Weiße Kuh im Klostergelände (tägliches Zeichnen)

Kloster Pendeli (rechts im Hintergrund)

Mein Spaziergang führte mich heute an einen Ort, den ich noch nie betreten hatte. Freundin Effi – Nachbarin und Malerin – zeigte ihn mir.

Effi zeigt mir das Gelände

Es handelt sich um ein ausgedehntes parkähnliches Gelände mit Wäldchen und Sümpfen, das sich hinter dem altehrwürdigen Kloster Pendeli erstreckt und  eben diesem gehört.  Die Pforte ist immer offen, der Zugang frei. Ich war begeistert, und noch begeisteter war ich, als ich in einem Pinienwäldchen zwei grasenden weiße Rinder erblickte.

Besonders die große Kuh hatte es mir angetan, denn sie erinnerte mich an die Nymphe Io, die von Hera in eine Kuh verwandelt wurde – damals, vor langer Zeit. Um Io kreist meine Phantasie seit Jahren, und so erhielt sie auch eine große Rolle in meinem Romanfragment „Schwanenwege“. Auch eine Legebildreihe gestaltete ich. Schau mal hier, wenn du Lust hast.

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Nachdem ich das ganze Gelände inspiziert hatte – Effi sammelte derweil Kräuter -, setzten wir uns unter ein blühendes Mandelbäumchen und versuchten, die Kuh zu zeichnen. Tatsächlich gelang sie mir ohne lebendes Modell als Legebild besser als heute mit dem Stift.

Die geruhsam grasende Kuh lud zu genauem Zeichnen ein – aber kaum hatte man die erste Linie einigermaßen gefunden, wendete sie den Kopf, drehte den schweren Leib, hob einen Fuß und wanderte weiter. Also musste man von vorn beginnen. Ich füllte sechs Blätter des winzigen Reporterblocks.

Vielleicht, dachte ich, sollte ich die Kuh doch mal anhand von Fotos studieren – und  machte eine Menge Fotos von der Schönen. Hier nur drei Überblendungen mit Zeichnungen.

Schön wars im Klostergelände!  Die Abendwolkenbank, als sei sie ein Meereshorizont, wie mit dem Lineal gezogen.

Lieblich das blühende Mandelbäumchen im Abenddämmer, dahinter, nun unsichtbar, die weißen grasenden Rinder.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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13 Antworten zu Weiße Kuh im Klostergelände (tägliches Zeichnen)

  1. Gisela Benseler schreibt:

    Wieder im Paradiesgarten! 💮🌸🌺🌹💐

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  2. wildgans schreibt:

    Märchenhafte Bilder!

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  3. brigwords schreibt:

    danke für den schönen Spaziergang 🙂

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  4. Friedrich schreibt:

    Ich schätze Deine Kenntnisse der griechischen Mythologie sehr, das erzeugt eine „Schwingung“ in mir. Danke für IO.

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    • gkazakou schreibt:

      Sehr gerne, Friedrich! Als ich 15 war und noch gar nichts von Griechenland wusste, nannte ich meinen Hund bereits Ajax, „den schnellen Held vor Troja“. Die griechische Mythologie ist mir vertrauter als die moderne Chemie, der sie irgendwie ähnelt, da die Elemente ständig neue Verbindungen mit überraschendsten Ergebnissen eingehen 😉

      Io ist Namensgeberin des Ionischen Meeres, der Ionischen Inseln, aber auch des Bosporos (Rinderfurt). Sie hat ihren Ausgang bei Argos genommen (Flussnymphe), hat als Kuh (Viehwirtschaft) die gesamte damals bekannte Erde durchrannt, kam zu Prometheus im Kaukasus (Aischilos Drama) und zu den Quellen des Nil, wanderte nordwärts bis zu seiner Mündung und empfing dort, bei Kanobos nahe dem späteren Alexandria, von Zeus einen Sohn, den Epaphos („durch Berührung empfangen“), der der Stammvater sowohl der Ägypter als auch der Griechen ist. Spätere Nachfahren waren die 50 Danaerinnen, die Zuflucht …. in Argos suchten, um nicht mit ihren Vettern zwangsverheiratet zu werden. Doch die Männer aus Ägypten verschafften sich Zugang. in der Hochzeitsnacht brachten 49 der Frauen ihre Männer um. Sie füllen nun bis in alle Ewigkeit löchrige Fässer in er Unterwelt… Eine einzige ließ den Mann leben und wurde zur Stammmutter der Danaer (Griechen). die dann später Troja belagerten und das Trojanische Pferd bauten („fürchte die Danaer, wenn sie Geschenke bringen“) 🙂 😉

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      • Friedrich schreibt:

        Ähnlich ging es mir, auch mich hat als Kind die Ilias und die Odyssee „angefixt“, damals noch (in der DDR), ich denke in einer von Franz Fühmann nacherzählten Ausgabe, mit wunderbaren Holzschnitten, sie stehen jetzt noch vor meinen Augen.

        Danke für die Io-Zusammenschau. Spielt nicht die Himmelskuh in der ägyptischen Mythologie auch eine sehr zentrale Rolle? Und die Kuh als Nil-Jahr (die sieben fetten und die dürren bei Joseph…) – ach, ich verzettele mich.

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  5. Wunderschön sind die Bilder dieser verwunschenen Wiesen und die weiße Kuh scheint mir wirklich eine Schönheit zu sein, liebe Gerda

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