#inktober 2019 #16 wild

#inktober 2019 #16 wild

Diesmal wählte ich die Schwarz-Weiß-Version eines früheren Bildes, das in Form und Farbgebung recht ungewöhnlich für mich ist. Ich nannte es „Stieropfer“, um das Ereignis ein wenig in die wilde Vergangenheit zu rücken, wo Menschen und Tiere den Göttern geopfert wurden.

Oben: Links das Original – rechts invertiert (entgegengesetzte Farben)

Unten: Links die SW-Version des Originals, rechts invertiert und weiter bearbeitet.

 

Übrigens war es Prometheus (entspricht dem Luzifer, da „Bringer des Lichts“ des Verstandes), der den Menschen riet, die besseren Teile des Schlachtopfers für sich zu behalten und Zeus nur die Innereien zu geben. Damit der Gott nichts merkte, sollten sie das schlechte mit einem guten Stück bedecken. Zeus war über dieses Täuschungsmanöver so wütend, dass er die große Deukalionische Flut (Sintflut) schickte und das Menschengeschlecht ersäufte. Wieso es uns dennoch wieder gibt? Auch das erzählt der Mythos – und ich ein anderes Mal.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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12 Antworten zu #inktober 2019 #16 wild

  1. kopfundgestalt schreibt:

    Selbst Tiere täuschen, also ganz alte Verhaltensrepertoires. So gesehen kann man dem Menschen nicht mehr ganz so böse sein.

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  2. versspielerin schreibt:

    das gefällt mir sehr, in allen Variationen!

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  3. Ulli schreibt:

    Der Stier ist mir sofort ins Auge gesprungen, noch bevor ich das ganze Bild gesehen oder deine Worte dazu gelesen habe, sehr eindrücklich! Auf mich wirkt das Bild so, als ob er in Abgründe stürzt – was er ja letztlich auch tut, wenn er als Opfertier auserwählt wurde.
    Ich bin froh, dass in unseren Breiten die Zeiten der Tier- und Menschenopfer vorbei ist! Allerdings habe ich nichts dagegen, wenn Tiere für die Nahrung geschlachtet werden und das, was nicht essbar wird als Dank an die Erde zurück gegeben wird, ich sah einmal einen Film von einem Volk ganz im Nordosten von Sibirien, die dies so handhabten und allen geschlachteten Tieren zur Ehre einmal im Jahr ein Fest für sie feierten, außerdem haben die Menschen die Tiere getanzt und alles, was ging verwertet, die Häute, die Krallen etc. – hier sehe ich kein Falsch, nur tiefe Verbundenheit und Dankbarkeit.
    Herzlichst, Ulli, die wohl gerade etwas Quasselwasser getrunken hat 😉

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    • gkazakou schreibt:

      feines Quasselwasser, Ulli! Ich vermute, die früheren Tieropfer waren so etwas wie eine Sühne, vielleicht sogar fürs Töten. Denn die Tiere waren den Menschen ja wertvoll, und es war sicher nicht einfach, sich von den Tieren zu trennen, um sie den Göttern zu geben. Nur tadellose Tiere wurden ausgewählt und sie wurden schön geschmückt zum Opferaltar geführt. Insofern ähnelt das Opfern dem, was du über andere Völker schreibst, die die Tiere, die sie töten, ehren. Ich bin im übrigen der Meinung, dass man, wenn man ein Tier schon tötet, dann möglichst alle Teile nutzen soll, also auch die Innereien, die Hoden, die Haut, das Fell, die Sehnen, die Hörner…, und nicht nur das Steak rausschneiden darf. Und wenn es nicht für den menschlichen Gebrauch ist, so kann es doch anderen Lebewesen zur Nahrung dienen.

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  4. Leinwandartistin schreibt:

    Mich zieht das rotdominierte Original besonders in seinen Bann.

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  5. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Die allerletzte Version beeindruckt mich am meisten. Ganz erstaunlich, die Veränderungen, die man immer weiter verwandeln kann, liebe Gerda. Wild schaut es wirklich hier aus und an die Opferungen erinnert es tatsächlich.
    Prometheus ist also der Verursacher der Sintflut. Von der Täuschung des Zeus wußte ich, aber nicht mehr, wer ihn täuschte. Lehrreich wie immer bei Dir, liebe Gerda

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    • gkazakou schreibt:

      Danke wie immer, Bruni! Verursacher der griechischen Version der Sintflut war Prometheus. Die biblische Version ist natürlich anders, da steht nur, dass in den Augen Gottes „alles Fleisch verderbt“.war und er daher nicht nur die Menschen, sondern auch alle anderen Lebewesen ausrotten wollte. Warum er dann Noah doch befahl, von jeder Art ein Pärchen mitzunehmen, entzieht sich meiner Kenntnis.

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  6. Ule Rolff schreibt:

    Hier war ich ja auch noch nicht, du liebe Güte!
    Ein Blick auf den Schlachtaltar, durcheinander gefüllt mit den Teilen des Opferstieres, wirklich wild und düster, sehr eindrucksvoll in allem Chaos.
    Die Vierergruppe der Varianten zusammengenommen bildschirmfüllend wirken völlig überwältigend auf mich.
    Ich liebe übrigens die Art, wie du immer wieder Häppchen antiker Kultur vermittelst, völlig entspannter Bildungsinput oder Wiederauffrischungskurs, wie hier der Blick auf Prometheus. Dass dieser Versuch, die Götter zu betuppen, ihren Zorn erregte, finde ich übrigens völlig nachvollziehbar: wenn Leute mich belügen, erwarte ich auch, dass sie sich wenigstens ein bisschen Mühe geben, sonst fühle ich mich durch Unterschätzung beleidigt. Auch ohne mich zu den Gottheiten zu zählen 😊

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