Jeden Sonntag steige ich ein bisschen ins Archiv dieses Blogs, um zu sehen, was mich vor Jahren an einem Tag wie diesem umgetrieben hat. Diesmal gelangte ich ins Jahr 2016. Herauf holte ich eine Erinnerung an … einen Frauentag. Das ist ja weiter nicht bemerkenswert, denn auch damals war dieser Tag den Frauen der Welt gewidmet. Die übrigen 364 Tage gehören traditioneller Weise dem Mann – mit Ausnahme vielleicht noch des Muttertags.
Wenn ich mir die Galerie der jetzt Mächtigen und Beschlussfassenden anschaue, so starren mich immer noch Männerköpfe an – egal ob nun Washington, Teheran, Moskau, Peking, Berlin, Paris, London, Kiev, Ankara, Indien usw, usf. – während die wenigen Frauen, die sich in die Politik gewagt haben und eine Position ergatterten, mit dem nicht vorhandenen Schwanz wedeln und ganz wie die kleinen Hunde noch ein wenig lauter als die großen Hunde kläffen, um ihre Bedeutung zu unterstreichen. Na ja, es gibt Ausnahmen – wie immer und überall.
Die wenigen Ausnahmen reichen nicht aus, um mich zu überzeugen, dass Frauen in der Politik den Unterschied machen würden.
Wütend könnte einen das machen. So befand ich schon vor zehn Jahren. Aber Wut, wenn sie nicht nach außen gebracht wird, fördert nur allerlei Geschwüre in den Innereien.

Recht ausdrucksstark, notierte ich, und warf meinen Schatten über das Werk der Zerstörung.

Doch ein weniger gewaltsames Vorgehen ist mir in meinem Alter angemessener. Also malte ich ein Wutbild mit demselben Effekt:

Und aus den Scherben baust Du dann ja wieder Kunstwerke, Gerda.
Und das tut Frauen auch wohler als die Politik.
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Und den Männern auch.
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Aber weise Frauen als Stille Beraterinnen im Hintergrund sind ein Segen.
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Aber bleibe ich denn im Hintergrund? Nein, es wird allen nur „zu viel des Guten“.
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Mit Anerkennung darf man bzw. frau nicht rechnen, sollte es aber trotzdem tun: Das Gute.
Es wird trotzdem bemerkt und ist schließlich das einzig Nützliche und Aufbauende.
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Du hast wirklich etwas aus dem Sonntag gemacht. Ich überlege, ob ich ein Minizine als Wutbuch in meine Handtasche stecke. Darf nur den roten Filzer dann nicht vergessen.
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Ich glaub nicht,
dass sich Frauen nicht in die Politik trauen,
vielleicht ist es ja eher so,
dass Sie nicht gewählt werden.
Im kleinen und der Politik läuft es ganz gut.
In meinem Heimatdorf gibt es inzwischen schon die 2te Bürgermeisterin.
Und das in einem Bauernbundesland wie Schleswig-Holstein.
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Dein Wutbild ist klasse, Gerda! Ich meine zu erkennen, wie fest und kraftvoll Du mit einem roten Stift dem Papier zu Leibe gerückt bist. Irgenwie muß die Emotion ja raus…
Heute kam Dein Minizine bei mir an und ich gucke immer wieder drauf und freue mich total, liebe Gerda!
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Ich freue mich auch, liebe Bruni! Heute machte mein Schützling, die knapp 5jährige Sofialena, ihr erstes Kunstbüchlein!
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Manchmal gibt es so vieles zum freuen, liebe gerda. Trotz allem, was um uns geschieht …
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