Alltag 6: Zusammenleben mit Tito

 Alltag 6

Nichts prägt meinen Alltag mehr als das Zusammenleben mit meinem Mann und meinem Hund. Über ersteren will ich nichts schreiben, aber letzterer hat wohl nichts dagegen einzuwenden. Wenngleich es ihm lieber wäre, ich säße nicht am Computer, sondern würde mich erbarmen und ihm noch etwas von der frischen Hühnerleber geben, die ich extra für ihn auf dem Wochenmarkt gekauft habe. Das täte ich auch, wäre es erlaubt. Doch der Tierarzt hat eine Spezialdiät befohlen, da Tito durch eine Behandlung gegen Leismoniose Nierensteine ausgebildet hat. Deshalb kann er auch seiner Lieblingsbeschäftigung, allüberall zu pinkeln, nicht mehr so gut nachkommen wie früher. Aber sonst ist er in bester Verfassung.

Tito haben wir vor mehr als zwölf Jahren im Nachbargrundstück gefunden. Damals war er ein dunkelköpfiger tieftrauriger Geselle mit dick aufgeschwollenem Bauch und Zecken. Aber schon zwei Tage später war er ein Prinz. Seither dreht sich unser Leben um sein Wohlergehen. Liebhaben, Spazierengehen, Füttern, Liebhaben, Spazierengehen, ihn vom Sofa scheuchen, sich deswegen entschuldigen, ihn ermahnen, die Katzen in Ruhe zu lassen, aufpassen, dass er sich nicht inKämpfe mit freien Hunden verwickelt, dass er keine Hündinnen bespringt, dass er keine Hühner killt, Angst haben, dass er noch mal Gift frisst, wie er es einmal tat und fast krepierte, zum Tierarzt rasen, weil ihm eine Gräte, die er unterwegs fand, quer im Hals steckt, seine Medikamente ins Essen schmuggeln, neue Halsbänder gegen Flöhe und Zecken kaufen, nicht verreisen können, es sei denn es finden sich liebevolle Hundesitter, abends aus einer fröhlichen Menschenrunde aufbrechen, weil der Hund allein zu Haus ist, zittern, wenn er nicht heimkommt, ihn überall mit dem Auto suchen und sich maßlos freuen, wenn er angesprungen kommt, ihn ermahnen, nicht hinter Motorrädern herzurennen, ihn zum Arzt bringen, weil er mit einer schlimmen Kopfwunde heimkommt … kurzum, Liebe hat ihren Preis. Und ja, wir lieben ihn, möchten, dass er glücklich ist, geben ihm daher viel Freiheit und haben ihn seit über zwölf Jahren über alle Gefahren hinweg gerettet.

Wir lieben ihn, und er ist nett und aufmerksam gegenüber allen Menschen und Hunden. Aber am meisten liebt er mich. 🙂

Selbstverständlich gibt es weit mehr Tito-Fotos als ich hier zeigen kann. Die meisten hier gezeigten sind vom ersten Jahr unseres Zusammenlebens.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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46 Antworten zu Alltag 6: Zusammenleben mit Tito

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Liebe Gerda, kann es ein schöneres Thema geben, als die Liebe zwischen Menschen und Tieren? So wie DU schwärmst, empfinde ich ebenfalls und ein Leben ohne unseren Kleinen wäre unvorstellbar, so reich hat er uns gemacht!!! Ich wünsche Tito ein langes glückliches Leben mit euch ❤

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  2. Ulli schreibt:

    So schön, dass du Tito einen eigenen Beitrag widmest!
    Es ist eine große Freude ihn in jungen Jahren zu sehen.
    Nun hast du zwar nicht über den Alltag mit deinem Mann geschrieben, aber du hast ihn in Aktion mit Tito gezeigt, eine kleine Geschichte für sich in der ganzen Geschichte.
    Hab herzlichen Dank, liebe Gerda, du siehst mich lächeln,
    Ulli

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  3. Myriade schreibt:

    Ich bin eher von der Katzenfraktion, aber Beziehung ist Beziehung, mit Mensch oder Tier

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  4. kunstschaffende schreibt:

    Oh wie schön Tito auch als jungen Hund zu sehen, er war ja noch ganz klein, als ihr ihn zu Euch nahmt! Da hast Du eine wundervolle Bildersammlung von ihm gezeigt! Hat mich sehr gefreut!
    Liebe gute Nacht Grüße
    Babsi

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  5. pflanzwas schreibt:

    Ich hab zwar keinen Hund, kann es mir aber bestens vorstellen! Ach ja, den Süßen möchte man einfach mit Liebe überhäufen 🙂 Alles Gute für die nächsten 12!

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  6. Random Randomsen schreibt:

    Ja, die Liebe hat ihren Preis. Und doch ist sie unbezahlbar. 😉
    Und Fellnasentreue in Gold und Edelsteinen aufzuwiegen, dürfte ebenfalls ein Ding der Unmöglichkeit sein. 🙂
    Diese Bildergeschichte erfreut das Herz.

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  7. kopfundgestalt schreibt:

    Ein sehr warmer Bericht mit vielen glücklichmachenden Fotos.:-)

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  8. wechselweib schreibt:

    Ein bezaubernder Zeitgenosse, dein Hund. Sehr charmant. Und ein Feinschmecker…

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  9. wildgans schreibt:

    Schöne Einblicke, herzerfreuend!

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  10. athenmosaik schreibt:

    Was für ein schönes Album du da zusammen gestellt hast! Ganz besonders gefallen mir die Schwimmbilder! Danke für diesen liebenswerten Beitrag über Tito und so ganz nebenbei über den Alltag, der sich ziemlich traumhaft anhört für einen Hund.
    Liebe Grüße an euch drei!

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    • gerda kazakou schreibt:

      Danke, Julia! Ich frage mich manchmal,ob er das „traumhaft“ auch so sieht.oder ob er lieber bei den „Schmuddelkindern“, den freien Hunden wäre. Ab und an haut er ab zu ihnen und ich darf ihn suchen. Jetzt zieht es ihn zum Glück nicht mehr so wie früher zur Hundegesellschaft

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      • athenmosaik schreibt:

        Wahrscheinlich gehört es zu einem schönen Hundeleben dazu, manchmal auszubüchsen und ein wild life zu führen, um danach den Luxus des sicheren Zuhauses zu schätzen ; )

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    • gkazakou schreibt:

      Er hält mich grad wieder in Alarmbereitschaft. Am Vormittag wurde er von einem Hund gebissen, verschwand dann. Später kam er zurück, stark humpelnd, und kaum hatte ich mich etwas beruhigt, ist er schon wieder weg. Er war in einem schlechten Zustand und ich mache mir schwere Sorgen. 😦

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  11. Karin schreibt:

    Kein und doch ein Hundeleben, ihn auf Deinen Fotos durch seinen abwechslungsreichen Alltag zu begleiten war herzerfrischend. Das Bild, auf dem er mit dem Bär schmust, ist köstlich. Euch noch ganz viele gemeinsame Jahre wünschend und mit einem herzlichen Samstaggruss, Karin

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  12. Petra Pawlofsky schreibt:

    Es hat mir Freude bereitet, diesen Beitrag zu lesen und nicht nur vom Alltag Eures Hundelieblings zu erfahren, sondern auch auch seine Lebensetappen und vom liebvollem Zusammenleben mit Euch. Die Bilder habe ich mir alle einzeln angeschaut und genossen. Was für ein netter Lebensbegleiter doch so ein aufmerksames und anhängliches Wesen ist! Herzlich, Petra

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    • gkazakou schreibt:

      Liebe Petra, ich glaube, dies ist der verloren gegangene Kommentar? Herzlichen Dank! Tito ist wirklich ein wunderbarer „Lebensbegleiter „,wie du sagst. Und sogar mehr, er ist derjenige, der mich vom Computer weg lotst, damit wir spazieren gehen, täglich, immer wieder, ausnahmslos. Das tut mir sehr gut. Ohne ihn wäre ich ein ziemlicher Stubenhocker.

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  13. kowkla123 schreibt:

    liebe Gerda, wunderschöne Bilder von deinem LIebling, ja, Hunde sind beste Freunde des Menschen, genieße diesen schönen Samstag und erhole dich gut

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  14. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Was für eine schöne Liebeserklärung für den Tito, liebe Gerda,
    und nun, ist er wieder aufgetaucht? Ich hoffe es sehr.
    Ein freier Hundegeist, der seine Ausflüge braucht…, aber bestimmt nicht immer einfach, damit umzugehen.

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    • gerda kazakou schreibt:

      Heute war es wirklich dramatisch, liebe Bruni. Als ich schon fast die Hoffnung aufgegeben hatte, weil er ja verletzt war – wir haben erst zu viert (drei Freundinnen, die zum Zeichnen gekommen waren, und ich) und dann noch mal mit meinem Mann, zu Fuß und per Auto stundenlang vergebens nach ihm gesucht – ging ich noch einmal um halb zehn Uhr im Dunkeln die Straße hoch und rief ihn nur innerlich: „Wenn du noch am Leben bist und kommen kannst, dann komm bitte“. Und plötzlich, als ich etwa eine Viertel Stunde von unserem Haus entfernt war, war er neben mir, müde und lautlos, mit hängendem Schwanz. Er ging dann langsam neben mir her, meist auf drei Beinen hinkend. Ich war sooo froh. Mein Mann trug ihn dann die paar Stufen hoch ins Haus, denn das schaffte er nicht mehr. Seither liegt er auf seiner Matte und ruht sich aus.

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      • www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

        Ach Gerda. Das hätte ja auch schiefgehen können mit dem verketzten Bein.
        Wie gut, dass du nochmal gesucht hast!
        Was hatte der kleine Kerl damals für ein riesiges Glück, dass DU ihn fandest!
        So lange wie ihr hätte ihn wohl keiner gesucht.

        Liebe Gutenachtgrüsse an dich !

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      • Ulli schreibt:

        gut zu lesen! puh … nun schlaft alle recht gut und tief, ihr Lieben … pssst … ich bin schon wieder weg …

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    • gerda kazakou schreibt:

      Glück hatten wir auch, liebe Bruni. er ist so ein lieber Geselle. aber tatsächlich kostet er mich auch viel Herzblut. Wir haben ihn schon recht oft retten müssen. Hunde werden nie erwachsen, sie bleiben Kleinkinder.

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  15. puzzleblume schreibt:

    So eine schöne Hunde-Mensch-Geschichte zu lesen und anzusehen, gefällt mir sehr.

    Nachdem im Fotoalbum ein Kommentar zum Bild https://gerdakazakou.com/#jp-carousel-58088 direkt nicht gelungen ist, schreibe ich ihn hierher, denn ich finde das Motiv mit dem Bild im Bild und Tito daneben so sehr gelungen, wie er mit der Wendung seines Kopfes von den Ohren über die Nase abwärts zum Rotbraun im Naturstein der Wand den perfekten, parallelen Hinweis gibt auf den Verlauf der rotbraunen Linie im Bild, wie auch seine Tupfen mit diesem Hintergrund der Wand vollkommen harmonieren.
    Schön, charmant und unwiderstehlich finde ich ihn aber auf jedem der Fotos – ein Prinz, absolut.

    Das Altwerden eines Hundes Tag für Tag zu begleiten ist eine herbe Erfahrung, die mache ich auch gerade wieder.

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    • gerda kazakou schreibt:

      Danke für deinen so schönen Kommentar! Ich bin vom gestrigen Tag noch immer ziemlich mitgenommen, aber Tito ist schon wieder unterwegs – auf drei Beinen. Der hintere Lauf schmerzt anscheinend sehr, man darf ihn nicht berühren. Da sein eines Vorderbein früher von einem anderen Hund durchgebissen wurde, hat er momentan nur zwei intakte Beine. Aber sein Schwanz ist schon wieder unternehmungslustig nach oben gerichtet. Ich mag ihn nicht hindern, denn dass er glücklich ist, ist mir die Hauptsache. Ich mag ihn nicht einsperren oder immer an der Leine halten. So bleibt es eine Zitterpartie.

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      • puzzleblume schreibt:

        Hunde haben offenbar ein anderes Schmerzbewusstsein. Ich denke schon, dass sie es auch spüren, aber nicht obenanstellen, Sie tun, was sie wollen trotzdem, wie sie es können, ohne damit zu hadern. Man sieht das ja gerade besonders deutlich, wenn sie mit ihrem Nach-OP-Kunststofftrichter durch den Garten schaufeln, als wäre es ein Problem, das durch Unterlassen auch nicht besser wird. Aber der empathische Mensch leidet schon beim Zusehen.

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    • gerda kazakou schreibt:

      Ja, so sehe ich es auch.Empathie ist nicht so ihre Sache, aber Wehleidigkeit auch nicht. Sie leben nach dem Motto: es ist wie es ist. Machen wir das Bestmögliche draus. Wir menschen sind da ziemlich anders, machen uns Sorgen, quälen uns mit Vorstellungen, „hätte“ und „wäre“, haben gute Vorsätze etc 😉

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  16. PPawlo schreibt:

    Hier hatte ich einen Kommentar geschrieben, finde ihn aber nicht. Vielleicht ist er im Spamordner? ? Ich habe eh auf deiner Seite in letzter Zeit Probleme mit Kommentaren. So musste ich mich neu mit Email etc eintragen. Mal sehn, ob das hier im Reader jetzt klappt? Derweil herzliche Grüße, Petra

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    • gerda kazakou schreibt:

      Liebe Petra, danke für deine Bemühungen. so was passiert leider immer wieder. ich schaute eben nach, von dir war nichts im Spam, aber es gab einen „pending“ Kommi von dir, den ich genehmigen sollte – was ich tat. Aber wo ist er jetzt? Ich geh mal suchen. Außerdem gab es zwei kleine „anonyme“ Kommis. die erscheinen, wenn erneut Name und mail eingetragen werden sollen. Ist mir schon mehrmals passiert. Uff.

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  17. PPawlo schreibt:

    P.S. Na, immerhin, im Reader klappt’s einwandfrei! Das letzte Mal war’s von einer WPMail aus.

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  18. Pingback: Alltag 7 – Radierworkshop im Atelier – Dozentin Susanne Haun | Susanne Haun

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