neues entstehen. Und was entstand? Etwas Ägyptisches. IMG_4530

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Lag es an den Formen? den Farben? Oder waren die Teile durchtränkt von meiner Erinnerung? Denn kaum hatte ich sie in der Hand, fühlte ich wieder den alten Strom Nil unter mir, und schipperte sachte, während die Ufer an mir vorbeiglitten, hinab nach Süden – oder vielmehr hinauf, denn die Verhältnisse sind trügerisch: nicht immer liegt der Süden unten….

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Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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5 Antworten zu Ägyptisches

  1. Liebe Frau Kazakou,

    Ihre Seite verfolge ich ja nun schon eine Zeit lang, und freue mich dabei still vor mich hin, weil ich diese Kunstform so noch nicht kannte und ich die immer neu entstehenden Bilder so gerne mag.

    Heute möchte ich mich aber doch einmal kurz zu Wort melden, denn die heutigen Bilder, ausgehend von der ägyptischen Nilkatze, gefallen mir besonders gut.

    Vielleicht ist es die Vorstellung vom Nil als träge dahinfliessender Strom, der all die Figuren, den Schiffer und die Segler mit sich trägt. Auf jeden Fall aber die kleine Schnipselgeschichte, die Sie dazu notiert haben.

    Danke für diese wunderbare Bereicherung, die Sie uns hier immer wieder vergönnen und
    Liebe Grüsse
    Kai Lüttger

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    • gkazakou schreibt:

      Ganz herzlichen Dank, Kai Lütger, für Ihren schönen Kommentar. Soviel ich weiß, habe ich die Kunstform des Bilderlegens aus zerschnittenen eigenen Bildern erfunden – gefunden … Jedenfalls kenne ich bisher niemanden, der sie so wie ich handhabt – nämlich als ständigen Auf- und Abbau von Bildern aus demselben Material.

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      • Liebe Frau Gkazakou – oder darf ich sie Duzen, aus irgendeinem Grund habe ich mit dem Sie angefangen, und nun steh ich da und finde es ewas komisch…
        Jedenfalls: die Kunst, die Du (nun bin ich einfach mal ganz frech) erfunden hast und in der Du Dich ausdrückst, finde ich genau deshalb so faszinierend und schön, weil alles im Fluss ist und man weiss, alles ist bloss temporär, so wie das Leben. Und gleichzeitig nimmst Du Dich Themen an, die Vergangenheit lebendig werden lassen und so bis ins Heute hineintragen. Da wird die Verbindung geschaffen zwischen dem, was war, dem was ist und dem was wird – weil aus den Schnipsel ja über kurz oder lang ja wieder etwas Neues entsteht. Hat etwas ziemlich praktisch-philosophisches. Zumindest ist das meine Interpretation.
        Liebe Grüsse
        Kai

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  2. Maren Wulf schreibt:

    Was für ein faszinierendes Eigenleben diese Nilschnipsel entwickeln! Mich hat die vergängliche Schönheit des immer wieder neu geordneten Papiers gedanklich für einen Moment in die Alhambra im spanischen Granada entführt. Wie schön ist es doch, für die Gegenwart zu bauen!

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  3. gkazakou schreibt:

    Die Nilschnipsel sind, wie auch meine Nil-Erinnerungen, eingegangen in den kreativen Prozess, der ständig Neues hervorbringen will und doch ohne das Alte kein Material hätte, um dies Neue zu schaffen. Der Ausdruck „praktisch-philosophisch“ trifft meine Absichten recht genau. Danke Kai! Die Alhambra, Maren? Sind etwa auch Erinnerungen an diesen Bau in die Bilder eingegangen? Wohl möglich, ich war vor Urzeiten mal dort. Wer kennt schon den unterirdischen Fluss der Gedanken und Bilder!

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