Engel und Gemälde (Collagen, Größenvergleich)

Viele weitere Collagen mit dem Dürer-Engel habe ich ausprobiert. Schließlich kam ich auf die Idee, den Engel nicht in, sondern neben oder vor einige meiner früheren Gemälde zu setzen. Würden meine Bilder unter dem prüfenden Blick des Engels standhalten? Wie würden sich die zu verschiedenen Zeiten, mit unterschiedlichen Medien und Absichten erstellten Bilder vertragen? Die Zeichnung des Engels habe zu dem Zweck etwas bearbeitet.

Dabei fiel mir auf, wie verschieden die Bilder je nach den zwischen beiden herrschenden Größenverhältnissen wirken. Also machte ich noch mal zwei Paare, um den Effekt zu verdeutlichen. Der Engel dient als Maßstab für die Größe der Bilder. Bitte anklicken.

An diesen Beispielen erkennt man deutlich, wie irreführend die meisten Abbildungen sind, wenn keine Maßstäbe mitgegeben werden. Du möchtest nun vielleicht wissen, wie groß meine Bilder „in Wirklichkeit“ sind? Ich schätze aus der Erinnerung: Die „Arabische Fassade“ ist 110 x 100 cm, das Hafenbild  70 x 50 cm groß. Das heißt, dass die beiden rechten Abbildungen den ungefähr richtigen Eindruck geben.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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18 Antworten zu Engel und Gemälde (Collagen, Größenvergleich)

  1. Gisela Benseler schreibt:

    Nun, was der kritische Blick des Engels meint, wirst nur Du selbst erraten. Er schaut ja offensichtlich immer gleich, verzieht keine Miene.

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    • gkazakou schreibt:

      Der Engel ist bis auf Farbe und Größe tatsächlich immer gleich. Um zu einem Urteil darüber zu kommen, ob meine frühere Malerei mit dem kürzlich nachgezeichneten Dürer-Engel zusammenpasst, müsstest du jedes Bild für sich betrachten und nicht den Engel mit sich selbst vergleichen. .

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    • gkazakou schreibt:

      Das kannst du leicht, indem du die Bilder antippst. Dann erscheinen sie einzeln. Auch dir würde ich raten, Alben zusammenzustellen und nicht jedes Foto allein zu posten. Man kann dann alle zusammengehörigen Fotos mit einem Blick erfassen, aber auch jedes einzelne gesondert betrachten.

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  2. kopfundgestalt schreibt:

    Die grösse eines bilds ist bedeutend.
    Ebenso die der Plastik.
    Ich besitze einen band „Picasso in concrete“, der umsetzungen seiner skulpturen in sehr grossem Maßstab zeigt.

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    • gkazakou schreibt:

      das Problem ist, dass man heute meistens Reproduktionen sieht, und selbst wenn Größenangaben dabeistehen, sieht man ja nur das, was man vor sich hat: ein Bildchen. Da muss man dann im Gehirn umsetzen, etwa wie bei Bäumen, die weit weg sind, die klein erscheinen, aber doch nicht als klein gedacht werden, Bei Skulpturen kommt noch der Verlust der 3-Dimensionalität dazu.
      Stark vergrößernde Detailaufnahmen haben ihren eigenen Reiz, aber das, was man da sieht, hat der Künstler womöglich gar nicht selbst intendiert, sondern es ist die Wirkung des Materials.

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  3. Ule Rolff schreibt:

    Je stärker der Engel sich mit dem Bild überschneidet, um so mehr wird er Teil davon, was du durch seine wechselnde, passende Färbung noch bestärkst. Ohne Überschneidung wird das Bild eher zum Hintergrund, und der Blick des als Betrachtender Gemeinten geht am Ziel vorbei – vielleicht denkt er dort über etwas ganz Anderes nach.
    Mit den Größenverhältnissen habe ich in sofern Probleme, als ich dazu neige, die Größe des von Dürer gezeichneten Engels als Bezug zu nehmen, und nicht ein gedachtes, menschliches Maß. Dabei werden deine Bilder zu winzigen Miniaturen.

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    • gkazakou schreibt:

      Hm, auf die Idee bin ich gar nicht gekommen, dass man den Engel in der Größe einer Druckgraphik sehen könnte. Ich dachte an eine Galerie, mit einer Wand, an der ein Bild hängt, und davor sitzt eine Engelsskulptur, die mal als sehr groß, mal als klein empfunden wird, je nachdem, wie weit sie ins Bild hineinragt.
      Apropos „menschliches Maß“ – das ist ja auch sehr relativ. Gestern saß ich in der Metro neben einer wunderfeinen Zwergin: alles an ihr war perfekt, nur eben Miniatur, bis auf die Fße, die in normalgroßen Schuhen steckten. Ihr feines mittelblondes Haar war in einen langen Pferdeschwanz gebunden, die winzigen Fingernägel rot lackiert. Ich setzte mich absichtlich neben sie, um ihre Persönlichkeit besser wahrzunehmen. Eine sehr feine leichte Energie ging von ihr aus, sehr schön. Aber sie kommunizierte nicht mit ihrer Umwelt, war in ihrer eigenen Welt, dennoch keineswegs verloren. Auf dem Bahnsteig huschte sie sehr zielstrebig zwischen all den Riesen hindurch, dabei bedacht, mit niemandem versehentlich zusammenzustoßen. Alle anderen Menschen wirkten im Vergleich zu ihr grob und vor allem laut, auch wenn sie gar nicht sprachen. Laute Energie gegen leise Energie, falls du verstehst, was ich meine. Eine wertvolle Begegnung.

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      • Ule Rolff schreibt:

        Sehr genau verstehe ich, was du meinst, liebe Gerda. Lautheit ist auch für mich kein ausschließlich akustisches Phänomen.
        Athen scheint wirklich ein Füllhorn für die Fotografin zu sein. Ein Genuss, deine lebendigen Bilder.

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Ule. wie wahr! grad heute bedauerte ich wieder, keine Fotografin zu sein,

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  4. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Sein Engel und Deine Bilder, liebe Gerda. Beim Ungeheuer hatte ich den ungeheuerlichen Eindruck, daß es dem Engel herzlich egal ist, dieses Ur geheuer, das eigentlich ein Geheuerchen ist, gutmütig und leise herankommend. Doch der Engel ist so müde, er rührt sich nicht. Ich bin gespannt, wie Du es bezeichnest. Es muß ein großes Gemälde sein.
    Bei den Booten wird er aufmerksamer und überlegt wohl einen Augenblick, ob er sich vielleicht eine Seefahrt mit einem Segler gönnen sollte, statt immer nur zu fliegen und sich mit dem Wind zu wiegen. Hier könnte er entspannen und sich ausruhen, vor seinem nächsten Flug in die himmlichen Höhen… *lächel*
    Er passt zu allen Deinen gemalten Kunstwerken, aber diese beiden passen meiner Meinung am besten zu ihm.

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  5. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Das zweite Deine Bilder von oben – ist es kein großes Wesen, das ich als *Ungeheuer* erkannte.
    Ist es etwas anderes?
    Und dann das letzte Deiner Bilder, das mit den Segelschiffen, liebe Gerda

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    • gkazakou schreibt:

      A ja, dachte ichs mir doch. Das zweite Bild nenne ich „romantische Landschaft“, insofern darfst du dort auch gern ein kleines Ungeheuer sehen. Und ja, das letzte zeigt Segelboote in voller Entfaltung. Es gibt zwei andere mit Masten: Hafen, No 3 und Werft No 4

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  6. Susanne Haun schreibt:

    Eine sehr gute Idee, Gerda. Mir gefällt der Engel am besten, wenn er halb in und halb aus deinem Bild herausragt.
    LG

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