Angekommen II (Flughafen, Zeichnung, Fokussierung)

These – Antithese.

Kälte, Bezugslosigkeit in der Ankunftshalle des Flughafengebäudes wollte ich zeigen – als Gegenpol zur Wärme und dem menschlichen Bezug in der Bäckerei. Ich steigerte diesen Aspekt der Bezugslosigkeit im leeren Raum durch Bearbeitung.

 

Synthese:

Doch auch die Menschen im Flughafen sind, wenn man näher hinschaut, nicht gesichtslos, und Bezüge zwischen ihnen kann man entdecken – oder konstruieren. Ich zeichnete daher die Flughafenszene ein zweites Mal, diesmal näher an die Personen heranrückend.

Und ich befragte sie: Was bewegt dich? Welche unausgesprochene Beziehung webt womöglich zwischen euch? Oder zwischen euch und mir? Während ich zeichne, beginnt der kastenartige Raum zu schwanken, er gerät in Schieflage.

Dann bearbeite ich diese zweite Skizze auf ähnlich anonymisierende Weise wie zuvor die erste Skizze. Dennoch bleibt der Eindruck persönlicher, näher. Die Menschen sind bedeutsamer als der Raum.

Ich beschließe nun, abwechselnd auf die drei Hauptpersonen zu fokussieren, so wie man es macht, wenn man im Gewimmel eines Flughafens eine bestimmte Person finden möchte. Durch die partiellen Vergrößerungen und Verschiebungen entstehen neue Beziehungen zum Raum, zwischen den Figuren und zu mir als Betrachterin.

der schwergewichtige Flughafenangestellte im Fokus

die telefonierende Schwangere im Fokus

der heranschreitende junge Mann im Fokus

… oder auch so

 

 

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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8 Antworten zu Angekommen II (Flughafen, Zeichnung, Fokussierung)

  1. Chrinolo schreibt:

    Das ist einfach toll, was du da gemacht hast … und wahnsinnig interessant! Es beeindruckt mich sehr, liebe Gerda.

    Gefällt 2 Personen

  2. Ulli schreibt:

    Nun haben zwar ihre Gesichter Konturen bekommen und ja, die Personen sind näher an der Betrachterin/dem Betrachter, aber es ist und bleibt jede und jeder für sich.

    Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      Ja, so ist das wohl. Dennoch scheint mir, dass der Flughafen-Angestellte nun „anders“ schaut, einmal scheint er mir die Schwangere zu beobachten, das andere Mal den vorbeigehenden jungen Mann. Das passiert, wenn die Köpfe auf der gleichen Höhe sind.

      Gefällt 1 Person

  3. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    So finde ich Deine Zeichnung viel eindrucksvoller, liebe Gerda
    ich kann die Menschen erfassen und vermute nun mal, der zielgerichtete junge Mann in Deinem Fokus, ist Dein Sohn *lächel*.(vielleicht liege ich ja auch völlig daneben) Nun ist er da, sein Ziel ist klar, während die Ziele der anderen noch ein Geheimnis bleiben, bis wir uns daran machen würden, sie zu ergründen …

    Gefällt 1 Person

  4. zeilentiger schreibt:

    Schön, so mit Raum und Menschen in einen stillen, aber innigen Dialog zu treten!
    Herzliche Grüße aus dem digitalen Nebenan

    Gefällt 1 Person

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