Dora zum FünftenSiebten: Handwerke, Läden

„Da wäre noch der FünfteSiebte!“ kräht mir Doras Stimmchen ins Ohr. – „Da sind wir doch schon zurückgefahren.“ – „Ja, weiß ich doch. Aber vorher waren wir noch beim Kapetanios, um uns zu verabschieden, und in dem Schuhmacherladen mit all den Werkzeugen waren wir auch, und in dem komischen Geschäft mit den Zeitungen und Hüten…“

Eigentlich möchte ich mich lieber hinlegen, denn ich war beim Zahnarzt und habe eine dicke Lippe. Da ist es besser sich auszuruhen als in Archiven zu blättern, egal wie schön die Erinnerungen sind. Aber was sein muss, muss sein. Dora verlangt, dass täglich jedenfalls eine Episode ihres Lebens hier dokumentiert wird. Sie behauptet, ich hätte es ihr versprochen. Und was man versprochen hat….

 

Beim Sandalenmacher.

In den Laden traten wir aus Neugierde.

Er wirbt mit den Gerätschaften dieses uralten Handwerks, und tatsächlich wird auch heute noch vieles dort, hinter einer Barriere aus tausenderlei Dingen, per Hand angemessen und mit den alten Methoden produziert.

Auf dem nächsten Foto sind wir im Spiegelbild vereinigt, und ein Stück Straße wird durch einen anderen Spiegel auch noch in den engen nach Leder duftenden Raum hereingeholt.

 

Beim Kapetanios

Fotocollage. Die kleine Figur dient als Stütze des Computerdeckels

Kostas, bekannt als Kapetanios, war tatsächlich Kapitän, bevor er in Pension ging, einen Andenkenladen in Koroni mit dem Namen Aldebaran eröffnete (das Sternbild ziert auch seine Visitenkarte) und einen Kulturverein ins Leben rief. Er ist ein bedeutender Inspirator des Ortes, der, so klein er ist (4.366 Einwohner), vor Leben vibriert.

Vor allem Konzerte organisiert er, oft mit Musikern, die von dort stammen oder sich, aus dem Ausland kommend, in der Region angesiedelt haben, auch Kunstaussstellungen nimmt er unter seine Fittiche, kümmert sich um kulturelle Projekte und gibt eine Zeitung heraus, in der die wichtigsten Ereignisse der Region nicht nur berichtet, sondern auch neue Impulse gesetzt werden. So wurde die Rettung der Burg (soviel ich weiß) nicht zuletzt aufgrund seiner unermüdlichen Aktivität in die Wege geleitet

„Und nun?“ fragt Dora. „Kannst du nicht auch noch den netten Fischer, der im Boot seine Netze säuberte – und die bunten Fische in der Auslage – und den ulkigen Zeitungsladen mit den vielen Hüten – und den alten Bäckerladen, wo sie steinhartes Zierbrot machen – und das Cafe am Wasser, in dem du gezeichnet hast…“  – „Nein, Dora! Mit Koroni sind wir jetzt durch. Es gibt ja auch noch anderes. Das Leben geht weiter.“

Etwas betrübt schaut sie drein. Es hat ihr dort gefallen. „Komm, Dora!“ sage ich aufmunternd. „Prinkipessa, Theo, Fritzi und Frieda sind hungrig. Du willst sie doch nicht warten lassen?“

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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6 Antworten zu Dora zum FünftenSiebten: Handwerke, Läden

  1. Vier Kätzchen *lächel*

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  2. Gisela Benseler schreibt:

    Ach eines schöner als das andere! Die 4 Katzen in dieser Formation sind wohl die „Krönung“.
    Aber auch die Spiegelungen im Sandalenladen, und Dich, Gerda, sieht man – gespiegelt – unter einem großen Schlapphut!

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  3. Mitzi Irsaj schreibt:

    Da bin ich froh, dass Dora dich überredet hat noch ein paar Eindrücke zu posten. Sehr schöne Läden und das Katzenbild….toll.

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  4. Hier im Norden regnet es bei kühlem Wind… und dann Deine südlich wärmenden sehr inspirierenden Bilder ! Ich freue mich von Herzen daran…

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  5. wildgans schreibt:

    Man bekommt schöne, sinnliche Eindrücke.
    Steinhartes Zierbrot, was ist denn das? Ich muss an Salzteigsachen denken…
    Schöne Grüße aus dem schön kühlen Lande der Dicksommerwolken

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