Gemeinsam Zeichnen 27

Das letzte „gemeinsame Zeichnen“ fand im Januar statt – am Kamin mit zwei Freundinnen. Nichts wussten wir von dem, was da an Trennendem auf uns zukommen würde.

Meine Zeichengruppe hat sich nicht wieder hergestellt, aber gestern ging ich meinerseits in eine kommunale Zeichenschule in Kalamata. Wollte einfach mal wieder mit anderen Frauen zusammen zeichnen. Die anderen waren brav damit befasst, die aufgebauten Stillleben oder klassischen Gipsköpfe abzuzeichnen. Manche trugen Masken, andere nicht. Der Lehrer, nett und bemüht, den Damen regelrechtes Zeichnen beizubringen, trug mal eine, mal keine. Ich tat, wozu ich Lust hatte: maskenlos zu zeichnen, was sich da vor mir befand.

2. Zeichnerinnen

3 Stillleben

5. Zeichnerin

Ich zeichnete mit dünnem und mittlerem Filzstift auf dünnem Papier. Die Zeichnung schlug seitenverkehrt auf die Rückseite durch. Sieht aus wie Gegenwart und Erinnerung, finde ich.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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21 Antworten zu Gemeinsam Zeichnen 27

  1. wildgans schreibt:

    Na, wenigstens etwas ….
    Man sucht so sehr nach unbeschwertem Tun mit anderen…
    Gruß von Sonja

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  2. Ulli schreibt:

    Liebe Gerda, wieso kommt es nicht mehr zu einem Treffen? Alles wegen Corona? Ich stelle mir vor, dass es in einer Gruppe, in der man die Menschen nicht kennt, dann doch sehr anders ist?!
    Interessant ist deine Sichtweise von Gegenwart und Vergangenheit, mich erinnern die beiden Seiten eher an Spiegel, der eine klar, der andere leicht beschlagen.
    Herzlichst, Ulli

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Ulli. Wegen Corona konnten wir lange nicht in die Mani zurück, wie du weißt. Danach sehe ich zwar einige der Frauen, aber nicht zum Zeichnen, sondern zur Therapie oder zu Spaziergängen. Es war auch davor schon nur eine sehr lockere Zusammensetzung, und durch die lange Pause hat sichs verlaufen. Mir gefällt es mit diesen Frauen, die ich gar nicht kenne, die ich aber zeichnend kennenlernen kann. Ich kann meine Skizzen machen, ohne dass es jemanden stört. Und das gemeinsame Bemühen gibt eine gute Atmosphäre.
      Der klare und der beschlagene Spiegel – das ist für mich fast dasselbe wie die Wahrnehmung der Gegenwart und der Vergangenheit in Reflexion und erinnernder Reflexion.
      Von Herzen, Gerda

      Gefällt 3 Personen

  3. Mitzi Irsaj schreibt:

    Mir selbst fällt es immer schwer, etwas lieb gewonnenes loszulassen. Vielleicht finde ich es deshalb so schön dass du mit ganz freien Geist zu einem anderen Treffen gehst und auch dort etwas findest was dir gefällt. Mir gefallen deine Zeichnungen. Das tun sie immer. Diesmal ganz besonders die Durchschläge. Wie Traum und Wirklichkeit oder wie du eben sagst Gegenwart und Zukunft.

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  4. chris schreibt:

    Ich vermisse den montäglichen Foto-Termin. 🙂

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  5. gkazakou schreibt:

    Danke für deine Aufmerksamkeit, Chris! ich habe ihn ausgelassen. War einfach zu viel, was anstand.

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  6. pflanzwas schreibt:

    Schön, daß du was gefunden hast, oder besser „wen“, wo du gemeinsam zeichnen kannst. Austausch ist immer gut und in diesen Zeiten kann man das gut gebrauchen. Ich finde deine Zeichnungen bzw. Skizzen heute sehr gut. Sie scheinen mir mit viel Kraft und mit sehr selbstbewußtem Strich gesetzt zu sein. Irgendwie anders, als sonst.

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    • gkazakou schreibt:

      Hab mich wohl an frühere Zeiten erinnert, wo ich „richtiges Zeichnen“ lernte. Dieselbe Atmosphäre mit Staffeleien, Vasen, Drappierung, klassischen Gipsköpfen. Heute abend setzte ich dann einen Kontrapunkt.

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      • pflanzwas schreibt:

        Das merkt man! Ich konnte das so gut nachvollziehen. Wenn ich an früher zurückdenke, an solche Kurse mit eben diesen Aufbauten…heute sehe ich vieles anders, du sicher auch. Trotz allem lernt man dabei einge Grundlagen, aber es ist eben nur ein Teil, man ist so mit der Technik beschäftigt, daß das Gefühl manchmal auf der Strecke bleibt.

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  7. Schön Gerda, daß es in dieser Gruppe keine Panik wegen Corona gab und die Masken auch fallen durften!
    In Germany drehen sie jetzt total durch! Am liebsten würden sie uns alle einsperren! Und die Gegenstimmen erreichen gar nichts.

    Deine Zeichnungen sind wie immer meisterhaft Gerda! Ich würde Dir gerne über die Schulter schauen, wenn Du mit Deinem Stift übers Papier fliegst!😁😉

    Liebe Grüße Babsi

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Babsi! Bei der letzten Zeichnung – der Frau, die grad an ihrem Bild pinselt – ist mein Stift überhaupt nicht geflogen,sondern ich brauchte Geduld, musste warten, bis sie ihre Farbe angerührt hatte und erneut den Pinsel aufs Bild setzte. Denn ich wollte genau ihre Hand mit dem Pinsel erfassen. Zum Glück ist es eine sehr ruhige, systematisch arbeitende Frau, deren Position sich nicht änderte

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  8. mmandarin schreibt:

    Sehr schön die beidseitigen Zeichnungen sie haben eine große Kraft. Deine Kreativität ist ungebrochen. Das ist doch wunderbar. Marie

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    • gkazakou schreibt:

      ungebrochene Kreativität – klingt gut. Ja, ich denke, das stimmt. Nur sind nicht mehr alle Formen der Realisierung möglich. Das macht aber nix, es gibt ja immer Wege, wenn man die Lust dazu spürt, etwas zu tun und auszudrücken.

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  9. Ule Rolff schreibt:

    Ich sehe diese besondere Situation vor mir und fühle mich an vergangene Zeichenkurse erinnert. Die konzentrierte, stille Versenkung in einen Anblick.
    Du nutzt die Kurssituation als Motivsammlung, scheint mir. Dort darfst du in Ruhe Menschen zeichnen, die in ihrem eigenen Tun schnell vergessen, dass sie auch selbst Motiv sind. Ideale Modelle.

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  10. Bruni Wortbehagen schreibt:

    Da hast Du die Zeichenkurse für ganz wundervolle Skizzen genutzt, liebe Gerda.
    Und die Rückseiten sind so zart und fein, als hättest Du die Erinnerung zeichnend festgehalten, oder den Moment, der vorher war

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