Neoklassisches Athen: Universität und Akademie (tägliche Zeichnung)

Die Universität (links im Bild) war eines der ersten neoklassischen Gebäude, die unter der Herrschaft des Bayernkönigs Otto I in Athen gebaut wurden. Architekt war der Däne Christian Hansen, eröffnet wurde sie 1841. Der Bau der alten Akademie (Zentrum), ein Entwurf von Theofil Hansen, dauerte von 1859-1885, also ganze 26 Jahre. Finanziert wurde der Bau von einem Auslandsgriechen (Simon Sinas), die Bauaufsicht führte Ernst Ziller, der u.a. auch den Palast von Schliemann (siehe „Garten der Musen“) realisierte.  Das mächtige würfelförmige Bürogebäude im Hintergrund des Platzes ist vermutlich während der Militärdiktatur entstanden (Genaueres konnte ich nicht herausfinden).

In der gerade laufenden Ausstellung zur Stadtentwicklung (im Benaki-Museum Bas. Sofias) sah ich eine  Lithographie der Universität und eine Fotografie der Akademie im Bau.

Wie sehr sich trotz anscheinender Ähnlichkeit meine heutige Zeichnung von der des Lithographen Vrettos des 19. Jahrhunderts unterscheidet, erkennt man besser im Detail. Hier zwei Abschnitte meiner Zeichnung mit Menschen. Bitte anklicken.

Und eine „moderne“ Bearbeitung meiner Zeichnung:

Nun sind es schon 5 architektonische Skizzen, die ich nach Fotos meines Athen-Bummels anfertigte. Hier als Zusammenschau.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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11 Antworten zu Neoklassisches Athen: Universität und Akademie (tägliche Zeichnung)

  1. Du weißt Gerda, ich bin beeindruckt von Deinen architektonischen Zeichnungen! 👌👍Die geschichtliche Info ist auch wieder sehr interessant! 👌👍

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  2. gkazakou schreibt:

    Prima, Babsi. Zur Geschichte will ich noch mehr „Bröckchen“ schreiben. So peu a peu kommt dann vielleicht ein Gesamtbild zustande, ohne dass man sich anstrengen muss. .

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  3. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Toll, Dein akribisch genauer Blick., liebe Gerda. Ohne den hättest Du diese Zeichnung und natürlich auch die anderen, gar nicht hinbekommen können und sie ist Dir soooo gut gelungen.
    Ich kann es kaum fassen, wie gut diese neue Zeichnung geworden ist.

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  4. Ule Rolff schreibt:

    Deine Serie zur (Bau-) Geschichte Athens wird immer spannender. Und in der Athen-Ecke meines Nichtwissens ersetzt Information die vagen und falschen Vermutungen: Der Gang des historischen Wissenserwerbs verlässt Athen irgendwann gegen Ende der klassischen Antike und wechselt zum Fortgang der Geschichte nach Rom. Die Rückkehr nach Griechenland erfolgt zur Nazizeit – und das Unterbewusstsein unterstellt für die gesamte Zwischenzeit selbstverständlich eine bauliche Fortexistenz (analog vielleicht zur römischen, die natürlich durch die Päpste ganz anders gesichert war). Sehr verdienstvoll finde ich deine unterhaltsam bildende Wirkung, Gerda.

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    • gkazakou schreibt:

      danke und schmunzelnde Morgengrüße! Ja, so wie dir geht es wohl vielen. Die Annahme einer Kontinuität ist uns so gewöhnlich, dass man schon mit der Nase drauf gestoßen werden muss, um zu erkennen, dass auch in der Geschichte Quantensprünge durchaus üblich sind. Die Griechen sind sich der Geschichte der letzten 200 Jahre sehr bewusst, sie ist ein dauernder Gegenstand des Schulunterrichts, und die Feiern für die 200Jahre seit der „Revolution“, die schließlich zur Unabhängigkkeit führte, laufen auf Hochtouren. Das Altertum ist hingegen weit weit weg – außer Homer, der ebenfalls Schulstoff ist, und die Akropolis mit ihrem Fries, den der Lord Elgin klaute. Dazwischen gibt es den Helllenismus mit Zentrum Alexandria und das tausendjährige Reich von Byzanz mit Zentrum in Konstantinopel, nicht aber Athen, das nur eine Provinzstadt war, zuletzt fast nur noch von Türken und den von diesen angesiedelten Albanern bewohnt, während die letzten Griechen vertrieben wurden. (Das die sehr verkürzte Geschichte)

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      • Ule Rolff schreibt:

        Luxus! Jetzt auch noch ein Spotlight auf die dunkle Zwischemzeit, danke, Gerda.
        Richtig, es dämmert ein wenig Hellenismus und Byzanz. Als Kind habe ich einen sehr spannenden historischen Roman gelesen, „Die Kaiserin Galla Placidia“, daran erinnere ich mich gerade.

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      • Ule Rolff schreibt:

        Das war aber eine römische Kaiserin. Es gab auch eine Byzantinische, deren Name fällt mir nur gerade nicht ein.

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      • Ule Rolff schreibt:

        Theophano … kann das sein?

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      • gkazakou schreibt:

        Galla Placidia – o, eine sehr verwickelte Zeit und Biographie! den Roman kenne ich nicht, aber ich habe mich mit dieser Kaiserin mal befasst, als ich Ravenna besuchte. – Tochter des in Konstantinopel residierenden Theodosius (also „Byzanz“) und Regentin von Westrom in Ravenna, zur Zeit als ihr Bruder Honorius Kaiser von Ostrom war, auch wieder als ihr unmündiger Sohn zum Nachfolger des kaisers bestimmt wurde. Byzanz ist ja zunächst nichts anderes als „Ostrom“, allerdings mit starker griechischer Prägung. Theodosius, sellbst in Spanien geboren und, soviel ich mich erinnere, germanischer Abstammung, war ein fanatischer Gegner des griechischen „Heidentums“, zugleich kämpfte er an alln Fonten, um das römische reich zusammenzuhalten, dessen letzter Kaiser er für wenige Jahre auch war.
        Die Errettung der Galla Placidia aus Seenot – sie war auf der Reise von Ravenna nach Konstantinopel – durch einen „Wal“ wird in Mosaiken in Ravenna dargestellt. Ihr sog. „Mausoleum“ in Ravenna gehört zu den eindrucksvollsten Bauten, durchaus im byzantinischen Stil. Rom selbst war da schon in der Hand des Papstes oder der Goten, und die kaiserliche Gewalt wurde vor allem von Konstantinopel, teilweise auch von Ravenna aus ausgeübt, bis dort der Gote Theodorich übernahm.

        Ich stieß auf die Geschichte von Galla Placidias Rettung durch C.G.Jung: SCHAU MAL HIER. https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=3&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwjK6cze7_HnAhVKNOwKHRHfCxMQFjACegQIBRAB&url=http%3A%2F%2Fmartininbroda.blogspot.com%2F2016%2F05%2Fjung-in-ravenna.html&usg=AOvVaw2U-IpRCWJmHYrq3-wTTXJC

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  5. gkazakou schreibt:

    Theophano, das ist später, 10. Jahrhundert, Tochter des Kaisers Johannes Tsimiskus in Konstantinopel, verheiratet mit Otto II und dahr Mitregentin des römischen Reiches deutscher Nation. es war ein Versuch, die beiden Reiche wieder zu vereinigen – der ebenso wie im 5. Jh als Gallla Placiia lebte, misslingen musste.

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