Impulswerkstatt: vier Fotos, zwei Sätze.

Vorhang auf für die nächste Runde von Myriades „Impuswerkstatt“. Im Zuschauerraum sind die Lichter schon ausgegangen. Umso geheimnisvoller wirkt das Licht, das unter dem geschlossenen Vorhang hervorquillt und seinen Weg durch die mittlere Spalte sucht. Magische Wellen ….Welche Geschichten werden diesmal zur Aufführung gelangen?

Und schon geht es los!

 

Dieses Mal wir es glücken, du wirst sehen. Wir gehen….“

Was die junge Dame in der schicken roten Jacke ihrer schwarz gekleideten Freundin vorschlägt, kann ich leider nicht verstehen, denn ein wütend kläffender Hund zerreißt die Stille. Ich drehe mich zur Quelle der Störung um und muss lachen. Nee so watt aber auch! Da hat man dem Kleinen einen Maulkob verpasst, aber das hektische Bellen kann er trotzdem nicht lassen! Ich rede ihm gut zu, und so beruhigt er sich, blickt aber weiterhin finster auf mich und die Welt, die ihm allerlei zumutet. Es ist ja nicht nur der Maulkorb, der ihm das Leben verleidet, sondern dieser ganze Mummenschanz einer auf „Sicherheit“ ausgelegten Politik seiner Inhaberin. Sie meint es gut, gewiss! Aber ist das ein Leben?

Während meiner Unterhaltung mit dem Hund sind die jungen Damen weitergezogen. Ich schicke ihnen den Wunsch hinterher, dass ihr Vorhaben, welches es auch sei, vom Glück begünstigt wird. Ich selbst muss mich beeilen, denn ich will noch schnell eine Galerie aufsuchen, bevor sie schließt.  Eine Freundin hat dort ihre neuesten Werke ausgehängt. Also nix wie hin.

Und wen sehe ich da, vor einem Diptychon hockend, selbst einem Diptychon gleichend? Die beiden Hübschen von vorhin! In den Hügeln“, höre ich die in der schwarzen Jacke flüstern – warum flüstern die Menschen eigentlich immer im Angesicht von Kunst? – „scheint es zu lodern, ein Waldbrand vielleicht?“ – „Ich gaub nicht“, flüstert die rot Bejackte zurück, „ich glaub, das soll eine nächtliche Stadt am Fuß von einem Berg sein. Ist ja ganz schön, aber deine Sachen mag ich viel lieber. Die sind nicht so düster wie diese hier. Sollen wir die Galeristin mal fragen, ob sie sich deine Bilder ansehen will? Vielleicht klappt es diesmal.“

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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7 Antworten zu Impulswerkstatt: vier Fotos, zwei Sätze.

  1. Myriade schreibt:

    Na, was für ein Glück, dass die Galeristin auch etwas für düstere Bilder übrig hat. Dabei habe ich die beiden mit Orange aufgepeppt, weil sie sogar für meine Begriffe etwas düster waren 😉 Dass du die beiden Mädels auch als Diptychon siehst, gefällt mir sehr und die gekonnte Zusammenführung der Bilder ohnehin. Danke für den Beitrag aus deinem unerschöpflichen Phantasie-Brunnen !

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  2. Das arme Hündchen. Nun ist er nicht nur angeleint, sondern auch seiner Ehre beraubt, der Arme.

    Die beiden jungen Frauen sind in die Betrachtung von zwei ganz besonders dusteren Bildern vertieft. Ob sie sich gleich nach helleren freundlicheren umsehen?
    Ich würde es tun 🙂

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  3. PPawlo schreibt:

    Klasse, Gerda!

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