Impulswerkstatt Bild 1. Geschichten von Störung und Wachstum

Wir alle, glaube ich, stehen gelegentlich vor solch einem Stück Holz, das uns nicht nur ästhetisch anspricht, sondern tief im Innern bewegt. Wie ein Gleichnis liegt es vor uns:  wir sehen, wie die schönen Wellenlinien eines gleichförmigen Wachstums aufgebrochen werden, ein wüster Riss entsteht, hervorgerufen durch einen Einschluss, der sich schwer integrieren lässt. Es fühlt sich an wie Schmerz und Kampf. Und schließlich auch wie Erlösung, oder doch wie eine Lösung, wenn sich die Wachstumswellen hinter dem Hindernis wieder harmonisieren.

Eben dieser Vorgang findet sich wohl in jeder Biographie. Und es sind solche in den Lebenslauf eingebetteten Dramen, die uns jeden Menschen besonders machen. Genauso wie die Holzplanke, die uns vor die Füße gespült wurde.

Holzplanke Sandova  6a

Ich weiß nicht, ahne nicht einmal, wie diese Maserung zustande kam. Muss ich es wissen?

Oder diese hier: was ist geschehen?

So viele Lebensgeschichten. Niemand interessiert sich dafür, außer dem Betroffenen selbst, der versucht, mit störenden und verstörenden Ereignissen zurecht und erneut in den Fluss zu kommen. .

Ich habe schon viele solcher Biographien betrachtet. Jetzt gehe ich, eine weitere anzuschauen und vielleicht ein wenig zu helfen, die mühsamen Prozesse der Anpassung zu beschleunigen und so zu einer Lösung zu kommen.

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Erziehung, Fotografie, Geschichte, Impulswerkstatt, kleine Beobachtungen, Natur, Psyche, Spuren abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

16 Antworten zu Impulswerkstatt Bild 1. Geschichten von Störung und Wachstum

  1. Myriade schreibt:

    Ich stelle meinen Kommentar von drüben auch hier nochmals rein, weil ich so begeistert bin:
    Oh, liebe Gerda, ganz herzlichen Dank für diesen schönen, berührenden Beitrag ! Zu jedem dieser Fotos von Störung und Wachstum könnte man eine Lebensgeschichte erfinden, was heißt eine, dutzende … Ich bin ganz begeistert. Wenn ich Inhaberin eines Verlags wäre, würde ich mit großer Freude ein Buch dazu herausbringen !

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  2. Verwandlerin schreibt:

    Dieser Beitrag berührt mich sehr. Da hast du eine Saite in mir zum Klingen gebracht.

    Gefällt 3 Personen

  3. Gisela Benseler schreibt:

    Oh, Gerda, daß Du das, wofür sich angeblich „keiner interessiert“, hier zeigst, finde ich wunderbar!

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  4. Gisela Benseler schreibt:

    Das im Zusammenhange persönlicher Biographien zu betrachten
    (und die eigene währenddessen zurückzustellen),
    ist wiederum eine neue, erweiterte Möglichkeit,
    auch mit der eigenen Biographie besser „klarzukommen“.

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  5. pflanzwas schreibt:

    Du hast es treffend beschrieben, daß diese Störungen jeden Menschen besonders machen. Die Bilder dazu sind wunderbar!

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  6. mmandarin schreibt:

    Oh Gerda, ein wunderbares Gleichnis ….eine uralte Geschichte….wunderbar. Danke

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  7. Friedrich schreibt:

    Auch mich hat der Text sehr angerührt.
    Vielen Dank wieder einmal dafür.
    Vielleicht auch eine verborgene Biographie: Es gibt im Park eine Hainbuche mit einem gebogenen „Elefantenknie“-Ast, die Rinde ist grau und etwas faltig, etwas zwingt mich, sie jedesmal zu streicheln, wenn ich passiere – und ich meine, eine kleine Bewegung zu spüren.

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  8. Mitzi Irsaj schreibt:

    Liebe Gerda, das ist wunderschön geschrieben. So schön wie die Bilder der Holzmaserungen. Danke für diese wirklich sehr treffenden Worte.

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  9. Du hast es so wundervoll zusammengefaßt, liebe Gerda. in jedem Leben, in jedem Lebenslauf wird es etwas geben, was das Wachsen bricht.
    Eine Störung, ein Riß, ein tiefer Einschnitt, die Wunde heilt mit der Zeit, aber das Fließen ist unterbrochen. Das, was wieder zusammenwächst, sieht nun anders aus als vorher… In Deinen Fotografien sieht man es so toll.

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